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Ben Chananja · 1866-01-17 · 3 (17.1.1866) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
3 (17.1.1866)
Date
1866-01-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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63 64 gelehrten Bemerkungen mich unangenehm berührten; ich bin vielmehr froh, wenn man mich belehrt; denn m der Literatur ist Niemand unfehlbar. Doch muß ich Einiges rügen, da es nicht nur mich betrifft, sondern auch meinem hochverehrten Referenten, Herrn Mnnk, den ich rn vielen Beziehungen auch meinen Lehrer nennen darf. Nr. 49 Sv. 885 glauben Sie, daß ich mich übtreilt und Fell mit רל) verwechselt habe. Herr Munk hat mir im Privatwege den Einwurf gemacht. Ich glaube, daß מיל kein eigentliches, auf beiden Seiten bearbeitetes Leder ist, und eben auf solchem Material ist die Rolle Nr. 2 in Pb. geschrieben. Die von Ihnen zitirten Werke stehen mir in dem Orte, wo ich seit zwei Jahren in Folge gewiffer Umstände zu leben gezwungen bin, nicht zu Gebote.*) Nr. 50 Sp. 902. Schorr's Aufsatz im Chaluz ist mir wohlbekannt und habe ich mich in meiner 1863 im ״Journal asiatique“ erschienenen ausführlichen Rezension über das Likkute Kadmonioth darauf bezogen, indem ich zugleich Schorr's Jrrthum über David b. Abra- Ham, den Sch. ins 12. Jahrhundert versetzt, widerlegte. Ich sprach aber in meinem Berichte von anderen Beweisen, da ich daS Manuskript vor mir hatte. Wer Munks Zustand kennet, wird vielleicht geneigt sein, vorauSzusetzen, daß Munk die neuesten Sachen nicht kennet, was aber durchaus nicht der Fall ist. (Wer Munk'S neueste Schriften gelesen hat, weiß, daß der edle Meister die neuesten Erzeugnisse der Literatur sorgfaltig berücksichtiget. Red.) Sie haben Recht, wenn Sie sagen, daß in theologischer Beziehung aus den Petersburger Manuskripten eine große Ausbeute zu gewinnen ist. Dieses Fach gehört aber nicht zu meinen Studien °, ich habe mich daher nicht weiter darum gekümmert: suum ouiquö. Sie werden wohlthun, meine ausführliche Brochure über die Petersburger Bibliothek, welche das Institut für Förderung der jüdischen Literatur herausgibt, erst anzusehen, bevor Sie uns Ihre Notizen über karaitische Dogmatik mittheilen- Die tartarischen Üebersetzungen sind in bekannten Dialekten geschrieben, und bieten keine Ausbeute für die magyarische Sprache , die ich übrigens verstehe. Es wundert mich, daß Sie Ihren Lesern nichts über das hebräisch-persische Wörterbuch sagen; es ist das erste bis jetzt bekannte hebräisch-persische Wörterbuch. Doch wiederhole ich dies Alles ausführlicher in meiner deutschen Brochure Indem ich Ihnen für den Raum, den Sie mir in Ihrem geschätzten Blatte gölincu. danke, bin ich hochachtungsvoll Ihr ergebenster Adolf Neubauer. M e n t o 11, bei Nizza, 4. Jäner 1866. Der letzte Kampf -es Fanatismus im nördlichen Ungarn. An den Herrn G. F. in T—w. Ans Ihre Anfragen vom 7. d. M. erlaube ich mir. Ihnen in nachstehenden Zeilen Auskunft zu geben. 1. Daß meine Korrespondenten im nördlichen Ungarn sehr gut unterrichtet sind, hat sich während der Seminarbewegung deutlich genug gezeigt. Rückfichtlich der AntiemanzipationS-St-node sind die ״Felvidöki lapok“ und andere Blätter dem ״B- CH." zuvorgekommen. Ich selbst habe in meinem Sendschreiben an die Synodalen den bezüglichen Bericht als problematisch hingestellt, hinzufügend. daß die Synode, selbst wenn jener Bericht sich bestätigen sollte, sich nicht einbilden dürfe, die Orthodoxen hinter ihrem Rücken zu haben, da letztere die Emanzipation ebenso aufrichtig anstrebten, wie die Reformer. Nacht'räglich hat ein gewisser Weiß im ״Pesti Naplü" und ein gewisser Braun in einem Briefe an mich die vielbesprochene Nachricht dementirt, und ihre Schützlinge werden wahrscheinlich aus Dankbarkeit eine weißbraune Fahne anfertigen lassen. Was ist aber von dem Dementi zu halten? *) מיל ist »ach talmudischem Sprachgebrauche, welcher natiürlich von dem der Kasuisten in vielen Fällen abweicht, ein eben nicht ganz vostständig ausgearbeitetes Thierfell. Toß. B. Baihra 14, a. sagen: גויל הוא עור שלא נתקן כלל אלא שהשירו את השער וכותבי׳ בו במקום שער Die von Ihnen jetzt näher beschriebene Handschrift in Pb. bildet zu dieser Erklärung eine treffliche Illustration. Näheres hierüber iu einer der nächsten Nummern der ״Forsch ungen", wo ich gelegentlich zeigen werde, daß ein neuerer Schriftsteller sich auf eine sehr fatale Weise in dem Gewil verwickelt hat. Bis dahin wünschte ich, die Aufmerksamkeit der Forscher auf die Etymologie des Wortes וול^ zu "lenken. Was sich bei den Gloffatoren des Talmuds darüber findet, ist nicht befriedigend. Red. 2. Der.Talmud lehrt: ״Wie der Mensch trachten soll, vor Gott gerechtfertigt zu erscheinen, so soll er auch vor dem Menschen gerechtfertigt zu erscheinen trachten (Jer. Schekal. 