Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1866-02-07 · 6 (7.2.1866) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
6 (7.2.1866)
Date
1866-02-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2542917-2543175-2543182--4617-2548610
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

leaater Jahrgang. M 6. 5zegedin, den 7. .feßruar 1866. Erscheint jeden Mitttvoch 1—2 Bogen stark. Pränumerationapreis: Ganzjährig 8 fl.,—5 Tblr. 10 Sgr.,balbj.4fl. — STblr. 20 Sgr., vierkclj. 2 fl. oft. W. Man abonntrl im Jnnland Vei asten Postämtern; im Anslande, bet Herrn Franz Wagner zn Leipzig; in Wien bei Herrn Hcrzfeld L Lauer (Praterkr.) Mochenktatt für jüdilche Theokogie. Herausgeber und Redakteur: liEOFOX^B tÖW, Oberrabbiner zu Szegedin. Mit besonderen homiletischen, didaktischen und wissenschaftlich talmndischen Seilagen. Inserate, welche in das Fach des Blat< kes einschlagen, werden angenommen. Die 4spaltige Petitzeile wird bei mehrmaliger Insertion mit 6 kr., bei eiumaUger mit 8 kr. berechnet. Stempelgebühe besonders 30 kr. '% Inserate übernehmen im Auslande Franz Wagner in L«pzig; in Wien HcrzfeldLLauers Buchhandlung. ׳ Inhalt. Kiddusch Ha-Schem und Chillul Ha-Schem. Bvm Herausgeber. — Die Juden in Perfien. Von KreiSrabbiuer I. Wieön^r. (Forts.) - Wiener Briefe (II.) — Ueber Bibelübersetzungen und Erklärungen. Von Nabb. Dr. Hochstädter. — Korrespondenz. Ausland. Paris. Paris. Frankfurt a. M. Graudenz. Inland. Wien. Wien. Pest. Pest. Szce gedin. Gran. Baja. Besprrm. Paks. Kula. Baja. N?Mrös. N. Körös — S ch u livese n. Gyöngyös. S. A. Ujhely. S. A.Mj^y. — ßitcrärifche Anzeigen Achawa. Jahrbnch. BespriM^ Mn Hermann Brist.— Zur Beachtung. — Bemerkungen. — JUserate. ."־1 " ..־־־־- -־ :_־ -' Der 3., 4. und 5. Jahrgang des ״Ben Chananja" sind gänzlich vergriffen. Mit Freiexemplaren können wir in Zukunft nicht mehr dienen. אך Kti)i)u|cfj (ja־Sdjem uui) ff(jilTttf lja־Sdje11t. Beide Ausdrücke sind selbst denjenigen Juden geläufig, die sich sonst eben keiner bedeutenden hebräischen Sprachkenntnisse rühmen können. Jeder Jude weiß im Allgemeinen, waS man darunter versteht, Jeden erfreut ein Kiddusch-, jeden empört ein Chillul Ha-Schem. Es sind aber die Anschauungen, welche diesen, von der geistigen Impotenz so oft mißbrauchten, Ausdrücken zu Grunde liegen, in religiöser und religionsgeschichtlicher Beziehung viel zu bedeutsam, als daß eS unseren freundlichen Lesern nicht willkommen sein sollte, genau und gründlich darüber unterrichtet zu sein. Die einander kontradiktorisch entgegenstehenden Begriffe Kiddusch-und Chillul Ha-Schem, (Heiligung und Entweihung des göttlichen Namens), haben ihre Geschichte, in welcher sich der Geist der verschiedenen Zeiten ans eine höchst lehrreiche Weise absptegelt. Beide Begriffe stammen aus dem Schriftverse: ״Ihr sollet meinen Namen nicht entweihen, daß ich geheiliget werde inmitten der Kinder Israels." (3 M. 22, 32.) Diese Worte der Thora wurden frühzeitig ans das Märtyrerthnm bezogen. Wer sich, nm seinem Glauben treu zu bleiben, dem Tode weiht, heiligt den Namen Gottes; der Entweihnng dieses Namens macht sich dagegen derjenige schuldig, der daS irdische Leben höher achtet, als die Treue gegen seinen Glauben.') Es ist aber das Märtyrerthum nicht aus, dieser Deutung, sondern ,die Deutung ') Sifre zu Aedosch. Nr. 137. Sanh. 74, ». ist ans dem viel älteren Märtyrerthume hervorgegangen. Das erste Kontingent religiös-politischer Märtyrer haben die Juden gestellt. Schon ein Psalmist der syrischen Epoche durfte auörufen: ״W e n n wir vergessen hätten d e S Namenö unseres Gottes, und unsere Hände ausgebreit/et zu einem fremden Gott; würde mich t Gott gas erforschen? Er kennt ja des HerzenS Grund! Nein, um deinetwillen hat man uns erschlagen alle Tage, wurden wir den Schlachtschafen gleich geachtet!" (Ps. 44, 21—23.) Das Christenthnm ging hierin noch weiter, als das. Judenthum , indem es das Märtyrerthum als das höchste Ziel christlicher Tugend hiustellte, und es unter seinen altesten Bekenner« Manche-gab, die den Märtyrertod suchten und sich zu demselben drängten. Bei' der überspannten Stimmung und Richtung jener Zeiten halte dieses Beispiel auch 'die Juden leicht zu gleichen Extravaganzen׳ Hinreißen können. So hoch daher auch die jüdischen Schriftgelehrten'das Märtyrerthum schätzten und priesen, so suchten sie dennoch-den Kreis desselben enger zu ziehen, indem sie die Fälle eines pflichtmäßigen-Märtyrerthums genau bezeichneten. 2) Eine Begriffserweiterung erfuhr der Kiddusch ha- Schein durch R. Akiba b. Josef, der weite Reisen gemacht, und viele,Länder und Völker gesehen hatte. Er legt der Meinung, welche Nichtjuden von Juden und Jndenthnm hegen, einen größer« Werth bei, als mancher andere Schriftgelehrte, welchem diese Rücksicht fremd blieb. Nicht nur das Märtyrerthum, dem er später selbst' in die Arme sank, sondern jede Handlung, welche dem Nichtjudeu eine günstige Meinung von Juden und Judenthum einflößt, ist nach R. - Akiba ein Kiddusch Ha-Schem : e ine Verherrlichung d er' Religion Israels. ' Wie diese Begriffserweiterung nicht in religiös-jur idischem, sondern in religiös-nationalem Sinne geschah, so verstand man schon vor N. Akiba in religiös-ethischem. Sinne unter Chillul Ha-Schem jede Handlung, durch welche änderen Personen ein A e r g e r n i ß oder, ein schlech t e S -').Um nämlich dem Götzendienste, der Verübnng eines Mordes oder der Blutschande zn entgehen: jer. Schebiteh 4, 1; Sanh. 3, 5; B. Satth. 74. a. Die an de» a. O. erörterte Frage, ob Nichtjuden znm St. Ha-Scheu> verpflichtet seien, scheint in dem christlichen Märtyrers thume ihren geschichtlichen Hinlergrund zu.bähen. Die späteren Bestimmullgen. sowie die Kontroverse über das freiwillige Märtyrerthnm gehören nicht hieher. Was MaimoniveS Jeßobe ha-Thora 5. 4. Anfangs lehrt, scheint mit seinen eigenen Erlebnissen zusammenzilhängen, Wa»?er über das hohe Verdiriist der Haruge Malchuth sagt, ist aus Peß. 50, a. geflossen. n

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.