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Ben Chananja · 1865-09-13 · 37 (13.9.1865) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
37 (13.9.1865)
Date
1865-09-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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j. 3. Wenn «in Zweifel über den wahren Sinn irgend eine« Theilet der Konstitution und der allgemeinen Gesetze entsteht, so wird die richtige Deutung derselben nach dem englischen Tertr erklärt. & Pari«, im September. Dir oeihodorr Partei, welche vor einigen Jahren gegen die damal» stattgrfuodene Rabbinerkonferenz Pro» teste nach Frankfurt am Main sandte, läßt jetzt von Frankfurt au» für dro Kalmarer Großradbin,r Klein, den französischen Hirsch. Reklame machen, um die Wahl desselben zum Nachfolger Ulmann« durch,»setzen. Die Reklame hat jedoch dem Herrn Klein mehr geschadet. al« genützt. K. Frankfurt am Main, 4. September. Heute befinden sich hier: R. Soser au» Prcßdurg. R. Damberger au« Würzburg und: אהרון וז2יב Dr. Frankl an» Breslau. R. Soser führt seinen Scho, chet mit sich und genießt keine andere Fleischspeise, als da« von dem» selben geschlachtete Geflügel. Er trinkt keine Milch und natürlich auch kernen Wein. Hirsch und Konsorten sind ihm also in religiöser Beziehung! anrüchig, ja sie müssensich gefallen lassen, dem Könige Achab nachzuste. hra. au» dessen Küche nach dem Berichte vr« Talmud nicht nur der h fromme König Josafa», sondern sogar der Proset Elia» gespeist wurde! I Hirsch meinte, da- Aeußerste zu leisten, wenn er bei Mannheimer iu! Wien keinen weißen Kaffee nimmt; jetzt erfährt er, daß es auch in der Kunst, orthodox zu sein. Meister über Meister gibt. Von Dr. Frankel, einem unserer fruchtbarsten Gelebrtco, wird erscheinen: Einleitung iu den Talmud, Sifra. Sisre und Toßista und eine neue Edition de- Jeruschalmi Seraim mit kritischen Noten- Es ist somit der schwarzen Horde mcht gelungen, die geistige Kraft dieseehrwürdigen Mannezu brechen. Ebensowenig war ihre Wühlrrei im Stande, da» wohlverdiente Vertrauen der Gemeinden zum Breslauer Seminar zu erschüttern. Trier, 10. August. Nach Absenkung meines diesjährigen letzten Berichtes von Bad EmS brachte mir ein sehr gebildeter, echt religiöser und, auch io Btbel und Talmud erfahrener Kaufmann aus Warschau. — fein nah.r Verwandter eine» der berühmtesten frühern Rabbinen Po» Itif« —, dm ich in EmS während einiger Wochen als einen ruhigen N und wahrheitsliebende» Mann kennen gelernt habe, die hier folgende | von ihm eigenhändig in deutscher Schrift und Sprache abgesaßle I interessante Miilhctlung, die ich hier ihrem ganzen Inhalte nach und!ן uur mit einigen stylistischen Abänderungen fast wörtlich als Er. ff gänzung meines frühern Berichte» über die Chaßidim dem ״B. CH."!1 übergebe. | Der unheilbringende CkoßidäiSmuS - schreibt mein Gewährsmann | — ist ein vrrhLngnißvolltS Unglück für seine Anhänger, wie für die ganze IJudenbeit. Die Cbaßidim bestreben sich niemals, ein zweckmäßiges Gewerbe und ein ordentliche« Geschäft zu erlernen, vielmehr wenden sie Alle» an. um ihre eigenen Kinder davon abzuhalten. Sorglos ergeben sie fich der Träg» ] heil und dem Müffiggange. Dieses führt zu einem fortwährenden Saufen g von Branntwein, was bei ihnen Leschem Mitzwo heißt. Bei Gelegenheit ,.׳ der Geburt nur« Kinde« (Sohne«) bei einem ihrer Kameraden wird;• unter Mazal-Tob.Wünschru drei Wochen hindurch nur gesoffen. Zuerst! sogleich bei der Geburt, nachher bei der Beschneidung, und wiederum || am dritten Tage darauf und so fort. Jeden Freitag Nachmittag, am Sabbath gegen Mincha bi« tief iu die Nacht hinein, ja häufig die ganze Nacht hindurch, au allen Feiertagen schon mit dem Tage vorher (ע״יט) beginnend, wird immerwährend tüchtig getrunken. Es versteht fich von selbst, daß weder in der heiligen Schrift, noch iw Talmud eine Spur vorhanden ist, die eia solche« Verfahren gebieten würde, oder j uur rechtfertigen köaatea. »Die Chaßidim, obgleich arm. weil sie nicht arbeiten wollen, führen zu jedem Feiertage schaarenweise zu den Nedbe« hin, um dort gut trinken zu könuru und lassen ihre Frauen und Kinder ohne Lebens. Wittel während der gaozea Feiertage zurück. E« wird von denselben kein Gebot der Thora, de« Talmud« und der vier Schulchau Sruch be. rückstchligt, sondern jeder von ihnen thul Alle« nach seinem eigenen Dillen und nur nach dem Gebote ihre« Redde«, die bei ihnen die aller, heiligsten find. Hauptsächlich folge» sie dem Gebote de« Rabbi Jtzig Da^er. der den Chaßidim auch sagt, der einzige Koscher.Wein ist in Warschau nur bei seiner Tochter zu haben, dir