Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 29 (19.7.1865)
- Date
- 1865-07-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2542917-2543219-2543249--4312-2548275- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
M 29. Ächter Jnljrpin■ Z,den Mittwoch erschein» rin?rLllMllsrLtiousxroiL «ao-,jLbriq 7 «..^:4 Tblr. 20 Sgr.. balbj. ZS. 50 kr.. 2 Tblr. 10 S-r., vikriclj. 2 fl. oft. W. Lin-elne Nummern 15 kr. Man abonni« der all,« Post« ämtern n. Buchbauvlungen de« 3n- und Auslände«. Szegediii, Sen 10. 311(1 1865. Hen Ötfutmnp. WodjenGfaU für Mische Theologie. Herausgeber und Redakteur: «נ<01״91»:זןן,¥ Oberrabbiner {u Szegedm. Inserate ffnb an dir Redaktion in S!rg'bin. an Herrn Sll« TBltit* in Jrin&fitl 1. TK. oder a, H'rr» .3g»az r«״» (kleine Ankergaff« Nr. 10) in Me»!u senken. Die Apaltige Petitjeile wird mit 10 Nkr.^12 Sgr. berechnet. Inhalt. DorlänfiaeS Eta,»« de« in Frankfurt am Main grgrünk.trn Verein« für allgemeine Angelegenheiten te« Iubeutbum«. — Sin Meworandum. — Korrespondenz. Ausland. Frankfurt am Main. Berlin. Hamburg, .tkopendagen. London. Bukarest. Lchabaez. Inland. Wien. Pest. Pest. Prft. Slublweißrnburg. Nagv׳^k»NÜ. Körmenk. Prag. — Brn Sbananla'« Buße und Bekehrung. Bon, Herausgeber. — Inserate. ITorfäufiQcs Statut Des in Jranäfut! am Rain (jegrünöclen Hereins für allgemeine Angelegenheiten des Fndeilthmns. 8- 1. Der Verein für allgemeine Angelegenheit deS JudeuthumS hat den Zweck, für die De. kenner desselben einen Mittelpunkt zu bilden, um daö Bewußtsein ihrer religiösen Zusammengehörigkeit zu befestigen, und durch seine ihatkraftigen Bestrebungen nach allen Ricktungen hin für daS Juteresse deS Judenthums fördernd zu wirken. §. 2. Zur Erreichung dieses Zweckes wird er darnach trachten, die Erhaltung und Verbreitung jüdischen WtgenS, sowie eine wissenschaftliche Vertretung deS JudeuthumS durch zweckmäßige Anstalten und Lehrinstitnle zu bewirken. Er wird ferner dafür Sorge tragen, daß richtige Ansichten über daS Judenthunt verbreitet und gegen dasselbe etwa gerichtete Angriffe abgewehrt werden. §. 3. Der Verein wird alljährlich Versammlungen ver. anstalten, deren Ort und Zeit von der je vorhergehenden bestimmt wird. In denselben werden, außer der Berichter, stattung über die Thäligkeit deS Vereins Fragen allgemeinen jüdischen Interesses angeregt und besprochen, die Ansichten auSgetauscht über die Verhältnisse der Schule, deS Kultuö der Gemeinde, wie über die Stellung der Synagoge und ihre Bekenner im State und in der Gesellschaft, die Ver, ständignng angestrebt über die Mittel, welche den Zwecken deS Vereines entsprechen. §. 4. Außerdem sollen Lokal- und Bezirksvereine gegründet werden, welche für ihren engen Kreis dieselben Zwecke verfolgen und mit dem Gesammtvereine in ununter, brochener Verbindung stehn. 