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Ben Chananja · 1866-02-21 · 8 (21.2.1866) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
8 (21.2.1866)
Date
1866-02-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 8, fanter Jahrgang. M 8. SjSege&in, Den 21. .feOtuat 1860. Erscheint jeden Mittwoch 1 —2 Bogen st«rk. Prämimerationspreis: Ganzjährig 8 Tblr. ist Egr.. halbj. 4 fl. — 2Thlr.20 ׳ Ggr.» viertel!. 2 fl. öft. W. Man abonnirt im Znnland bei allen Postämtern; im Ans« lande der Herrn Sun] Wagner 11 Leipzig; in Wien bei Herrn Hcrifcld L Sancr (Praternr.) Mochenkkall für Milche Theotogie. Herausgeber und Redakteur: I.EOPOI.» ׳■■־ Oberrabbiner zu Szegedin. Mit beson-ettn hömiletischeu, didaktischen und wissenschaftlich ' talmudischen Geitagen Inserate, welche in daS Fach des Blatles rinschlagen, werben angenommen. , Die -tspalkige Petitzeile wird bei mehrmaliger Injektion mit 6 fr., bei einmaliger mit 8 kr. berechnet. Stempelgebühr besonders 30 fr. Inserate übernehmen im Auslande Frans Wagner in Leidzig; in Wien Hrrssel-L Sauers Bnchbandlung. Inhalt. .,ס Eine althelleniiche Stimme über Zudcu und jüdische Opfer. Vom HerauSgebrr. — Die Juden in Persien. Don Kreisrabbtner I. WicSiier. (Forts.) — Äaiukeneniwurf des ich Deutschland gegründeten Vereines für aflgemcine Angelegenheiten deS ZildentbumS. — Korrespondenz. Anstand. Aus der Schweiz. Hellheim. Inland. Pest. Pest. Szegedin. Fünfkirchen. Loloncz. VeSvriiy. Libin-Lnben,. Ungvrlr. SzenteS. Tokaj. > S. A. Ujhely. Gaya. Weffeli. Gr. BecSkerek. Inhalt der Beilage. Nachruf von St. — Zur Geschichte der Jude» in Oesterreich. Von Dr. Carmoly. (Forts.j — Ziistände der jüd. Geiüeinde in Amster» dam. Von I. Kahn. Oberrahbiper. (Forts) — Inserat. Eine allhellenilche stimme, klier Wen nnD jkDische Opfer. Theophraflo's .Schrift . über Frömmigkeit. Von Dr. I. Aernap'S. Berlin 1866. 8. 131. :des Plato und des- Aristotetes, schrieb ein Werk über die Frömmigkeit, tu welchem er auch gegen die, bei den Griechen üblich gewesenen, animalischen Opfer zu Felde zieht. Dieses Werk ist nicht mehr vorhanden; doch haben sich bei Porphyrios ausTyrus, dem bekannten antichristlichen:Schriftsteller des dritten Zahrhunderrö, beträchtliche Auszüge aus demselben erhalten, welche der in der Philologenwelt rühmlichst bekannte Dr. Be rnay s, Lehrer am Breslauer Seminar, kritisch gesichtet, übersetzt und erläutert hat. Theophrastos bespricht die seinen Gegen- -stand, betreffenden Sitten verschiedener Völker. Auch auf die Juden kömmt er zurück, uud zwar in dem vierten Ercerpte mit folgenden Worten: ״Und wahrlich, wenn Jemand uns gebieten, würbe , in . derselben Weise zu opfern, wie der judäische Stamm der Syrer in Folge des ursprünglichen Opfers noch heutigen Tages seine Thieropser austellt, so würden wir'die ganze Sacke aufgeben. Die Jnbäer nämlich halten ,mit dem Opferfleisch keinen Schmaus ab, . sondern sie verhrennen es als Ganzopfer bei Nachtzeit, gießen viel Honig und Wein darüber, und schaffen Vas Opfer schnell fort, damit nicht der allsehende Helios das Entsetzliche erblicke. Zu- ,gleich fasten sie' an den dazwischen' liegenden Tagen. Und während dieser ganzen Zeit führen sie, da ihr. Stamm der Filosofie ergeben ist, untereinander Gespräche über die Gott- Heft, des Nachts aber ,machen sie, Himmelsbevbachtuugen und beschauen die Sterne, während:sie in Gebeten Gott anrusen. Dssun diese zuerst brachten Opfer, von Thieren und ans ihrer eigenen Mitte, und zwar thaten sie. es .aus, Noth, nicht aus Begierde.