3, 4)." Diese schöne Lehre wird au» der Tbara (4 M. 32, 22). aus den Profeten (Jos. 22, 22) und au» den Hagiografen (Spr. 3. 4) deduzirt. Warum befolgen die Orlhodorer: nicht diese Lehre? Herr Braun will das Protokoll gelesen haben. Ec gibt also zu, daß in Nagy-Mihäly ein Protokoll verfaßt wurde. Warum übergeben die Herren dieses Protokoll nicht der Oeffentlichkeit? Was hält sie ab, dem Talmund und der öffentlichen Meinung diese Genugthuuug zu gewähren? Irgend etwas, das man nicht einzugestehen wagt, muß in Nagy-Mihäly beschlossen worden sein, weil es ja sonst der Rabbiner zu Ujhely, der sehr orthodox ist, nicht nöthig gefunden hätte, in einem eigenen Zirkulare vor dem Treiben der Fanatiker zu warnen! Mit dem projektirten Anii-Ben-Ehan. müßten ja die Herren nicht so geheim thun! 3. Doch selbst gesetzt, eS wäre dies nicht der Fall, so bleibt jedenfalls der Lärm, den man in verschiedenen Blättern mit dem Dementi gemacht, ungerechtfertigt. Vom Standvunkte der Kultur betrachtet, ist wol die vor dem Throne ausgesprochene, selbst unter Anrufung GotteS bekräftigte Versicherung, baß die jüdische Religion durch jedes Semiuar, wie immer auch dasselbe beschaffen sein möge, ruinirt werden müsse, für deren Urhtber nicht weniger gravirend, als daß Widerstreben gegen die Emanzipation!*) Sie können wol denken, l. Fr., daß die Fanatiker nicht im Stande sein werden, der Emanzipation Hindernisse in den Weg zn legen. Die historische Wahrheit ist daher hier von untergeordneter Bedeutung; aber die psychologische Wahrheit! Diese lehrt, daß die Tendenzen der orthodoxen ungarischen Nabbinen nicht mit den Forderungen der Kultur in Einklang zu bringen sind. Ob dies durch eine Thatsache mehr oder weniger erhärtet wird. ist von gar keinem Belange. Daß der Wiener ״Pestalozzi" noch fortsährt, wich als einen unwissenden Bachur zu bezeichnen, hat mich sehr überrascht. Hat denn der gute Herr seinen Lesern nichts Interessanteres zu sagen. als was ohnehin alle Welt weiß, und das den Lesern des ״B. CH." sicherlich nicht erst gesagt zu werden braucht? Mir selbst kommt sein Blatt niemalö zu Gesichte, und ich nebme von demselben nicht die geringste Notiz. Daß er trotzdem nicht aufhört, zu schimpfen, ist wol nur seiner großstädtischen Ritterlichkeit znzuschrciben. — Der 4 Jahrgang des «B- CH." ist ganz vergriffen und könnte ich Ihnen nur mit einzelnen Nummern dienen. L. *) Die Frage ist übrigens von orthodorec Seite auch literarisch besprochen wurden, und würde der sehr wackere und gebildete Redakteur des ״Ha-Maggid" fich um die Nagy-MihrUyer Synode eiu hohes Verdienst erwerben. wenn er die Güte hätte, den Brief des GaonS Salomon Kluger aus. dem ״He-Chaluz" I. 41—46. in seinem Blatte abzudrucken. Die Echtheit des Briefes ist über allen Zweifel erhaben!! Bemerkung. Mehrere Korrcspondcnzartikel und Repliken mußten für die Nächste Nummer zurückgelegt werden. Berichtigungen. Nr. 1- Beilage Zeile 4 Leserkreises für ״Lesekreises". Zeile 22 heutigen für ״heiligen". Zeile 48 schärfer ritzen für ״schärfen". Inserat. Konkurs. Durch Ableben des zweiten Vorbeters ist die Stelle eiiieS בעל תפלה ,קודא ׳בורק .שוהם versehen mit einer התרת הוראה der hierortigen israelitischen Kultusgemeinde vakant geworden. Mit dieser Stelle ist ein fixer Gehalt von 400 fl. ö. W. nebst Emolumenten verbunden. Hierauf Reflektirende wollen ihre dieSbezüg. lichen Kompetenzgesuche, belegt mit Zeugnissen obiger Qualifikationen, anher vorlegen und einen Probevortrag abhalten. Die Konkurszeit läuft mit Ende Februar l. I. ab. Spesenersatz erhält nur der Acecptirle. Steinamanger, 10 Jäner >866. (1 3) Der ijr. Lulluspriises. Szegedin, Leipzig, Lelbstverlag -er Ledaktion. Lommiskouv-Verlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein Viertelbogen homiletische Beilage.

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