Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 45 (8.11.1865)
- Date
- 1865-11-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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821 822 dir zufammeligebören. mögen gemeinsame Angelegenheiten gemeinsam mit gutem rbrlichen Willen beratben werden, ohne Selbstsucht, ebne Neid und kleinliche Rücksichten. damit nicht unter dem Streite der Zu» ״reffen verschiedener Naiionalitälen »Niere schwer errungene Freiheit leide. — Die hohen Festlage sind glücklich vorübergcgangen, die Gol» teSbäuser waren wie gewöhnlich a» die׳'en Festen überfüllt; au Pre» diglen hat es nicht gefehlt. Das Wort Gottes wurde von jedem der Prediger nach seiner Art verkütidet, Chaquc h songout, und dabei bat -»ch die Kritik berufelier und unbeeufener Kritiker, an denen es über, Haupt nicht. inSbesondcle aber hier nicht fehlt, ihr Rech, geltend ge, macht, Vergleichungen angestellt und Lob und Tadel je »ach Laune oder rem Siandvulikre der Partei, der man angchört oder als angehörend scheinen will, reichlich gespendet. Daß es unter dielen Krilikern. die sich sür berechligl ballen, ihr Urtheil ausznsprechcn. viele gibt, die überbaupt .'eines selbstständige״ NrthcilS fähig sind, sondern das uachspre« chen, was ihnen von Individuen ibrcS Geschmackes Iliid Uwes Vcr« iraucnS voegeiagt wird und viele gar keine Alniling haben, was eine jüdische Predigt sein soll und was von dem modernen mit dem Zeitgeist und den Ailsorderuiigen unserer Zeit verlrauici, ehrlichen Prediger billi« geeweise verlangt werte:, darf, brauche ich Ihnen kaum ,!! sage». Was die Einheit der Lilurgie anlangt, wie sie liier in den verschiedenen Sy- «agogen beim Gottc-dirnst zur Anwendung kommt, dürfte manches zu bemerken, manches zu rügen sein. Jeder der hier angcstellten Prediger glaubt seine Geineinde nach ieuier Face» erbauen zu müssen unb dem Himmel näher zu bringen. Doch davon ein anderes Mal. (Schluß f.) L. Aue Ealijicn , im Oktober. Mil Beginn des Iieiicn Jahres nach jüdischer Zeitrechnung geziemt sich .vol, ei» ernstes Wort über die Angelegenbeiien der Israeliten diesseits der Karpathen zu sprechen. Vieles, sehr Vieles ist faul im gaUzischcn Israel und ich köniite einen Foliaiiien ansüllen, wollte ich alle Mängel desselben berühren. Nehmen Sie für beute mit folgenden Noü,cn vorlicb. Unsere Lage hat sich in politischer Äeziehnng weder gebessert »och verschliuimert. Die kurze rhängleit des eisten galizischc» Landtages und die plöpliche Schließung des zweiten koitiuc das hier so noldwendige Gcmeilitcgcsetz nicht ms Leben nltrn. noch war derselbe in der Lage, üdee die Vesipsätiiakci, der Juden irgend welche» Beschluß zu fassen, nud die beim erfien Landtage durch die galizlscheu Dcpuliricn Lamelichn . Markus, Dr. Lazar Dubs. W. Wallicr überrcichlc Petition wcgin Gleichbercchtigiiug der galizi» scheu Inden wurde an den LandlagSauSschuß gewiesen, der bis nun »lchi i.i dcr Lage war, bierüber Bericht zu crstai>c1>; dagegen hat sich liniere Lage ui inaicrieller Bezichunz ul schrcckcucrrcgruter Welse perschlimmen. Dcr PauperiSuins hat hier seine höchste Höhe erreicht. wcShalb der EhaßltiSmuS und laS Muckcrlhum seine schönsten Triumphe stiert. Wäbrcnd hier zu Lande aller Handel in- Stocken gcricih. blüht und gedrillt anl'S schönüc der Weizen der gallzische» Wiiuderrabbis. die wie Pilze aus der Erde heerorschieße», zu und reue» Walltaheten ans aller Hcrreu Lände! eu muLsv angcstilli werten. Zu dem allen Hai sich aber die Furch! vor Fcucrsbrunst allrr Gnnülhcr bemächtigt und dlc »Ruhe a»S im sc ec e Mille v.rschcilchl. Die großcn FeilcrSbniiisle in Kolonica, Buezaez. Hoeorcirka, Natworna, El'oroülow. Dcliua re., wodurch tau« sende unicrer GlaubciiSgenosskil an den Bettelstab gebracht wurde», gaben dem Wahne Raum, daß eine Verschwörung gegen die Habe der Jude!, eristire. Das Schnoreerihiini hat sich furchtbar entwickelt und appellirt unter Vorgabe der Abbrändler an die jüdische Miidthätigleit täglich bekommt man 10—20 solcher Gäste ins HauS »nd oft muß so ein armer “"2, bei dem das Elend blos mit einem leichte» Firniß von einstigem Wohlstände überzogen ist. sich und seiner Familie so Manches versagen, um den Flüchen dieser Prolelarier zu entgehen. Denn mit Ungestüm werde» von denseldcn die Almosen adverlangt, und wagt Ze« mant. ihnen solche zu verweigert», so wirb ihm eine hübsche Portion Flüche ins Gesicht geschleudert. Die wirklichen, aber vrischämlen Armen Kingcgcu gehen oft jämmerlich zu Grunde, weil selten in irgend einer galizt'cken Statt ein