Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 33 (16.8.1864)
- Date
- 1864-08-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 93. üdjlec ltahrgaag. 3rben Mitlwock rrschriot rin Prämunerati0Q5proix Ganzjährig 7 ff.,~4 Tblr. 20 Sgr.. balbj. 3 st. 50 kr.. 2 Tblr. 10 Sgr.» virrrrlj. 2 fl. öfl. W. Lilyclne Nnmmcrn!5 kr. Mao abonmrt bei allen PoKämtcrn u. Buchhandlungen de« Zn- »nv Auslände«. SjegcÖM, Den 16. Lugufl 186.3. Mn (pmmtip. Wochenblatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: EiWW. Oberrabbiner zu Szegedin. Inserate find an dl, Redaktion in Sze, gedio. an Herrn LIt» Jftitit» in Jran&farl a. As. oder an Herrn.Ignaz Araaaer tkleiar Ankergaffr Ne. 10) in Dir» zu senden. Dir 2spalligr Petitzrite wird mit lONkr.—2Sgr. derechnet. Zur MGiiicrfcnuiiarftttfje in Ungarn.*) II. Scgleltlmgsschrkibcn des Organisations-Entwurfs. Hochlöbk. kön. Statthalterei! Die gehorsamst Gefertigten beehren sich hiermit, den in Gemäßheit des hohen Erlaßes vom 3. Februar t. I. Z. 60,648. von ihnen ausgearbeiteten Entwurf zur Errichtung einer Rabbinerschule sammt dein ausführlichen Lehrplane und einem Ausweis über die zur Errichtung und Er- Haltung dieser Anstalt erforderlichen Kosten ehrerbietigst zu unterbreiten. Die gehorsamst Gefertigten sind überzeugt, daß sie zugleich den Gefühlen aller gutgesinnten Israeliten im Vaterlande einen Ausdruck geben, indem sie zuvörderst ihren tief« empfundenen Dank auszusprechen sich erlauben für den hochherzigen Entschluß der hohen kön. Negierung, ein Institut inS Leben zu rufen, an reffen Zustandekommen nnd ersprießlicheS Wirken sich nicht nur die besten Hoffnungen für die Hebung und Entwicklung der religiös-sittlichen Zustande der israelitischen Bevölkerung dieses Landes überhaupt knüpfen, sondern dessen baldiges Jnölebentrcten im Hinblick auf die gegenwärtig unter denselben herrschende Zerfahrenheit ein dringeudeS nnd unabwciSlichcö Bedürfniß genannt werden muß. Die Nolhwendigkeil einer Rabbinerschule für die Jsrae- Uten in Ungarn kann um so weniger in Frage gestellt werden, als eine gründliche und dauernde Regelung deö hiertändigen israelitischen Kultus- und Schulwesens und die Einsührung einer zweckmäßigen KnltuS^Gemeindeordnung nur dann mit sicherem Erfolg unternommen werden können, wenn ein Rabbinerstand geschaffen sein wird, der auf der Höhe seiner Ausgabe stehend, vermöge seiner intellektuellen Bildung im Allgemeinen, sowie durch gründliches theologisches Wißen zu dem Ansprüche auf daS erforderliche Ansehen bei der jüdischen Bevölkerung selbst vollberechtigt und zum Erfassen der weisen nnd väterlichen Intentionen der hohen kön. Regierung und zur Ausführung ihrer Anordnungen und zum nolhwendigeu Verkehr mit deren Organen befähigt ist. Von dem Wohlwollen und dem Vertrauen einer hohen k. LandeSstelle ermulhigt und von der Wichtigkeit ihrer Aufgäbe durchdrungen, haben die gehorsamst Gefertigten die Lösung derselben nach ihrem besten Wissen und Gewissen unternommen und erlauben sich nun Einer hochlöblichen k. Sratthalterei hiermit Rechenschaft zu geben von den Grund, sahen und Ansichten, welche sie bei Ausarbeitung deö vorliegenden Planes geleitet haben. *) S rer. Zhrg. Nr. 18. 19. gegenwärtiger Zhrg. Nr. 1. 2. Das Studium der biblischen und talmudischen Wissenschäften, der eigentlichen Grundlage aller jüdisch-theologischen DiSziplineu, ist seinem Wesen nach Quellenstudinm, welches vermöge der ihm innewohnenden, auf Entwicklung auS positiv gegebenen Grundlagen beruhenden dialektischen Richtung durch Kompendiennicht ersetzt werden kann, und selbst bet den ersten. Anfängen keine epitomatische Behandlung zuläßt. Dieses Studium erfordert daher einen sehr großen Zeitaufwand und eine vieljährige Fortsetzung des Unterrichteö, so daß Derjenige, der sich ihm widmen soll, schon in früher Jugend in dasselbe eingeführt werden muß. Eine Folge hiervon ist, daß der dem Rabbincrstande sich widmende Jüngling seinen Eintritt in eine rabbinische Fachschule nicht bis zur Vollendung seiner klassischen und Realstudien aufschieben kann, sondern mit diesen letzter» gleichzeitig anch die theologischen betreiben muß. Daß aber Jünglinge in dem unreifen Alter von 14 bis 19 Jahren zu diesem Zwecke gleichzeitig zwei verschiedene Anstalten (Gymnasium und Rabbinerschnle) besuchen, wäre nicht nur mit großem Zeitverluste für sie verbunden, sondern auch für deren Sittlichkeit höchst bedenklich, da auf diese Weise keine der beiden Anstalten in der Lage wäre, den nöthigen erziehenden Einfluß auf dieselben in geeignetem Maße auSzuübe». Anderseits müßte ein derartiger von verschiedencn Gesichtspunkten ausgehender und verschiedene Richtungen und Ziele verfolgender Unterricht — abgesehen davon, daß er wegen der mangelnden inner» Einheit auch in didaktischer Beziehung nur zu lückenhaften Resultaten führen könnte — auch in sofern uachtheilig wirken, aiS er die Schüler an Einseitigkeit der Auffassung gewöhnt und dieselben gewiffermaßen einem, die Erkenntniß ebenso wie daS׳ Gewissen beirrenden und für junge Leute um so geführt ichern Dualismus zwischen Glauben nnd Wißen entgegenführt. Dieser aber kann nur nnter der Bedingung und eben nur dadurch vermiede» werden, wenn die Schüler zeitig und unablässig gewöhnt werden, die religiösen und die allgemein wissenschaftlichen Disziplinen nach ihrer innern Einheit^und Zusaminengehörigkeit aufzufassen, wodurch allein dem Aufkommen der Zweifelsncht und der falschen, für deu Glauben ebenso wie für die Wissenschaft gefährlichen Meinung von einer Unverträglichkeit und Unversöhnlichkeit zwischen^beiden mit Erfolg enkgegengearbeitet werden kann. Die gehorsamst Gefertigten sind daher in der festen Ueberzengnng, daß die Rabbinerschnle nur dann erfolgreich wirken und daS Vertrauen der israelitischen Bevölkerung nur so verdienen und gewinnen kann, wenn sie ihren Schülern wenigstens bis zu deren Reife für die höheren FakultüAtzL