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Ben Chananja · 1865-11-22 · 47 (22.11.1865) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
47 (22.11.1865)
Date
1865-11-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 47. Achter Jahrgang. SaegeDm, Öen 22. itooemfier 1865.,,, Jeden Mittwoch rttchrmr ei« rriLMNsrntiousMlL Ganzjährig 7 fl.,—4 Tblr. 20 Egr.. batbj. 3ft. SO kr.. 2 Tblr. 10 Sgr.» virrrelj. 2 fl. üfl. D. Linzelnt Nammkrn 15 kr. Mau abonnirt tri alles Post, ämtera u. Buchhanbluugen de« In» und Anstande«. Hm MlM-NYA. Mochenklalt für Mische Theologie. Herausgeber oud Redakteur: Ej£:01P<91LIIB Oberrabbiurr zu Szrgrvm. Inserate find an die Sitvaklion IN -,diu. au Herr» LU« Al«.Tie»s in XTan&fact 1. Ä. oder au^ Hrrru.llgiuiz Jltanner Ankergaffr Nr. 10) in Vie»'^ zu sradr». Die LsvaUige Pelitzrilr wirdmu 10 Nkr.^:2 Sgr. derrchn»«^ Die Mze der lMMschen ilflccttjumsfiimfie eine Drinjcnbe itufgaCc imfetet Zeit, ־jjnmlumg eines lvissenichastüch iasmudisihen Hereins. השבחי ימים מקדם שנוח עולמים. Ps. 77, 6. Wie sich der Greis der Zustände seiner Kindheit wieder deutlicher erinnert; wie der in Stamm und Zweigen fortwachscnde Baum zugleich mit seinen Wurzeln sich tiefer in den dunkeln Boden eingräbt: so dringt die reifere Menschheit in ihre eigene dunkle Geschichte wieder ein, so daß jede spätere Zukunft unS von einer ferneren Vergangenheit erzählt. Unsere Zeit enthüllt die Geheimnisse der faraonischägyptischen Welt!,' Der Rückblick der Forschung verweilt entweder bei den beweglichen Ereignissen, oder bei den stationären Zuständen vergangener Zeiten. Ueber jene belehrt die Geschichte, über diese die Archäologie. Die Archäologie ist die Statistik deS AlterthumS. Dem biblischen, hellenischen und römischen Alrerthume ist eine überaus reiche Literatur gewidmet, wodurch die klare Einsicht in dasselbe vermittelt wird. AuL einer Masse von Lehrbüchern und Monografieen kann die Wißbegierde besrie« digenden Aufschluß über daö bezügliche Alterthum schöpfen, und dasselbe gleichsam neubelebt an sich vorüberziehcn lassen. Selbst Disziplinen, welche die AlterthumSkunde gewöhnlich nicht in ihren Bereich zieht, erfuhren eine sorgfältige Bearbeitung; wir erinnern, um nur Ein Beispiel anzuführen, au die biblische und homerische Psychologie. Wie steht eS nun mit der wissenschaftlichen Erkenntniß deS für die jüdische Theologie so hochwich.igen talmndischeu AlterthumS? Hat dessen Erforschung mit der biblischen und klassischen Archäologie gleichen Schritt gehalten? Entspricht die objektive Einsicht in die talmudische Zeit auch nur im Entferntesten dem heutigen Standpunkte der historischen Wissenschaft? Rein archäologische Darstellungen enthalten die dem Tempel und TempelkultuS besprechenden Mischna.Traktate Thamid mit sieben und Middoth mir fünf Abschnitten, sowie einzelne Abschnitte der Traktate Schekalim und Joma. Kürzere Notizen von archäologischem Interesse bieten sich auf dem Gebiete VeS ralmudischeu SchriflthumS theilö verbünde» mit balachischen und haggadischen Elementen, theilS außerhalb dieser Verbindung in reicher Fülle dar. Die Schkiftgelehrten der talmudischeu Zeit waren weit entfernt, sich von der Außenwelt abzuschließen, vielmehrbekunden sie eine genaue Vertrautheit mit den agrarischen, bukolischen und gewerblichen Verhältnissen ihrer Heimat. Manche richteteu ihren Blick nach dem gestirnten Himmelszelte, manche' waren praktische Aerzte, Andere zeigten Interesse für geografische, historische und naturgeschichtliche Spezialitäten. Indem die babyl. Gemara darauf eingeht, bei Behandlung religionSgesetzlicher und zivilrechtlicher Fragen die Abweichung der babylonischen Sitte von der palästinensischen mit in Erwägung zu ziehen'), räumt sie selbst der archäologischen Forschung ein Votum ein. Die Talmuderklärer, namentlich die europäischen, sahen sich in einer anderen Welt, als die deS Talmuds war; Veranlassung zu archäologischen Unter-' suchnngen war mithin in hinreichendem Maße gegeben. Allein in ihrem Gesichtskreise und bei ihren Hilfsmitteln konnten sie ihre Leser nur in einzelnen, zum Verständnisse deS TalmudterteS oder zur Rechtfertigung der PrariS erforderlichen Fällen auf den Unterschied zwischen einst und jetzt aufmerksam machen.") DaS erste hebräische Werk, welches archäologische Studien zum Gegenstände hat, ist daS 1852 von Edelmann neu edirte ״Kafthor wa-Ferach" von Esthori Ha-Farchi, welches 1322 in Palästina geschrieben wurde. Mit wahrhaft wissenschaftlichem Sinne ging zuerst A sariah de Rosst an die Erläuterung einzelner archäologischer und haggad. Talmudstellen. Er parallelisirt die talmud. Sage von der Unterredung, welche Alexander der Macedonier mit den Schriftgelehrten deS Südens pflog, mit der Plutarchischeu Sage von dessen Unreredung mit den indischen Weisen, und stellt manche koSmologische Anschauungen deS talmudischen und klassischen AlterthumS zusammen * *). Sein Beispiel konnte indeß nicht nachhaltig wirken, da gerade in seiner Zeit Pilpul nnd Kabbala sich vereinigten, um die Geister von solider wissenschaftlicher Forschung abzulenken. Gegen Ende deS fünfzehnten Jahrhunderts hatte noch Abraham Sakkuto, Professor der Astronomie iu Saragossa, den Talmud mit kritischem Geiste studirt *). De RofflS ') Beroch. 44. a. Sabb. S, d. D. Me,. 107. &. nnd dir Po» rattetsteNeu: הא לן והא לרזו; Mkg. 28. b.; vrgl. Chul. 13. b. . . .נכרי׳ שבחדל לאו עע״ז הן י) Beroch. 6, a. log. המחסלל; das. 44, a. Tvß. על היין; das. b. Toß. ולבני; bas. (R. Jona;um «tf. 3S. a. Asch,er H. S. Thora Ans. uuv I. Deo 270; Ab. Zara 2. a. Sog. א0ור• 100, b. R. Som. b. Me!r zur Mlschna: 11ילי' לק0ד us. w. *) M. Quajinj Kap. 10. 11. Wiener An«g. H. *) Dessen Zusätze jura Aruch. beim Artikrt קייס \ bi« |n Ende de« Werkes reichend, besitz, ich 01« ,ia feftbJ^'wl&sjT llttine» Freunde«, be« Herrn I. I. Stern in Srly l in. grtrgenttich Auszüge au« tzemsetbru. liefern.-. , , ״

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