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Ben Chananja · 1865-11-29 · 48 (29.11.1865) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
48 (29.11.1865)
Date
1865-11-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 48. Achter ffahrgang. Jede» Mittwoch» erscheint eia Primuneratioiiapreic SanzjLbrig 7 -..—4 Tblr. 20 Sgr., balbj.Zsi. SO kr.. 2 Tblr. 10 Sgr., vierrelj. 2 st. oft. K. Einzelne Nummern 15 kr. Man aboonirt bei allen Post» äwirrn u. Duchbandlungen de» Zn» und SluSlanve«. SzegM, öen 29. Kooemker 1865,; . HM-OlmrmM. Mochenklatl für;'üdijche Theofogie. Herausgeber uud Redakteur 7 L^< «rv W* ÖD IL» TO Oberrabbiner;n Szegedi». Inserate stad an dir Redaktion in 60» gedio, an Herrn Dl(• Killt«» in fon&fatt 1. K. oder an Herrn 3q«uj Brauner (Nein, Ankergaffe Nr. 10) in Me» zu senden. Die 2svaltige Petitzeile wird mit 10Nkr.^:2Sgr. berechnet. Szeged in, 22. November.*) ״Mim'8 auch nicht regnet, so träusett es doch!" Die wohlerwogenen Bemerkungen unseres Bester Korespondenten in Nr. 46 d. Bl. sind nicht ganz erfolglos geblieben. Die großen vaterländischen Journale haben zwar ihr Stillschweigen über die Emanzipationöfrage noch nicht gebrochen. Das Plaidoyer für die ungarischen Juden, welcheS dieser Tage in der ״Ung. Presse" erschien, ist ,von einem Juden unterzeichnet. Aber EötvöS'ö politisches Wochendlatt widmet in seiner letzten Nummer den Bemerkungen unseres Korrespondenten einige wohlwollende Zeilen; wir •) Vorlikgeudkr Anilrl fand sich brrcil» im Satzc, als es t»r ji'idischkn Ym-n1<>i״t1v»ssr.,gk gkgönul war. sich in Plst cinc» bksinch. tctibrn JHfiitn# z» rrfmirn, nur an» klurm Olriifrl de» ״Pr,irr Lloyd" vom 24. d. M. <u rrirbr» ist. Wir tialkrn uitfrrn Slrtikrl drsbalb nickt ,,mit?. la u»S dir darin rmdallkucii Bcmerkuugiii btachlr»-wrr!b ichriiiril. Dcr LloyLarlikrt lst»»>: ״Dcr AuStruck ״R.nclinig Lcr Per, bältiiiffr trr Il'racliir», wrlckrn Baron Sigiu. Kcmüuv in drr gcsingtn Ansprackr a» srinr Wälilrr bri Berül׳r»11g drsIildrii'ragr qrbraucklc. br» srirdiglk, wie SN-rriv.r t>1rür ZcNr» sich <11 nbtfzciigkii dir Grir.,rnhr1t ha»!:. '.1. li7at!1ii׳che» Lci'rr kr» dkliilgen MoigkiiblallkS im Allgrineinrn nickt i» dem Maße, wir er Dirjeliigen brfrildigk» mußte. welckc die bezüglicken. über jede» Zweifel erbabenei, liberale» Gksi״n»»§k1, des verelirle» Redners lenue» »nt die sick ,laiiienilick!eure Reihe warm qe» ickriebeiier?Iriifct crl.uie,». welche ra» ״P. Naplü" im Jahre 186t aus der Feder des vaterländisch.» P״dli<i1n׳u Mvli< LnkücS in Sluae. Ikgenheii der Nalionaliiälkiifraqe brachlr. Da ich ״»», was die Gest״» nunjien des Baron Kcmüny scll'st btlr:ffr, feines weilereii KomineuiarS ,einer Worte bcduestr, >0 wankte ich mich zur Bcuidigiing unserer iiiar» litiscker Milbürger an den Mo»», welcher wol gestern sagte, baß ״der günstige Erfolg des Reichstages ״ichl bas Be,dienst eines 111m sein werte", von Lei» aber mit vollstem Reckt voraiiSgeseßt wird, daß er. sowie er <ur Anregung der TranSaktioll len erste» krsolgrtichr» Im- VulS flegebcu. auch auf kir legislatorische Thätiglcii des Reichstages üderbaiivl eine» maßgebtiiden tZinflnß anSübe» werbe. Obiiebin ging in den leplr» Tagen das Gcriickl, Deük habe in einer Prioaiges.kl» schast geäußert, daß die Iudensraze eine der ersten sei, deren Löiung der NeickSiag 1» die .Hand ״clinien müsse. Ich wandte »,ich also a» Denk selbst, um svwol über die '.luldeniijität dieses Nerüchtes, als auch öder den an und für sich »»,׳veiselbafi liberale» Sinn des von Baron KrruLny ycdralichien NuSkruckeS anthenlische AnSkunst zu erbalien. Aut meine offe«, Feaar erhielt ich solgende offene Antwort: Die erste Frage, die <11 lösen. bleibt immer die statSeechtliche Frage, damit die Möglichkeit kergestellt werde, aus Grund deren Grsrtzr ge» bracht und vom gesetzlich gekröiitr» König lauklionirt werden können: dann oder sei die Jubensragr osletbiugS eitle derjenigen. deren Lösung kaum mehr verschoben werden kann. — lind zwar müffr diese Frage derart gelöst werde», daß die Israeliten unsere» Valirlandr» im Bott» zrnuß sämmllich»r politischer Nicht.