Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 24 (14.6.1865)
- Date
- 1865-06-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2542917-2543219-2543244--4259-2548217- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
M. 24. Wer IlahlMg. Zedeu Mittwoch erscheint,in?rLmunskstiousprolZ: Ganzjäbrig 7 fl..— 4 Tblr. 20 Sgr.. balbj.3fl. 50 kr.. 2 Tblr. 10 Sgr., viertel!. 2 fl. öst. W. Ciiytlnc Nummern 15 kr. Man abonnirt bei allen Post« ämrern u- Buchhandlungen de« Zn« und Auslände«. M 24. Sjejeöin, Den H. Juni 1865.׳ m ®tamntja. Mochenklatt für Milche Theologie. Herausgeber und Redakteur: ILIEiOPOK«]» IL.Ö'W. Oberrabbiuer zu Szegedin. Inserate find an die Redaktion ins,»« gedin. an Herrn litt« M«llll» in /ran&farf 1. ]9. oder an Herrn.llgaaz Lra-ser (Nein, Aokergaffe Nr. 10) in Me» zu send״. Die 2spal1ig« Petit,eil» wir» mit 10 Nkr.—L Sgr. berechnet. Inhalt- Ist r« nach dem Talmud erlaubt, unter freiem Hrmmel Trauungen vor,»nehmen? Dom Herausgeber. — Statuten der Peüer isr. Re« ligionSgemeinde vom Zabre 1865. — Nekrolog. — Korrespondenz. Ausland. Pari«. Eleveland. ArnSwalbe. LandSberg a. d. W. Frankfurt a. M. Inland. Wien. Wie». Pest. Altofen. Großwardein. H. M. Bül'urhely. Nagy.Körös. SzöllöS-Györök. Au« Mähren, (!zkio. — Schu twete n. Stuhlweißenburg. — Historische Anfragen Don A. Harlavy. Antworten von A. Neubauer. — Likeräri'cher Koldo. Don Stern. — Eine Znrer» vellatiou an den ehrw. Herrn Oberrabb. JoLl Ungar in Pak«. Don D. G. — Bemerkung.Inserat. 3(1 es nach Dem Talmud ertaubt, unter freiem ijimmcf Trauungen vorzunchnen?') 1. Eine beträchtliche Zahl orthodoxer Rabbinen in Ungarn weigert sich hartnäckig, Trauungen in der Synagoge vorzu« nehmen. Einzelne Rabbinen lassen sich in dieser Weigerung auch durch den Umstand nicht irre machen, daß ihre orthodoren Vorgänger jahrelang in der Synagoge getraut haben. Andererseits gehört die Trauung in der Synagoge gerade zu denjenigen Reformen, welche innerhalb der Gemeinden auf gar keinen Widerstand stoßen, und sich am leichtesten Bahn brechen. Wo die Rabbinen keinen Widerstand leisten, kömmt eS den orthodoresten Familien nicht in den Sinn, zu verlangen, daß die Trauung unter freiem Himmel vollzogen werde. Die Kollisionen, Streitigkeiten und ärgerlichen Szenen, die ans dieser Lage der Dinge hervorgchcn, sind nicht leicht zu beschreiben. Vor Kurzem kam eS, wie in diesen Blättern berichtet wurde, a) vor, daß Brautleute und HochzeitSgäste sich in eine ihrem Wohnorte benachbarte Stadt degaben, um die Trauung in der Synagoge vollziehen zu lassen, was ihnen von dem einheimischen Rabbiner verweiger: worden war. Ob diese Angelegenheit nicht vor die politischen Behörden kommen werde, ist in diesem Augenblicke noch fraglich. Wir glauben daher etwas Zeitgemäßes zu thun, indem wir, dem wiederholt ausgesprochenen Wunsche mehrerer jüdischer Gemeindevorsteher im nördlichen Ungarn entsprechend, den in Rede stehenden Gegenstand einer nähern Beleuchtung unterziehen. Diese erwarteten ohne Zweifel, eS werde die Frage