Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 41 (11.10.1865)
- Date
- 1865-10-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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׳727 Prfl, Ofen uud Allofea Deralhung gepflogen worden. Dorfltzeoder war Herr Direktor Lederer, welcher nach Verlesung de« Aktenstück,» vor allem di, Frage erhob: welche Eigenschafleo wol diejenige Persöulich, feit besitzen muffe, weiche an die Spitze de« so wichligen Vereine« treten soll? Und nach kürzeren AuSeinaudersetzungeo bestimmte man fich für folgende (vom Dirigenten Kohn empfohlene) Qualifikation: Ehrenhaf, ligkeit, allgemeine Bildung, Popularität und Ansehen bei den hohen Behörden. Nun forderte der Vorsitzende auf, der Qualifikation entspre. chende Persönlichkeiten in Vorschlag zu bringen, welcher Aufforderung auch reichlich entsprochen wurde; nichtsdestoweniger konnte blo« über drei Persöulichkciten eine ziemliche Einigung erzielt werden. Einem so, fortigen Beschluß zufolge werden denn auch die drei vorgeschlagenrn Persönlichkeiten vorerst konfidenzialiter der Reihe nach befragt werden ob sie zur Annahme der ihnen zugcdachten Würbe bereit wären, und erklärt einer derselbeu seine Zustimmung, wird ihm der Antrag durch eine entsprechende Deputation ämtlich übermittelt. Wann die erste Generalversammlung stattsinden soll, ist vorläufig noch »ich« besprochen worden, ich für meine Person erlaube mir hiermit die Halbseierlage de« nächsten Osterfeste« vorzuschlagen. Dielen der ge, ehrten Kollege» bürste wol ein früherer Termin erwünscht sein, doch wolle man bedenken, daß vor allem die nun zu veröffcnliichcnbcn Statuten von den Interessenten eingehend geprüft werden sollen, daß r« ferner höchst geboten sei, die Gemeinden über die Angelegenheit aufzuklären und sie für dieselbe zu gewinnen: die« Alle« kann aber nur im Wege der Presse, namentlich der nur einmal in der Woche erscheinenden!üblichen Blätter geschehen, ein Umstand, welcher meinen Termin als gewiß nicht zu svät erscheinen läßt. Im Jahr, 1861 halten wir hier, wie männlzllch bekannt, auch eine sogeuannte jüdische LandeS-Lcbicrversammlung; (Schreiber diese« hatte die Idee dazu im ״Izr. magyar egylet“ zuerst angeregt): doch wo sind die Resultate derselben? Zsl auch nur ein Jota von den wol parographirten Beschlüssen der damaligen Versammlung zur Wahrheit geworden? Ja woher kommt e«, laß die?ehrerversammlung von 1861 ein so vollständiges Fiaüko gemacht? Manche werden wol sagen, dte inzwischen cingetretene Reaktion sei l era» Sckuld; Loch dies ist falsch, denn man muß der gefalleuru Rl> gicrung das Zeugniß geben, daß sic der nationale» Richtung und Ströniung in der Schule wenigsten« eine» weilen Spielraum ließ, und warum sollte sie in jüdischen Schulen da« behindert haben, wa« sie in christli» chen willig geschehe» ließ? Doch nein! die Lehrerversammlung von 1861 batte ihren Mißerfolg selbst verschuldet. Denn anstatt die BcralhungSgegenstände zeitig festzustellc» und sie von den Betheiligten mit Muße prüfen zu lassen, improvlsirte man Knall und Fall eine Quasi-Lchrerversammlung, an der sich akleiiiallS auch Lehrer bethciligten. wo aber den Ausschlag mir nichlcn die Lehrer gaben, und so geschah c«, daß linier Degcngeraffel und Svorcugcklirre Schulgesetze und Verordulingen zu Stande kamen, welche den faktischen LcrhLItuisscn nicht entsprach:,! und daher von der Behörde auch nicht verwerlhct werden konnte. In diesen Fehler darf aber die bevorstehende Lehrcrversainmllina nicht abermals verfallen. Darum keine Hast, keine Ueberstürzuug, meine wackere» Kollegen, son« Lern gönnen wir der uns allen so lheuere» Angelegenheit die nolhwenbig, Gälirung und Klärung. Bi« Ostern denn gewartet! und möge das Fest der Befreiung der Israeliten zugleich auch zum Feste der Erlösung von schweren Sorgen — für die jüdischen Lehrer werde». Pest, im Oktober. Von Herrn L. M. Bauer, .dem uuermüdliche» Arociler aus dem Felde der Pädagogik und der Schulllieraiur sind soeben im Verlage der Herren Gebrüder Lauffer in Pest, Waiznergaffe Nr. 6. folgende Schulbücher erschienen: 1) Magyar Tdrsalgiisi Nyelvtaa (Nugarische Konversations-Grammatik.) 3. verbesserte und stark vermehrte Auslage. Preis: broschirt 56. steif gebunden 60 Nkr. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, daß die llngaiisiruiig von beinahe 50, Hauptichnlen nebst dem Flciße der. ungarischen Klassenlehrer dem Lehrgänge der Baner'schrn Grammatik. 