Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 17 (26.4.1865)
- Date
- 1865-04-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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292 291 zügliche» Worte viel besser wird ergibt. Zuweilen will M. positiver sein, als seia Original, uod er verfehlt dadurch deu rechten Siou. Die vierte - Eulogie de« Schmoue Cßre lautet llach M.'S Uebersetzullg: ״Da de» gnädigst deu Meuschea mit Derstaod, uud ia deiner Lehr' und Offen. baruug ist ihm die verständige Erkeontniß gegeben.* Zn Wahrheit ist aber hier von der Offenbarung gar nicht die Rede, viel« wehr 'st e« dir Gabe der Vernunft, für welche Gott in dieser Eulo« gie gepriesen wird. So wnrde dieselbe zu asten Zeiten verstanden (Kuzari 3. IS. Abudriham ,. St. Tur. O. CH. 115). uud wao kann sie nicht anders verstehen. Wir brechen hier ab, da wir weder die Absicht haben, die M.'sche Gebeteübersetzung und dessen liturgische Arbeiten zu brur» theilen, noch der Wiener liturgischen Kommission vorzugreifen. Das An» geführte wird aber hinreichen, zu beweisen, daß die Geschichte der jüdi» scheu Liturgie dem Urtheile Dr. ZellinekS nicht unbedingt beipflichteu wird. Tbensowenig wird sie das S. 17 und 18 Gesagte ohne Eiu» schränkung unterschreiben. C« ist wahr, der Gottesdicast ui den Wiener Tempeln sucht ״vermittelnd nach allen Seiten hin zu befriedigen, die Bergangrnheit mit der Gegenwart, das Gewordene mit dem Werdenden, vaS Hergebrachte mit den neuen Forderungen zu versöhnen." Wäre es nun diesem Streben gelungen, auch nur die Wiener Gemeinde ״nach asten Seiten« hin" zu befriedigen, hätte kein Besonnener demselben seine Anerlenuung versagen können. Allein eist ja hinlänglich bekannt, daß die Orthodoren in Wien den Gottesdienst in den Tempeln als reformistisch prrhorreSzircn, und nach ihren Bedürfnissen neue Syaa» zogen bauen und einrichtcn. Andererseits entsprach aber die Tempel« liturgie schon 18-14 nicht mehr dem Bedürfnisse des gebildeter» TheileS der Gemeinde. Der Vorstand drang auf weitere Verbesserungen und Fortschritte, wiewol ״die statlichcn Berhäilnisse", wie Dr. Zellinrk S. 18 sagt, deren ״kühlenden Lufthauch Jedermann einathmete", sicherlich damals noch ״zu einem ruhigen und besonnenen Vorgehen und Der» mittel» mahnten." Seitdem ist der Einfluß der Orthcdorie in Wien bedeutend gestiegen, so daß cS Dr. I. nothwcndig siudct, seiner Gemeinde zuzurufen: ״Ucbcrlaffet nicht die Verkündigung des GotteSworteS der berechnenden Heuchelei, der werkheiligcn Frömmelei, der romantischen Alkerthümelei, dem formlosen Belieben uud dem uncdlcn Geschmacke." (S. 23.) Daß aber die Bestrebungen von 1814 noch immer ihre Freunde haben, beweiset die daselbst ausgesprochene Warnung von der Verbau« nung der hebräischen Laute aus den Gotteshäusern. An eine Verbau» nung hat jedoch auch zu jener Zeit Niemand gedacht. Die zweite Wiener Rede hat Herrn M. Friedmann, Bibliothekar und Lektor am Beth ha»Midrasch zum Verfasser (Wien, Selbstverl. de« DrsS. 8. 14). Wir müssen dem Herrn Fr. zu seinem ersten rednerischen Versuche vom Herzen gratuliren. Die Anwendung d׳r Talmudjprüche ist geistreich, die der Worte Mannheimers sehr gemüthlich. Den ״שבה״, daß M. jeden Tag einen סרק משניות״ gelernt habe" (S. 11) hätte fich Herr Fr. ohne Bedenken ersparen können. Ueber dir TedLchluißrede de» Herrn Dr«. Hübsch in Prag lSelbstverl. des DrsS. 8. 21) har bereit» einer unserer Prager Kor» respoudenieu «in Unheil abgegeben (S. v. Nummer K. 275), dem wir uns unbedingt anschiießen. Der von Herrn Dr. Hübsch gewählte Tert hätte allerdings zu brr in Rede stehenden Predigt benützt werden kön« neu, da auch der Verkünder des göttlichen Worte», gleich Bezalel, dem Ewigen ein Hriiiglhum baut. Die Namen hätten aber nicht urgirt werden dürfen. Sonst enthält die Predigt viele schöne und ergreifende Stellen, uod e« wundert uns t'icht, daß deren Veröffentlichung vielseitig verlangt wurde, wir auf dem Titelblatte zu lesen ist. Dr. A. Stein'« in der Meifelsvnagoge gehaltene Rede (Selbst׳ »erlag dr« Vrs«. 8. 15) hat Pf. 87, 5. zum Terte und zeichnet Manu« heimer als Mann in seinem Hause, als Mann i» seinem Berufe. als Manu unter seinen Mitbürgern. Zn Bezug auf M.'S Predigten heißt r« S. 11.: ״Da webet der lebendige Geist Gotte« über den Wassern der h. Schrift und den Aussprüchen der Weife», da ist Tiefe. Frische, Klarheit, Schönheit, Anmuth, da ist vor Allem Wahrheit; da ist nicht wehr die veraltete uod noch, nicht die in jüngster Zeit wieder Mode gewordene Künstelei, welche Mose« und' die Profeten Dinge sagen läßt, au welche sie nie gedacht haben konnte«, und au« den so gerade», herzlichen innigen Worten der Alten Spielzeuge de« Verstände« drech» seit, uw damit die Ohren der Hörer zu kitzeln." Wir zollen diesen Worten bereitwillig unfern Beifall. Dagegen scheint e« uo« nicht ge« rechtfertigt, daß Herr Dr. St. die Mannheimerfeier dazu benützte, gegen gewisse Personrn und Zustände zu polewisiren. (S- 10. 12.) S. S fiel un« der Satz auf, daß M. ״seinem Leibe nach ei» bescheidener, de» müthiger Mann" war: Bescheidenheit und Demuth find offenbar keiur Eigenschaften de« Leibe«! Sämmtliche vier Reden find schön auSgestattet, und wir wüoscheu ihnen die weiteste Verbreitung. Bemerkungen. Herrn Rabbiner W. in N. Herzlichen Dank. Erscheint uächsteu«. Zch bitte fortzufahren. Die Korrespondenzen au« Kolli» erscheinen in der nächsten Nummer. Inserat. ]2 Allerneueste | wiederum bedeutend mit Gewinnen vermehrte I große Mdrmlojung I 8 Millionen 677,250 Mark, | in welcher nur Gewinne gezogen werden, E genehmiget und garantirl von der Slals-Regierung. ־ | Ein Stats-Origiaallo« koste» 7 st. ö. 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Oolm, | Languler In Hamborg. | 2rr0->in,! Leipzig, Arldjivrrlag irr Lrdatlto». stommislions-Vkriag vo» Franz Vag»er. Druck von Sigmund Burger iu Szegedi».