Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 44 (1.11.1865)
- Date
- 1865-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 44. Ächter Fahrgang. 3«bcn Mittwoch «scheint »in krLamllorLtioiwxrsiL Ganzjährig 7 < Tblr. 20 Egr.. bald:. 3 fl. SV kr.. 2 Tblr. 10 Sgr.» virrletj. 2 fl. öfl. W. Einzelne Nummern 15 kr. Mau abounirt bei allen Pofl, ämtrru u. Buchhandlungen de- Zn« und Auslandes. Szegedm, den l. Kommker 1865. Ne!r EkMMM. Mochenßlatt für jüdssche Theologie. Herausgeber und Redakteur: ILIEOSPOXiB» L.6L w. OderrabL;u:r zu Szegediu. Inserate - ׳' find au dir Nedaktio» in Szr-' gedin. an Heren flkk» Dille»-' iu /ranfifarl a. W. oder a«r Herrn.3ßna{ Branner (fleloe Aukergaffe Nr. 10) in Me»' zu senden. Die 2spaltige Petitzeile wird mit 1VNlr.^12Sgr. berechnet Um einem vielfach knndgegebenen Wunsche Genüge zu leisten, wird ״Ben Chananja" im nachsten Jahre hoimlelijche »nd didaktijcheMilagm bringen, welche Arbeiten von hervorragenden Kanzelredncrn und Schulmännern enthalten werden. Die Beilage wird Anfangs regelmäßig jeden Monat, bei gesteigerter Thcilnahme öfters, wo möglich jede Woche, erscheinen. Da wie bisher, so auch in Znkunft, nach Maßgabe des die Veröffentlichung dringend erheischenden Materials auch sonstige Beilagen erscheinen werden, sehen wir uns geuöthiget, die ganzjährige Abonncmentsgcbühr auf acht Gulden festznsetzen. Für Rabbiner und Lehrer wird die Gebühr auf sechs Gulden ermäßiget. Szeged in, 1. November 1865. Oie Ncdliktion. Zur .)iahhüiersemmarsralje in Jliigani.*) VII. Sktrachlmlgen über den Organisations-Entwurf. (Schluß.*) Deurlheilung deS Entwurfes. Um den vorliegenden Entivurf unparteiisch berrrtheilen zu können, muH man sich vergegenwärtigen, daß derselbe weder die italiänischen, noch die französischen Einrichtungen berücksichtiget, sondern ausschließlich daö Breslauer Seminar zum Muster und Vorbilde nimmt. Da diese Thalsache in die Augen springt, so fragt man billig: Warum scheuten sich die Urheber deS Entwur« feS, dies als Empfehlung ihrer Arbeit unumwunden aus« zusprechen? Zn dem Begleitungsschreiben deS Entwurfes sagen die» selben, daß ״sie sich einer eingehenden Morivirung enthalten, und auf die Versicherung beschränken, daß sie bei der Ausarbeitung deSselbeu sowol den Anforderungen der Wißen« schaft selbst, alö den religiösen Bedürfnissen und den berechligleu Ansprüchen der lsraelitischen Gemeinden an ihre Rabbiner in allen Punkten gerecht zu werden, aufs Gewissenhafteste bestrebt waren." An der Aufrichtigkeit und Treuherzigkeit ') S. vor. Zhrg Nr. 45. 46. 47. 48. d. Zhkg. Nr. 1. 2. 3. 35. 36. 37. 38. 38. 40. 41. dieser Versicherung ist auch gar nicht zu zweifeln. Allein diese Tugenden reichen offenbar nicht hin, eine Regierung und überhaupt denkende Leser von der Trefflichkeit eines GesetzeS zn überzeugen. Dazu ist eine gründliche, eingehende und einleuchtende Motivirung erforderlich. Sollte nun aber eine solche nicht geliefert werden, so wäre eS ja jedenfalls angezeigt gewesen, offenherzig zu erklären: Beiliegender Ent« Wurf ist nach dem Programme und den Jahresberichten deS Breslauer Seminars bearbeitet, und haben wir unS nur einige unerhebliche Modifikationen gestattet. Da nun daS Breslauer Seminar seit einem Jahrzehent blüht, und der Besuch desselben auch Zöglingen auS der österreichischen Monarchie gestattet ist; so halten wir unS berechtiget, den Entwurf der Regierung zur Annahme zu empfehlen. Ja die theologischen Vertrauensmänner hätten sich, — vorausgesetzt, daß die Einrichtungen deS Breslauer Seminars als maßgcbcnd gelten sollten, — noch viel kürzer fassen und äußern können: Bei der Gründung, Leitung und den Leistungen 'deö zu gründenden Seminars diene daS Breslauer Seminar, von welchem Programme und Jahresberichte gedruckt vorliegen, zur maßgebenden Richtschnur! Unter der bereits angedeuteten Voraussetzung wäre eine solche kurze und bündige Aeußerung wol zweckmäßiger gewesen, alö der auf so viele Spezialitäten eingehende 88 88. enthaltende Entwurf. Der Grund dieser Zweckmäßigkeit ist nicht schwer einzusehen. Alö Dr. Frankel zum Direktor deS Breslauer Seminars gewählt wurde, übernahm er die Ausarbeitung deS Lehrplanes, natürlich nur in dessen Grundzügen, da die be» züglichen speziellen Bestimmungen erst anS dem Schoße der Erfahrung hervorgehen können. Dr. SachanS Berlin und Dr. Beer auS Dresden wurden von ihm mit zn Ralhe gezogen. Selbst die Initiative in der Wahl des zunächst für die jüdischen Wissenschaften anzustellenden Lehrerwurde ״selbstredend" dem Direktor überlasten. Da nnn die Verfasser des Entwurfes mit Recht viel Gewicht darauf legten, daß der zu berufende Direktor eine literärische Notabilität sei, so ist eö unbegreiflich, wie sie sich entschließen konnten, diese Notabilität mit einem, nicht den geringsten freien Spielraum lassenden Lehrplane zu fesseln, und demselben — um nur ein Beispiel anzuführen — vermittelst deS von der Regiernng zu sanktionirendrn Entwurfes (§. 16) befehlen zu lassen, daß er den Talmudunterricht mit dem Trakrat Baba Mezia beginnen müsse. WaS soll geschehen, wenn eS die Notabilität nicht zweckmäßig findet, mit Baba Mezia den Anfang zu machen? Soll der Entwurf etwa bei jeder Modifikation der Methode von Dikasterinm zu Dikasterium wandern, damit die Suspension der bezüglichen Paragraphe vermittelt werde? Allerdings trug auch Dr. Frankel nach Eröffnung deS Seminars der o b e r a Abtheilung den erwähnten Traktat vor, und der Entwurf ist insvferne orjäinell, als er denselben der untern Abtheilnng zuweist / welcher in Breölau mit dem Traktate Peßachim angefaüW^ wurde. Aber selbst die Lehrer am Breslauer Seminar^nd׳' ' wol weit entfernt, ihr einmaliges Vorgehen als Norm'fsih alle Folgezeit auzusehm! Ebensowenig fiel eS den Grün-'