Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 19 (10.5.1865)
- Date
- 1865-05-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M IS Älht« 3ahkMg. Szegedin, Om >8. Rai 1863. : Jede« Mittwoch erscheint ei» ktLmunsratlörlnpret»: «anzjäbrig 7 ft..—4 Tbl,. 20 Sgr.. baldj.A A. 50 kr..2Tblr. 10 Sgr.. rimtlj. 2 ft. SS. W. Linztlne Nummern;5 kr. Man abooinri bei allen Poft- Lmtern o. Duckbaudlnugru de« In» »nb Au-landeS. KN MMMM. Wochenblatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: L.1B0P01LD JL, O W . Cberrabbincr ,0 Ezegrdi». Inserate : sind a, di» Redatito» i» Gz«- gedi». «u Herrn Df(• Lkßlkie» ii /ranifaif c. A« oder 01 H״r> .Ofliaj Krau* («»io» «akrrgaff, Nr. 10) fa Me» t» send,». Di« 2spaltige Petitzeilr wird mit IVNsr.—2 Sgr. berechnet. Inhalt. Die Siigelltbr, in den arabisch.jüvii'chre Lchuleo. Don M. A. Schmiedl. — Korrespondenz. Anrlanb. Pari«. New»Dort. Berti». Inland. Wien. Wien. Pest. Peft. Arad. Neubecse. Pak«. Makü. R>ma׳S,ombat. Altoien. Prag. Brünn. — Braolworlong einiger i» Nr. 14 de« ,D. 8H.* gestellter Fragen» Don Wir«ner »od Dr. M. Z'vser. — 2»s»ra«. Inhalt der Beilage. Adresse an Heinrich Deutsch. — Schulwesen: Pest. O'eo. S,eg,bin. Arad. Arad. Derbü. L,Mk«var. Die LugeWre in den amkissh-jndisshen Srhnsen. Eine religionSfilosofische Studie. Von Dr. A. Schmiedl, Rabbiner in Proßuitz. Eine höchst bedenlsame Rolle in der Filosofie.'der Rkligion, der Poesie und dem Volksglaube» hat von jeher die Engellehre gespielt. Die heilige Schrift, die unS zwar nirgeudS eine vollendete Engellehre gibt, hat die Eristenz der Engel als zweifellose Thalsache dargestellt. Von Genes. Kap. 16, V. 7. angefangen, wo zum ersten Male der Name Engel anftritl'). bis zu der vielfach gedeuteten Stelle, Erod. 23, 20: ״Siehe, ich schicke einen Engel vor dir her. de. n mein Name ist in ihm", und von da an fort durch die ganze Schrift kehrt die Erwähnung der Engel unzählige Male lvieder. Im Buche Hiob (1, 6) erscheinen die Engel unter der Bezeichnung ״Söhne GotteS", sowie bei JesaiaS unter dem Namen ״Serafim." Doch sind dieS eben nur lauter llomina appellativa. Einzelne Engelnamen, sowie die Idee von Schutz engeln für jedes Volk, und eine gewisse Rangordnung unter den Engeln — alles dieö tritt unS erst bei dem iu Babylonien herangewachsenen Daniel entgegen; und eS ist eine kritisch höchst bedeutsame Bemerkung eines LehrerS anS der taimndischen Zeit (Resch — Lakisch, im Midr. r. Genes, z. -18.), daß die Einzelnamen der Engel erst anS Babylon zu den Israeliten gekommen sind. DieS gilt aber nicht nur von den Namen, sondern auch von der nun eigenthümlich ausgeprägten Engellehre, die dem vorerilischen Judenthume fremd war. Auch der Name, oder vielmehr daS Wesen drS Satan, alS eines Engels drS bösen Prinzips, ist gewiß eine Geburt Babyloniens, dem Ahriman (oder wie Manche vielleicht mit Recht behaupten), dem ״Scheilan" der Parsen entsprechend. Und das Buch Hiob, darin unS dieser dem Bösen dienende Engel zuerst entgegentritt, — wenn wir nämlich Hiob vor Secharia setzen — trägt eben dadurch daS Gepräge seiner spätern AbsassungSzeil an der Stirne, sowie überhaupt die Angelologie deS DucheS Hiob deutliche Auklänge deS Par. siömuS anfweist. Die Söhne GotteS. die an einem bestimmten Tage kamen, sich vor Gott zu stellen, erinnern zu sehr an die Idee der AmschaSpandö, die an festgesetzten Tagen im hohen Götterrathe den Vortrag und die Vertretung habe». Selbst die Stelle von dem ״sürsprechendeu Engel" (מלאך מליץ) scheint unS eine bis dahin nicht gekannte Idee der En- ') Genes. 