׳ alle» übrigen LandeSbürgrrn ohne irgend welche Aeschiänkung gleichgestellt seien; e» dürste hierbei weder Eymvatbie noch Aiiilpntlxe maßgebend sein, es handle sich einsach um ein Gebot der Gerechiigkeii. und Recht uud Gerechtigkeit muffen siegen. Odwol nun der ollverehrte Patriot diese Frage von dem Stand» paukt auffaßt, von welchem allein dieselbe richtig deurtheilt undgelöst werden kann, von dem erbadenen unverrülkdaren Slandvunkt der Ge» rechtigkeil, — so unterließ er eS gleichwol nicht, sich gleichseitig über dir patriotischen und uaiionoleu Gesinnungen der Israeliteu Ungarn» «N anerkennender Weise ouSjusprechen. So viel zur Beruhigung Derjenigen. welche in die dieSfallsige Gesinnung unserer waßgedeudeu Periönlichkeiten noch einen Zweifel gesetzt haben." nehmen auch diese dankbar an; ״wenn eS nicht regnet, so träufelt eS doch!" Das politische Wochenblatt unterläßt nicht, hervorzuheben, baß bisher nicht nur die Journale, .sondern auch die sich über Alles verbreitenden Deputirten-Programme — mit wenigen Ausnahmen — die EmauzipationSfrage unberührt ließen. Hierin hat daS Wochenblatt ohne allen Zweifel Recht. Nicht wenige Kandidaten der künftigen Legislatur betonte« zwar in ihren Programmen die gleiche Berechtigung der Religionen, und manche Korrespondenten auöwärtiger Blätter haben dies für ein Volum zu Gunsten der Judenemanzipalion gehalten. Das ist eS aber nicht. Wen« der Ungar von der Gleichheit der Religionen spncht, so abstrahirt er vom Judenthume, und denkt nur an die rezipirten Neligionen. Jene Korrespondenten scheinen vorausgesetzt zu haben, daß die rezipirten christlichen Kirchen einander bereits gleichgestellt sind, und daß mithin jene liberalen Kundgebungen nur auf die Inten Bezug haben können. Diese Voraussetzung ist aber irrthümlich. Die am 5. Okt. d. I. in Pest gehaltene Generalversammlung der evangelischeu Kirche wurde von dem Vorsitzenden, dem Generalinspeklor Baron Gabriel Pro na y, mit einer Rede eröffnet, in welcher nach dem unS vorliegenden authentischen Berichte deS protestantischen Kirchen- und SchulblatteS Nr. 42 die Erwartung ausgesprochen wird, daß sich in Folge der veränderten Umstände die traurige Lage l820morü helyzet) der evangelischen Kirche znin Bessern wenden werde. Auch hat die Generalversammlung den Beschluß gefaßt, vereint mit der reforinirten Kirche, dem nächsten Reichstage die für die beiden Kirchen erforderlichen Gesetzesvorschläge zu unterbreiten. Diese Verhältnisse sind eS, ans welche die Programme hinzielen, indem sie von der herznstellenden Gleichheit der Neligionen sprechen. Diese Gleichheit wurde daher nur vor Wählern verschiedener Glaubenöbekeuntniffe zur Sprache gebracht. Einzelne Kandidaten mögen dabei vielleicht auch an die Inden gedacht haben, die bei weitem überwiegende Mehrzahl that eS sicherlich nicht. Unsere Leser werden eS also hoffentlich vollkommen gerechtfertigt finden, daß ״Ben Chananja" eS unterließ, jene GleichheitS-Enua - tiationen zu registrireu, da dieselben von ihren Urheber« nicht auf die Juden angewendet oder bezogen werden sollten. Wie ist eS aber zu erklären, daß die meisten Kandtbaten der Gesetzgebung die Judenfrage gänzlich ignorirtea f Sollte daS LllenUum Mnim auf eine den «ngarischekk^r^ den ungünstige Weise auSgelegt werden müssen Mangel au Freisinnlgkeit, der die Herren Kaub Ä .MrÄ-,

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