dort einen Weiuhandel . suhrt?»Mit riuem Worte, diese Leute find keineswegs al« orthodoreJu» den zu betrachten. Der große Talmudift und Gaon, Rabbi Elia« au« Wilna hat daher auch streng untersagt, fich mit ihnen zn verschwägern. (Diese« Verbot de« רי׳אליה ווילנא soll fich, wie mich rin gelehrter Freund vrrfichrrt, wirklich in einem Werke desselben finden, worüber vielleicht eia Gelehrter au« Polen nähern Aufschluß geben kann, wa« jedeofall« wichtig wäre.) Wenn die dortige Regierung di« geeigneten Maßregeln treffe, wollte, um dieser großen Landplage Einhalt zu thun, müßte sie vor Allem Zwangschulen riufübreu, die unter Ausficht von gelehrten und gebildeten Männern gestellt würden. AlSdann wären die dortigen Juden glücklich. Da aber gegenwärtig dort für Juden keine Schulen vorhanden find, gegen deren Errichtung die Chaßidim steteifern, so müssen die Eltern, die ihre Kinder nicht ohne Unterricht lassen wolle», dieselbe» in die Gymnafieu schicken, in welchen unsere Religion gar nicht unter» richtet wird. Und waist da« Ende hiervon? Daß die ausstudirteo jungen Leute gar kcinca Glauben haben. Ich bitte und beschwöre die gelehrten Israeliten im Ausland», welche einen Einfluß auf die russische Regierung haben, au« Pflicht gegen ihre Glaubensgenossen in Polen, derselben an da« Herz zu legen, daß ihrem eigenen Rechte gemäß, alle Rel igion S ge n o sseu, die in ihrem Laude wohnen, gleich protokollirt werden müsse» (wörtlicher Ausdruck de« Schreibers), daß sie fich der Interessen der israelitischen Jugend anuehmen, die verführenden Wei«. sager wegschaffen, und vollständige Zwangschulen in Warschau und der Provinz einführeu möge, die unter Aussicht de« Oberrabbiner« MeiselS und anderer gebildeter und gemäßigter Israeliten gestellt werden sollen. In diesen Schule» sollen Bibel. Talmud u. s. w., aber auch andere Wissenschaften unterrichtet werden, um die Jugend für das Gewerbe« und Geschäftsleben heranzubilden. Hierdurch würde dieselbe von dem verderbten ChaßidiSniuS zum wahren Judenlbume und der jü» dischcn Religion zucückgebracht werden. Wenn diese so wichtige Auf» gäbe in Ausführung gebracht sein wird, können wir versichert sein, daß da« Unternehmen ern fruchtbares sein wird, um hierau« einst Männer von Rath und That zu erhalten." So weit mein Gewährsmann, dessen Mitthcilung, wie schon be» merkt, ich fast wörtlich wiedergegebeu habe, um den Darsteller in seiner ganzen Subjektivität kennen zu lernen. Wenngleich die« hier Aus» gesagte seinem Hauptinhalte nach mir noch von vielen wahrheitSliebeu» den Israeliten au« Polen bestätigt wurde, so kann und will ich für meine Person nicht alle« verbürgen. Dieselben Rügen und Beschul» digen werden übrigens auch gegeu dir Chaßidim in Ungarn und Galt» zien von den verschtedeuen Berichterstattern im ,B. Ch." geltend ge» macht. Auch hat mein Gewährsmann diesen seinen eigenhändig geschrie» beneu Bericht mit seinem Namen unterzeichnet und mir zuri'rckgelaffea. mit dem Versprechen, mir noch mehr derartiges zuzuschicken. Ich bemerke jedoch zu dem Wunsche desehr geehrten Manne«, dem zu Folge die Israeliten dr« Auslande« fich bei der russischen Re» gierung verwenden sollen, daß r« vor Allem nöthig ist, fich selbst zi» helfen, indem die Bessern und EinfichtSvollern sich auch voll de« schweren Joche ihrer eigeuen Parteiführer zu befreien suchen. Auch diese kleben und hangen noch unerschütterlich fest aa allen veraltrtell und abergläubischen Formen, aa Ge» und Mißbräuchen im Hause, beim Gottesdienste und in der Schule. Auch fir wollen keine, auch nicht die geringste Verbesserung dr« Gottesdienste« und verlangen, daß dir Jugend nach der frühern unmethodischen Weis, nur im Talmud unterrichtet werden solle. Diese find, wir mir von sehr sachkundigen und gebildeten Männern mit» gktheilt wurde, nur deshalb so grgru die Cbaßidim aufgebracht, weil sie fich gegen die starren Formen der Rabbinen auflehara, und fich von diesen zu ewanzipirrn suchen. Jene werden daher von Vielen al« ein noth» wendige« Hebel gegen diese betrachtet. Ich selbst lernte manche der» selben kennen, dir höchst intolerant, frech und ungebildet find, und auch nicht da« Geringste und Unbedeutendste nachgebru wollen. Damit als» die Chaßidim den Bessern der Rabdaoitea auf ihre Ermahnung: ,Nimm den Splitter au« deinen Augen!" nicht sollen erwidern könne»; ,Nimm den Balken, au« deinen Augen!" müssen diese io ihrem ei ge» Uta Gebiete mit aller Energie Hand an« Werk legen, um einen brs» fern Gottesdienst herzustellen und ihre Talmudschulen, so viel al« mkg»

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