ordcutlicheS Armenweten organisirl ist, das ver, schämlk» Arme» zu Hilfe käme; der Geist dcr Zerfahrenheit ist unter Len galiz'.schen Jude» heimisch und läßt keinen Gcmeiitstnn auskowmen. Unsere Bcthäuler find in Heulstubcu umgewandekt wordeu. nicht einmal die Stimme des die Gebete rezilircnden VorbeterS kann vernom« men werden; denn rS wird Va>elbst gleichsam um die Welte geschrieen und verschiedene Ererzilien wie allen Kcrpcrgliedern vorgeoommeu. mit einem Worte die chassidische wilde Bciweisc ist bereits in ganz Galizien zu Ehren gelangt. Man raucht, trinkt und ohrfeigt sich gegenseitig in der Klause und diese Miuhagim sinden allmälig Anklang in allen Bet» Häusern. Die selten gewordenen Lomdim. die dem orthodoreu Juden« lhume angchört», sehen mit Gram und Betrübniß diesem Treiben zu, können demselben aber kein Halt mehr gebieten, -weil der Chassidismus ihnen über den Kopf gewachsen ist. Ignoranz. Aberglaube. Arroganz und Fanatismus kennzeichnet» tieft Sekte. Man braucht nicht« zu ler« neu. noch etwas zu wissen, wenn mau nur lange Peoth und TaliSkata» tragt, die Mikwa fleißig besucht und gegen die Bildung eifert, so iman sicher, unter die Frommen seiner Gemeinde gezählt zu werden und gelangt zu Ansehen und Ehren. Schulwesen. ק*- Fünfkirchen, im Oktober. Auf tiorr Durchreise in Mohne/ besichligleli wir die dortige >!r. Schule und waren von den Ltlstllligea der Lehrer und Schüler sehr überrascht. Herr Rabbiner Grün» Wald, den seine Gcmrliidc hochverehrt »nb liebt, ist Direktor der Anstatt und scheut keine Mükc, taS Wobt derselben zu fördern. Die Herren Lehrer Markus, ehemals in Vcßprim und Herr MaiSleS, zwei für ihren Berns erglühende Männer, leisten Ersprießliches. Bedauerlich aber ist rS, daß die Prioallehrerin Frau Markus nur so wenig Schü« leriiiiien in der Haudarbell zu »nleerichlcii hat und die halberwachsenen Mädchen gänzlich ans dcr Schule bleiben. Bei der uns bclaiinien Ltbrerferundlichkeit des Herrn Rabbiner« Grünwalb muß uns solgender Vorfall merkwürdig und überraschend Vorkommen. Als Sludicndlrcklor Herr Dr. v. Kubas in MokäcS an« wesend war und die Gewcgenlicit Halle, die ifr. Schule zu besuchen, fand er diesrlve sehr gut bestellt Er berief de» Herru Rabbiner und den Heren Vorstand sammt de» Hcrecii Lehrern zu sich, fragte, wie der Borstand mit den Lehrern imd diese mit dem Vvrsiande zusriclen sind, und beide Parleiii, ipeachr» sich gcgenseiiig sehr günstig aus. Hieraus forderlr Sc. Hcchwohlgebore» de» Borstand auf. darum eiiizukommen, daß die Lehrer ihre Dekrete von der Sialthalterci bekommen. Dieser Auffordcnliig kam der Vorstand erst dann nach. als der Obcrdirektor denselben hicezi, remalnilc. Kurz nach dem Einecichen des Vorständeum diese Gnade (!) langten die Dekrete der Lehrer an. und zwar zum Direktor, dem Herrn Rabbiner, dcr den Vorstand und die Lehrer berief und ihnen die Dekrete vorzcigic. Dcr Dorstauv sprach die Lehrer an und tagte: Meine Herren! Sie sehen die Dekrete, sie sind in uoseren Hände». Wozu sollen Ihnen diese Dekrete, wir werde» sie ihnen auibewadren, wenn sic sernerdl» io fleißig und thätig sein werte», werden wir Sic chuedics niLl eullasic». Dieses Verfahren dcr MckäcSei Gemeinde kommt uns souderdar vor. *) •) Es wird aber die Zen komme», wo j'idische Lebrcr sich vastkommen damit begnügeil werden. K o mm u na lbcamie zu sein Red. Bcnlcrkungcn. Hirni I. L. in Gr. K. Die Broschüre ist mir später zugekom» men; sie wirb nächstciiS anzezeigt werben. Heien N in Kaposvüe. In der näckstc» Nummer. Ich bitte sortzufahren. — Herrn De. G. i» L. H.ezllchcii Dank. Ich erwarte den zweiten Artikel. AuS Mangel an Rau», mußlcii mehrere Korreiponbeiizen für die nächste Nummer zueückgelegt werden. Berichtigungen. In niciiicm Artikel Nr. 13 d. Bl. biltc ich folgende Druckfehler zu verbessern. Die neue Synagoge wird nicht in Landau, sondern in London gebaut. Der »Rabbiner Acker ist nicht der Schwiegersohn, sondern der Sohn des großbeitlanischen LanveSrabbincr«. R. S. 782. Z 6 von unten lies sruchibar. nicht unfruchtbar. Inserat. .חנוכה &״״ שבת Dir Untezeichncren empfehlen ihre sür alle Sorten Mineralöle eingerichieieo Lampen mit!1212 in Goldschrift, in seiner und ordinärer Ausstattung. ש2ת Lampe» in Messing und Brovce mit drei bis sechs Flammen. Muster stehen gegen Nachnahme zu Diensten. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Bretten, im Großherzogthume Baden. <2-4, 6. Beutenmüller & Comp. «»'«»>»׳ i SriPlI«, Stlb-vcrlaz -rr Stdaltkio». ׳ Lommisstovr-Vertag von Frau; Wagner. Druck von Eigmunv Burger in Szegediu.