8- 5. Indem nähere Normen sowol für den Gesammtverein, als auch für die einzelne» Vereine Vorbehalten binden, wird in der gegenwärtigen Versammlung ein Komite von mindestens 9 Personen ernannt, welches die Aufgabe hat, die Konsoiidirung deS Vereines zu bewirken, die Gründüng von Lokal- und DezirkSvereinen anzuregen, eine Anspräche über die Zwecke deS Vereins zu verbreiten und für die nächste baldige Generalversammlung in Frankfurt a. M. einen vollständigen Statuten-Entwurf mit genauer Angabe über die Organisation deS Vereins vorznbereiten. Der Verein ist hiermit konstituirt und wird vorläufig festgestellt: Mitglied deS Vereinewird ein Jeder durch einen (von Juli d. I. an gerechnet) jährlichen Beitrag von minbestens 1 Thlr. preuß. Courr.—t fl. 45 kr. ö. W. Ein Memorandum. Hohe königl. Statthalterei! ES sind vier Jahre'verflossen, seitdem ich bei der hiesige» israelitischen KultnSgemeinde mit Genehmigung der hohe» k. k. Statthalterei im Amte eines OberrabbincS stehe. Diese- Amt mit seinen zahlreichen Verzweigungen nach den verschtedcnsten Richtungen hin, hat mich mit vielen Schichten der ifraelitischcn Bevölkerung in Verbindung gebracht, und mir den Einblick eröffnet in die religiös - sittliche Beschaffenheit sowol deS Familienwie deS GemeindelebeuS, und somit mir einen Maßstab in die Hand gegeben, die Hoffnungen und Befürchtungen bestimmen zu können, welche sich anS der Natur der Gegenwart für die Zukunft ergeben. Diese sind nun von solcher Art, daß ich sie der hohen Behörde, der ich für mein Verhalten und mein amtliches Wirken verantwortlich bin, darlegen zu müssen glaube. Mich leitet hierbei die wohlbegründete Annahme, eS müsse der hohen Negierung von Interesse sein, über die inneren Verhältnisse eines BevölkerungSthcileS Licht zu er-, halten. der numerisch sehr bedeutend und durch Energie, Rührigkeit, Industrie und Geschäftsbetrieb überallhin einen lebendigen Verkehr unterhält und Einstuß übt, besonderda ich nicht allein bestrebt bin. die etwa vorhandenen Lücken in der sittlichen israelitischen Volksbildung nur aufzndeckcn, sondern auch die Mittel auszufinden, welche sie auSsüllen könnten. ES kommt noch ein Moment hinzu, welcher dieses Jarerresse steigert, nämlich, daß ich in der Hauptstadt deS LandeS beamtet bin. Wenn überall in allen Staren, die israelitische Gemeinde in der Metropole die Mustergiltigkeit eiageräumt erhält und maßgebend auf die Provinzialgemeindeu einwirkl, so ist das in Pest durch die Umstände noch höher potenzirt, daß Pest die größte israelitische Gemeinde fast ganz Europas und ganz gewiß Ungarns ist, und daß eS in Uagarn keine Gemeinde gibt mit Ausnahme PreßburgS, welcheS ehemals florirte und jetzt noch von Erinnernngen an die frühere Präponderanz zehrt, welche auf die andern Gemeinden einen entscheidenden Einfluß übt. Der Grund hierfür möchte folgender sein: Die alten Ordnungen des r;ligiösen Lebens sind zum großen Theile sehr alterirt oder zusammengestürzt, neue aber nirgends noch zum Durchbruch gekommen, während in Pest daaltehrwürdige orthodore Judenthum noch vollkommen gehegt und gepflegt wird, ohne irgend welche Störung za erfahren, nad auch gleichzeitig auf der andern Seite der gebildetere Theil der Gemeinde den Forderungen der gesteigerten Gesittaog und Bildung Rechnung trägt, mit der alten Richtung ta dem friedlichsten Verkehre sich verhält und so oach alle» Seiten hin befriedigend wirkt. Der Grift im Allgemeinen, welcher in d4r.. hlefige» israelitischen Gemeinde vorherrscht, ist eia gflfftH^dsaae».