^ (S. 85. 86.) , ' : .; Die Art und Weise, wie Porphyrios diese Worte VeS griechischen Peripatetikers zitirt, zeigt nach Dr. Bernays die Absicht, ״von vornherein - sich gegen jeden Schein eigener Verantwortlichkeit für die Angaben des Theophrastos zu bewahren, die ihm nicht minderes Bedenken, als jedem jetzigen Kenner des Leviticus erregen mochten." ״Jedoch", fügtDr. B. hinzu, ״auf. ein Nebeneinander von Wahrem, Halbverstandenem und gänzlich Falschem ist man bei allen nichtjübischen Berichten über jüdische Dinge im Voraus gefaßt; die Ausgabe, ein solches Gemenge in seine Bestanbtheile zu zerlegen, hat immer einen eigenthümlichen kritischen Reiz; nnd die vorliegenden Sätze aus Theophrastos ein gesteigerleres Interesse, weil sie die erste unzweifelhafte Erwähnung VeS jüdischen Volkes innerhalb der griechischen Literatur darbieten." J Um letztere Behauptung zu .rechtfertigen/ fährt Dr. Bfort: ״Den» die Menigen welche noch heütitzen Tages an der gewaltsamen ' Identification von Herodot's (2 , >159; 3, 5) Kadytiö mit Jerusalem festhalten, gewinnen dadurch nur eine höchstens um hundert Jahre frühere trockene geografische Erwähnung dieser Stadt, keine frühere sittenschildernde Nachricht über das Volk; und auch die wol zahlreicheren Forscher, welche mit Josefus und Hugo Grotius glauben, baß der epische Beschreiber von Terres Zug gegen Griechenland, Chörilos aus Samos, ein Zeitgenosse Herodot's, allerdings Kunde von den Juden verrathe'), können doch, für diese Ansicht keine über jeden Zweifel erhebende Nennung des jübischen Volkes geltend machen, sondern nur eine umschreibenbe, wiederum meist geografische Bezeichnung des ״Slammes, welcher phönikische Reben aus dem Münde entsendet, im solymischen Gebirge wohnt am breiten See", b.- h. am tobten Meere. Die theophrastischen Worte hingegen bekunden, trotz aller Ungenauigkeit dereinzelnen Angaben, doch schon nähere Kenntniß von der Eigenart des jüdischen VolkeS, welches durch die Berichte der peripatelischeu Therlnehmer an AleranderS Züge» die Aufmerksamkeit dieser, die sittcngeschichtlichen Studien mit Vorliebe pflegenden,-Filosofenschule erregen mußte. So hatte denn au$; Klearchos aus Soloi, ein Mitschüler des Theophrastos, in seinem Dialog, dessen Echtheit nicht zu bestreiten »st, -sogar dem Aristoteles- '1 Jos. c. Ap. i. 22.: r > - : Nnd -es erhob,;Ack kiierquf ein Volk erstaiinlicheil Anblicks ׳ Seinem Münde PhönizienS Laute und Worte eutsindeud, Der solymäischen Berge am weiten Sumpfe Bewohner. Sonnenverbrannt: die Locken runv geschoren und tragend Mächtiger Stoffe am Qualme des Rauchs gehärteten Felle.

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