erötert werden, ob eS zulässig sei, die Trauung im Widerspruche mit dem Herkommen in der Synagoge vorzunehmen. Sie werden daher überrascht sein, daß wir, den eutgegenge« setzten Weg einschlagend, die talmudische Legalität des Herrschenden U'uS einem Zweifel unterziehen. Die Quellen nöthigen uns aber, die Frage nicht nur auf die von unS formulirte Weise zu stellen, sondern dieselbe zugleich ent« schieden zu verneinen. Der im Talmud vielfach gefeierte Abba Areka oder Rad, Richter und Schulhaupt in der ') Zugleich al« Forlsehuaq Lee rherechtlichen Elutien: 3. Zhrq. 208. 3>7. 52g. 4. Zbrg. IN.?57- 27«. 5. Zbrg. Kg. 93. 195. 203. 211 219. 253. 261. 285. 301. 309. 363. 373. 391. 399. 408. 7. Zbrg. 49. 73. *) S. oben Nr. 19. S. 321. die Zlorresp. au« Rimaszombat. großen Gemeinde zu Sora in Babylonien von 219 bis 247, ließ Jeden geißeln, der eS wagte, sich seine künftige Gattin auf freier Straße anzutrauen 3): Beweis genug, daß manche babylonische Juden im dritten Jahrhunderl zu weuig SchicklichkeitSgefühl besaßen, um einen solchen Akt zu vermeiden; daß aber Abba Areka, der zu jener Zeit als Richter auch das Polizeiliche handhabte, Energie genug besaß, um solchem Umfuge mit Entschiedenheit entgegenzutreten, und eine Strafe auf dessen Verübung zu setzen, die in der Kulturstufe der damaligen Zeit ihre Rechtfertigung findet, und bereu Abschaffung selbst in unseren Tagen in manchen Läuderir noch nicht ausgesprochen ist. Er konnte unmöglich abneu, daß nach anderthalb Jahrtausenden noch Rabbinen darauf bestehen werdeu, daß das eheliche Bündniß nicht anders, al» auf freier Straße geschlossen werde! Wie soll man sich uun aber diese auffallende Erscheinung wirklich erklären? Welchem Umstande hat daS antitalmudische Herkommen seinen Ursprung zu verdanken? Sollten den späteren Rabbinen die Flagellationeu Abba Areka'S uubekannt geblieben sein? Letzteres ist ganz gewiß nicht der Fall. DaS Verbot der Trauungen aus offeuer Straße wird in den kasuistischen Kompendien ausdrücklich angeführt, und Niemand wagte, theoretischen Widerspruch dagegen zu erheben. Die demselben entgegengesetzte PrariS hängt mit der Entwicklung der jüdi« schen HochzeitSgebräuche zusammen, deren Betrachtung an und für sich ein speziell geschichtliches Interesse bietet. ES handelt sich hierbei vorzüglich um die historische Entwicklung der ״Chuppab", die seil Jahrtausenden ihren Namen behielt, deren Wesen aber im Laufe der Zeit mannigfache Modifikationeu erfuhr. Neuere Lerikographen und Archäologen haben die biblische Chuppah häufig mißverstanden. GeseniuS will Himmelbell oder Brautbett verstanden wissen 4): eine Erklärung^ welche sich schon bei näherer Betrachtung der bezüglichen Bibelstellen als unhaltbar erweist.») Fürst verlegt gar den Heu-׳ tigeu jüdischen TraurttuS in die biblische Zeit, indem er Dir Chuppah für daS auf vier Stangen ruhende Traudaldachtir 1׳ Kidd. 12. d.: רב מנגיד על דבקדש בשוקא Da,» Nascht: '1 The». 8. v. lectus superoe obvelatua, *) Elan יצא Pi. 19. 6. Zoöt 2. 16 m& 2 Äti. 4. 6. 16.