'deren in vielen tausend Eremplare» erschienenc» zwei Auslagen in kurzer Zeit vergriffen wurden. zu verdanken ist. Es uulcrliegl somit keinem Zweifel. daß dieses Sprachbuch in seiner 3. Auflage, die nicht nur Erläutern ugrn und Hebungen, sondrr» vorzüglich mit der Satzlehre, welche der Herr Verfasser nach dem neuesten Standpunkte der ungarischen Sprachwisscnichaft dem Bedürfnisse der Volksschulen mir großer pädagogisch -ditakti» lcher Geschicklichkeit anpaßle, ferner mit Idiotismen, Wü» scheu und Gespräche» vermehrt ist. gewiß eincu noch größer» Verbrei׳ tungskrriS finden wird. — 2) Neue Geografie II. Theik. Spci'elle Geografie de« österreichischen KailerlhumS und des König, «ich» Ungarn, in deutscher uud ungamcher Doppel-AuSgabe. Schau über den I. Theil, nämlich über die allgemeine Geografie des Herrn L. M. Bauer haben wir von in- und ausländischen Geografen die gün. Tzegedin, Srlbflvrrlag der Ärtaktlo*. 728' stigflen Urlheile vernommen, und wir find dessen gewiß, daß dlese «spe» zielte Geografie", die in zweckmäßigstem didaktischen Tone gehalten, a» Plan und Ausführung der «allgemeine»" vollkommen gleich, so recht da« Geografisch-wissrnschastliche über alle« berücksichtigt, bei allen Leh« rern der Geografie an de» Haupt, und Mtttelschuleu fich der besten Aufnahme erfreuen wird. Abr. Königsfeld. Hauptschullehrer. M. Lovaöbervny, im September. Die isr. Gemeinde zu LovaSberöny gehörte vor nicht gar zu langer eutrückter Zeit zu den be, deutendsteu unsere« Vaterlandes. Doch die zu Anfänge des vergangenen Dezenniums aufgrgangene Freiheitssonne, die so manche Fessel verrotteter Bornrtheil, zerbrach, den Israeliten so manche« Thor erschloß, schlug drr brefigen Gemeinde unheilbare Wunden, denn die Begüterten kehrten ihrem Geburtsorte den Rücken, nm in den neu rrschloffeuen Städten, die dem Verkehre uud Handel günstiger sind, ihren dleldenden Wohnsitz zu nehmen, so daß die gegenwärtige Gemeinde kaum rin Schatten ihrer einstigen Größe ist. Aus ihrer glanzvollen Periode besitzt die Gemeinde eine im Jahre 1815 gegründete Normalschule, welche 1854 zur Hauptschule erhoben wurde. Die finanzielle Lage der Gemeinde kann bei diesen Verhältnissen keine günstlge sein und e« ist bewunderungswürdig, mit weicher Opfer» Willigkeit die Gemeinde bestrebt ist, diese Lehranstalt zu erhalten, aber die noch immer forldauerndc Abnahme der bemittelten Gemeindrmitglieder hat die fernere Eristenz der Schule ernstlich bedroht. Die Gefahr ist aber theilweise beseitigt, den» dem Eifer und der Energie des seit vier Jahren in der schwierigsten Zeit an der Spitze der Gemeinde stehende und um das Wohl derselben hochverdienten Vor» strherS Herrn Leopold Weiß ist eS gelungen, von der hoben k. ung. Stattkaltcrei aus dem isr. Schulsoude eine jährliche Subventiou von 300 fl. auf die Dauer von drei Jahren zu erwirken. Auch darf ich nicht unerwählit lasse», daß die am 17—18. d. M. abgekaltcnc Jahreöprüsnng glänzend ausfiel, wir wir solches von dieser vortrefflichen Schule seit einer Reihe von Jahren gewohnt sind. Inserat. Vollständig ist jetzt erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: ת ו ר ה Der Pentatettch, Die fünf üiichcr Mosis nebst Haftaras tut hebräischen Terle mit deutscher Uebersetzung, fortlaufender Erklärung und homilelisch brauchbaren Anmerkungen. ׳ HcrauSgcgcbe» von Dr. Salomon Herxheimer, herzoglicher LandrSrabbincr zu Anhalt-Brrnburg. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage, gr. 8. drosch. Preis 3 Thlr. 10 Ngr. Die Anlage des Werkes «st hinlänglich bekannt, es bringt neben dem hebräischen Tcrie die geglnübcrsteyeude deutsche Uebersetzung. einen umsasseiideu keltischen Kommentar und außerdem homilriischr benutzbare Anmerkungen. Der Hohr Werth lind die Brauchbarkeit birser Prutateuch-AuS» gäbe nicht nur für Rabbine» und Lcbrrr, sondrru auch für jrdrn Er» bauung snchrudcn Jsrarliten ist längst aiierkanul nnb findet dte beste Bestätigung in dem raschen Verbrauch der zwei testen Auflagen. E« wird de-balb auch diese soeben vollendete neue dritte Auflage, die uamcnllich in dem Kommentar und den Aumrrtungen vielfach verbessert und vermehrt ist. aufs Neue wieder eine willkommenr Aufnahme finden, um so mehr, als die Vcrlagshaudlung bemüht war, drin Werke eine seiner hohen Bedeutung würdige Ausstattung zu gebe» und dabei doch einen Preis zu stellen, der nur in der Voraussicht einer regen Theik, nähme möglich war. So möge denn an die Herren Rabbinen, Lehrer und dir Schul» Vorstände die Bitte gerichtet srin, für die Verbreitung de- Buche», wel, che» in keinem israelitischen Hause fehlen sollte, auch fernerhin nach Kräften zu wirken. Leipzig, Somwisstooi-Verlavon Franz Vag »er. Druck von Sigmuud Burger i» Gzrgrdiu.