Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1865-11-08 · 45 (8.11.1865) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
45 (8.11.1865)
Date
1865-11-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2542917-2543219-2543265--4470-2548450
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

13 45. Ächter JflljtpHg. Zrden Mittwoch tri'dmiu (in Bogen. Pränumerationapreis Ganzjährig 7 ff.,~4 Tblr. 20 Sgr.. batbj. 3 fl. LN kr.. 2 Tblr. lO Sgr., virrretj. 2 fl. oft. M. Einzelne Nnmmern 15 kr. Man abonnirl bei allen Post» ämter» n- Buchhandlungen de« In- Mid Auslandes. 5zege!lm, Och 8.3T0Dcn16er 1865. He« Ärmmyrl. TOndjniGlatf für jüdische Theofogie. Herausgeber und Redakteur: E>S:0]La<9Xi^]> L.ÜW, Obcrrabbiner zu Szegedm. Inserate.. find an dir Redaktion' rn Sze» getin, an Herrn flff« Hl«!!«» in /rankstkl «; Jff. oder au H-rrn.3gnnj Nrailner (kleine Ankergaffe Nr. 10) in Me» zu senden- Di« 2>'valtigc Petilzeilt wird mit 10Nkr.1^2Sgr. berechnet Die ״Kamen Ö c r י) Nach Geschichte und Halacha. Bon A. Sl.rn, BezirkSrabb. u! Lengyel-Tütl. Namen sind an und für sich nichts anderes, als Untcrscheidnngszei'chen zu in Gebrauche der Menschen für den ganzen Haushalt der Schöpfung. ״Und Adam gab Namen allem Vieh nnd dem Geflügel dcS Himmels und allem Wild des Feldes״ (Genes. 2, 20.). Alles, was allein steht, ungepaart, ohne seinesgleichen, dafür braucht es keinen Namen zu geben. Die absoluteste Einheit ist Gott, waS wir von ibm Namen neunen, sind blos Bezeichnungen von Eigenschaften. ״Wie dein Name Gott, so ist dein Ruhm." (Pf. 48, 11.) Die Heikenwclt, die an verschiedene Götter geglaubt, mußte auch Namen für diese haben, ״Und wenn sie sprächen, wie ist sein Name, was soll ich ihnen sagen? Und Gott sprach zu Mose, ich bin eine ewige Einheit." (Erod. .8, 13, 14.) So zeigt der DegriffsauSdruck □ש Bezeichnung (nach GeseninS von £:יש arab. bezeichnen) und das Verb קרא rufen, hiermit immer in Verbindung, die eigentliche Bedeutung des NamenS. So Nomen, eigentlich Gnomen von?ןי״יס׳י Kennzeichen (nach Scheller) oder von nosco Kennen (nach Geien ins), davon daS deutsche ״Name." Als Gattungsname bezeichnet Adam daS Menschengeschlecht. ״Und er nannte ihren Namen Adam am Tage ihrer Schöpfung (Genes. 5, 2)", nämlich der Schöpsung aus Erde א־ ביה. Und wie gleich die ersten Vibclnamen zeigen, daß dieselben keine ftuinmen Unlcrscheitungsicichen waren, daß aus ihnen vielmehr heranSsprachen Eriuncrungen, Empfindungen, Tröstungen, Hoffnungen, Bestimmutigen, daß sie entweder waren Denkmäler einer Bergangenheil, oder Bilder einer Zukunft, so ging daS mit den Personennamen mehr oder weniger durch die ganze Bibel- Periode, und weit hinein in die Zeit des Talmukö, nnd nachher bis hinein in daS 16. Jahrhundert, wo die Nameuschöpfung geschloffen worden; immer sieht man an unzähligen Namen eine poetische Ater. Und er nannte seinen Namen Jedidjah, Liebling GottcS (Könige 2. 12, 25). Und der Name seiner Mutter Ehefzi bah, mein Gefallen ist an ihr (das. 2, 21, 1). Er nannte die eine TageShrlle, die andere Kaßia, die andere Schminkdöschen (Job 42, 14. S. Raschi das.). Nennet mich nicht Noami, die Liebliche, sondern Marah, die Betrübte (Ruth 1, 20). Lieblich ist dein Name, und lieblich sind deine Lehren (Gittin 7, b). Du heißt Schalman (von Schalom, Frieden) und friedlich ist dein Unterricht und du machest Frieden unter den Jüngern (Berachoth 39, b). Wie sehr ein sinniger Name beliebt war, zeigt eine Kontroverse zwischen zwei Zaducäern, Freude und Wonne genannt, über den Vorzug ihrer Namen (Suka 48, b). Ein Manu hatte mittelst Gelübde sich versagt