Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 20 (17.5.1865)
- Date
- 1865-05-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Y° SO. Achter 3aljrsiMg. 5,;egeklm, öen 17. Rai 1803, J,den Mitlwock rrscheint ri» krLllMllsrLiionsprslL: Ganzjährig 7 fl.,—4 IMr. 20 Sgr.. halbj. 3 fl. 50 kr.. 2 Tblr. 10 Sgr., virrrrlj. 2 fl. oft. W. Einzelne Nummern!5 kr. Man abonnirt bri allen Post» älutcrii u. Buchliandlunqeo de« In» ״nd Auslände«. Mn MnMM. Mochenstlalt für Mijche Theokogie. Herausgeber und Redakteur: Obcrrabbinrr zu Szrgrti». Inserate sind an die Redaktion 1« 6j»» g«dia. au Herr» 01(1 Mlssl'e» in XronKfatl 1. M. oder an H״rn Ogmjj Jlrann« (kleine Ankergaffe «JJf. 10) in Me» |u send»,. Die 2spalligr Petitzrilr wird mit lONkr.—2 Sgr. berechnet. Inhalt- Die bedräng״ jüdisch, Gemeinde in der Hanpistadt Steiermark«. — Die «tnaellebre in de» arabisch.»,idikcken Schulen. Von M. S- Echmiebl. — Sknalektr» au« de« gutachNichrn Werken de« R. Mose« Soser. Äon De. M. Zinker. — Korrespondenz. Ansland. Rew-Vork. London. London. Inland. Wien. Wien, vlltofe». Graz. Hermanuiestec. Sin« dem Neograder Komilat. — Sch ulw eleu. Pest. Dien. Wie». — Lileräriicher Kolbo. Bon Dr. M. Mielziner. — Inserate. Sie " w' jüdische ^cinctnöc in der Jjaupljla&l Sleiennar&s. I. Schreiben des fiomüe’8 der isr. /riedhosverwattung an den Redakteur des ״Sen Lhananja." Euer Hochwürben! Sie waren so gütig, unfern Aufruf um eine Beisteuer zur Errichtung eineö Friedhofes für Israeliten in Ihr verbreiteteS und geschätztes Blatt aufzunehmen*), wofür wir Euer Ehrwürden hiermit unfern verbindlichsten Dank ab» statten. Leider blieb der erwähnte Ausruf bis heute ohne Erfolg. Nicht drei inländische Gemeinden — selbst nicht die grüßten und wohlhabendsten — trugen bisher zu dem ge» nannten Zwecke etwas bei. Wir aber sind auf die Untersiüpung unserer Glaubensbrüder hingewiesen, indem wir bei aller Anstrengung und Opfcrwilligkeit der hiesigen Gemeindeglieder kaum die Kosten für daS Feld und dessen Jntabulation decken konnten. Wir sind daher außer Stande, den Bau zum Friedhöfe vorzunehmen und stehen nicht nur be» schämt der Behörde gegenüber, sondern müssen sogar besürchten, daß unö die Bewilligung wieder entzogen werden wirb, da wir der uns gestellten Bedingung, den Bau im Verlaufe deö Sommerö auözusührcn, nicht werde» Nachkommen können. In unserer großen Verlegenheit wenden wir uns daher an Euer Ehrwürden, als den Vorkämpfer für alles Edle und Erhabene, der stets bereit ist, durch Wort und Schrift den Sinn seiner Glaubensgenossen für Wohlthätigkeit und gemeinnützige Werke zu wecken, und bitten ergebenst, Euer Hochwürden wollen unserer Sache Ihr kräftiges, zündendes und einflußreiches Wort leihen; wir glauben mit Bestimmt« heit, dieses würde seinen Eindruck nicht verfehlen. Wir unterlassen eS, Euer Ehrwürdeu unsere Sache anö Herz zu legen. Handelt eS sich doch um die erste Niederlassung in einem Lande, daS 400 Jahre hindurch dem Jude» verschlossen war und um die Aufhebung eines PrivilegiumS gegen die Juden. Wir geben uuS daher der Hoffnung hin, Euer Ehrwürden werden unserer ergebenen Bitte Gehör geben. Sie werden am besten wissen, auf welche Weise Sir unserer Sache förderlich sein können und nach dem Spruch unserer ') S. Ne. S. S. 153. Weisen: מנלגלין זכות על ירי זכאי״" dürfte durch Ihre Dermittlung unserer heiligen, höchstwichtigen Sache mächtiger Vorschub geleistet werden. Wir und unsere ganze Gemeinde werden aber de- Himmels reichsten Segen für Sie und die Ihrigen herabflehen und Ihnen in ewiger Dankbarkeit verbunden bleiben. In der festen Ueberzeugung, Euer Ehrwürden werden uns dieser Zeilen wegen gütigst entschuldigen, verharren wir in Hochachtung und Verehrung Euer Ehrwürden ganz ergebeckste DaS Komitö der israelitischen Fricdhofverwaltung. Graz, 8. Mai 1865. Loopold Ritter. II• Nachbemerkung des Re-aklenrs. So geehrt ich mich durch diese Zuschrift deS löblichen KoinitöS auch fühle, so muß ich doch Angesichts der geehrten Leser dieses Blattes beschämt bekennen, daß die finanzielle Dcdrängniß, in welcher sich die jüdische Gemeinde in Graz befindet, dieselbe den Einfluß meiner Fürsprache bei weitem überschätzen läßt. Wenn ich eS gleichwol wage, dem Ben Chananja die ihm übertragene Mission anzuvertrauen, so ge, schieht dies nur, weil daS Anliegen, welches die Grazer Israeliten den wohlgeordneten und theilnehmenden Herzea ihrer Brüder und Schwestern empfehlen, viel zu laut für sich selbst spricht, alS daß eS einer weitern Befürwortung bedürftig sein sollte. Seit dem Jahre 1496 bis auf die neueste Zeit war daS Judenthum auS Steiermark verbannt. Die Verhältnisse waren während dieses langen, beinahe vierhundertjährigea Zeitraumes so beschaffen, daß kaum einzelne Familien den Versuch machen dursten, sich in jenem Lande nicderzulassea. Dem Geschlechte der Gegenwart ist die Genugthuung und die Freude gegönnt, einer erleuchteter» und daher duldsamern Zeit anzugehören. Unter dem Szepter einemilden und edlen Herrschers konnte sich auch in der Hauptstadt SteiermarkS wieder eine jüdisch-religiöse Gemeinschaft bilden. DaS Vorurtheil tritt immer mehr zurück; daS Gebiet der Gewissensfreiheit erweitert sich nicht nur politisch, sondern auch geographisch von Tag zu Tag. Welcher Jude könnteeS versäumen, dem allmächtigen Lenker der menschlichen Geschicke für so herzerhebende Erfahrungen zu dankenH^"^ von unS fühlt eS nicht, daß dieser Dank sich Worten, sondern auch in Werken, in gemeinnützigen^ C67C