3, 24. ubrr^rtirn wir mit Absicht, da dort nicht ,Sögel*, sondern das noch in1m,r »ich! vobtommea rniratbirlir ״ßbmibiiu״ er« tpäbnt wird. — Der Plural .Wir wolle» di, Meunbe» machen* Genes. 1. 20.. wird wot nach Vorgang der talmudiicheu W.iien vvu Naichi. Ido 8׳ra und Pta,mu»i (II. G) auf tir 8»gel brzogeo. doch Ichoa vor Skioichi und Nichwaul wuudr trrirlbr voo Schablai Dvooto anderweitig gebeut»«. gellehre in sich zu bergen nnd gleichsam ans eine Scheidung zwischen freundlichen nnd feindlichen Engeln leise hinzubeutea. — Andererseits scheint unS wieder selbst Aon. I. 22. 19. die Frage GotteS an die HimmelSschaaren, welche ihm zur Rechten nnd zur Linke» stehen: Wer will den Achab dethüren? ebenso wie jener Geist, der sich vor Gott stellt und diese Mission übernimmt, als ״Geist der Lüge", mit der Idee deS Satan im Buche Hiob etwas Verwandtes zu haben. Bemerken wollen wir nur noch, daß in den Psalmen noch nirgends ein Eigenname der Engel zu finden ist, waS jedenfalls hätte der Fall sein dürfen, wenn.' wie behauptet wird, ein großer Theil derselbe» nacheriiischen Ursprungist.a) Neu ist in den Psalmen die Idee, auch die Natur« kräsle als Engel GotteS zu bezeichnen. Ps 104, 4: ״Er macht zu seinen Engeln die Winde, zu seinen Dienern daS flammende Feuer." Von dieser Stelle (ebenso durch Ps. 103, 21.: משרתיו עושי רצונו) scheint im Talmud die Beichnung מי*אבי תשרת entstanden zu sein. Daß die talmndische Engellehre viele fremde Elemente in sich ausgenommen, könnte aber denjenigen befremden, der rS nicht erkannt hat, wie daS Zudenthnm bei seinen Gängen durch die Jahrtausende der Grlchichte zu allen Epochen den jeweiligen Zeitideen und Filvsosemen freies Jncolat bei sich gewährte, wie aber trotz der vielen fremden Schalen und Hüllen, die sich um den inuern Kern deS Zudenthnmgelegt, dieser innere Kern doch zu allen Zeiten unbeschädigt und gesund blieb. Die Engel- und Dämonenlehre deS Talmud ist eine Durcheinandermischung von Elementen, die den verschiedensten Zeiten und Ländern angehören. Der MagiSm»S, die Zendavesta. der GnosticiSmuS u. v. A. haben ihr Kontingent dazu gestellt. Wenn ״Sandalfon" und ״Matalrou" «durch ihre Etymologie ihre griechische Abkunft verrathen, so treten unS andererseits parsische Idee» ganz beutlich entgegen, wie z. B. in der Lehre von den zwei Engrln. und zwar einem guten und einem bösen, die den Men« ׳ schen begleite» (Sab. 119, d. und Chagig. 16, a.), die an eine ganz ähnliche bei den Parsen erinnert.') י) Dagegen »cnneu »n« auch die Psalmru (2av. 78. 49.). מלאכי ״ .רעיםTilget dt« U'igtncf-* — r« bleibt übrig,u« »och seaglich. ob nicht dir Idee von .Taget« de« Brrdeebea«- hoch in« biblische Inbe». Ihum binauiragr. Vrgl. 2. B. M. t2. 23. Mit II. Sam. 24, 16 »Nb 1. 8hr«n. 2l. >5. י) Hegt Oyde, ßeligii) veter. persar. cap. 19. 20■ Die Stell«:״ מלאך רע בעל כרתו יענה אמן. f. «. «״»»«! unwillksr«!ich au tir allverfl'che Idee de« Campte« ,wischen de» zwei Prinzivie». wo bald da« »iue, bald da« andere die Oberbaar bebäl». — Noch lang« nach Ad'chliiß de« Talmud« ich,inen sich gewisse AiitlLugr an vaeftiche Auichannugea rrbalien zu babea. Vrgl. Büber die bekannte Be« schwöeuogesoeme«:.«אנא בשבענא עליך סירה שר של שכהה בשט ארימם Brück. Pbar. Holkellltra. s 122. — Gegen die »zwei ' Piiiizipi'U* tcheirbrn neck David at Mrkamr« (Orrnl 1847 C311, Saadia. (iuiunci I. 1; «lb» II. 13; Ahron b.Vtia^SMßftM^ c. 87; Adenau. Miphat. T'ohim ll. 6.