den Umgang mit seiuem Weibe, bis er etwas Schönes an ihr finden werbe. Nach langem Suchen versetzte Rabbi Jömael, vielleicht hat sie einen schönen Namen; als dieser gefunden war, wurde der Manu seines Gelübdes enthoben ') Au« meinem Merkchen Hebräisch-deutsche« Nawenterikon" II. Theil, Einteilung. Gegenwärtig noch Manuskript. (Ncdarim 66, b). Wieder zeigt sich frühzeitig und spät nachher eine Scheu vor unästhetischen Namen, und gewissermaßen eine Furcht vor Namen düstern Sinnes. Etwa umsonst heißt er Jaakob, hat er mich nicht schon zweimal überlistet (Genes. 27, 36 nach OukcloS)? Wie sein Name, so ist er; er heißt Nabal, Verworfener, nnd Verworfenheit ist ihm eigen (Sam. 1. 25, 25). Würde sie nicht heißen Delila, Zerstörerin (Nicht. 16, 4), sie müßte Deliba beißen (Sola 9, b). Geisteövorzug steht Weibern nicht gut an, daö verrathen bei jenen zwei Frauen ihre häßlichen Namen Debora (Biene), Eyulda (Wiesel) (Megilla 14, b). Der Name der Gottlosen venves't (Sprüche 10, 7), will sagen, man nennt nicht nach ihrem Namen (Joma 36, b). Es widnstrebt dem väterlichen Gefühl deS Jaakob. seinen Sohn Bcn-Oni, Sohn meines Schmerzes zu heißen (Genes. 35, 18). Aehulich, die Furcht deutlich auSgedrückt: ״Seine Mutter gab ihm den Namen Jaabcz, sagend, ich gebar ihn mit Schmerzen. Und Jaabez rief den Gott Israels an, wie folgt: O möchtest du mich doch segnen und aus dem Bösen (dem Namen) machen, daß eS mir keine Schmerzen bringe ,Krön. 1. 2, 9—10. Berg. Biur von Jos. Weiße). N. Me'ir fürchtet einen düstern Namen, er trauet dem Wirthe seine Börse nicht an, er kehrt nicht ein bei ihm, weil er einen düstern Namen führt (Joma 83, b). R. Eleasar will den Einfluß der Namen, auf Charakter auö der Bibel beweisen (Berachoth 7, b). R. Jizchak will durch Bibelbelegc in Namcnänderung Schicksalsänderung finden (Rosch Haschanah 16, b), woraus sich im 15. Jahrhundert ein Nemcdium für gefährliche Kranke hcrausgebildet hat (Jore Dea 335, 9). Die Geschichte zieht auS all dem den Schluß, daß die Phantasie thälig war bei Bildung der Namen. Diese Thätigkcit zeigen auch neuhebräische und aramäische Namen, wie Emunah, Ehajim, Mcwaßer, Maschiach, Menucha, Ncchama, Jonuob, Masoltob, Tabjome nnd unzählige fremden JdiomS, für die wir, zum Verständuiß der rabbinischen Namenregister, ein eigenes Tableau geben. AuS allen Naturreichen hat die Phantasie für Bildung der Namen Material entlehnt, Thicre, Pflanzen, Mineralien figuriren als Namen; Eigenschaften, Tugenden und Laster, Prodnkte der Kunst, GlanbenSobjekte, mythologische Personen, daö hohe Sternenzelt, alles wird in dieses Bereich hineingezogen. — Und die unzähligen Namen der Bibel, die für unö dunkle Figuren sind, auö denen sich nichts herauölesen läßt, sie sprechen wieder allesammt die Negation dessen auS, daß eS im biblischen Judenthume Sitte gewesen wäre, die Namen zu vererben *), und daß die darin sich heute aussprechende Pietät als solche von den Altvordern wäre gekannt worden sein. Für Letzteres spräche wol der buchstäbliche Sinn deS die Leviratöehe betreffenden PassuS. ״Und der erste Sohn, den sie gebärt, soll den Namen des verstorbenen Bruderbeibehalten (Deuteron. 25,6)"; aber gegen diese buch - stäbliche Auffassung streitet daS Schriftwort^RM-׳H, 10, - MM י) Mein gelehrter Freund, Herr S. r.Brill^ff^Vzss^ruffeffor in Pest, wachte mich aufmerksam aus Raschi Keelb^17A,6׳^H,,«lich hiuzusügend, daß Raschi in der Obronik für avvkrvvdKch/HeMtrlkwird. Davon abgesehen, finden fich ähnliche uurichligr KoNekiwiMYlen in der Ehrouik, wie 1. 5. 35—36. 6. 19-22.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.