Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 16 (19.4.1865)
- Date
- 1865-04-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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276 Mehl in bin Backhäusern erzugelaffen. nachdem die übrigin Ge« weinbeglieder ihren Mazzothbebars gebeck« halten. Zn welchem Behuf» unser verehrter Herr Oberrabbiner pilpulistische Ererzitien auf die Kanzel bringt, ist nicht abznsehrn. Di« Hillrlianer wirb er damit wirklich nicht bekehren I Nagy-Knllö (Szabolcser Äcmilal), iw April. Der hiesige Lehrer Jakob Latz hat bei ber letzten Prüfung von einem seiner Schüler eine ungarische Rede über den Fortschritt halten lassen, welche veröffenllicht wurde. Di» Anwendung, welche darin von Jesaj. II. 8. 9. ge« macht wird, soll manche» Orthodoren mißfallen haben. Die Verse wer« den nämlich so ausgeleg», als ob die Zustände. die sie schildern, die Frucht einer veredelten Erziehung. und nicht die Frucht supernaturaler Erscheinungen sein werden. T Deßprim, 13. April. Der Herr Odergespan hat einen aus folgenden Mitgliedern bestehenden KultuSgemeindtvorKand ernannt. Wolf G. Weiß, An». Stern, Joh. Margolit, Vorsteher; Moriz Nay und Moriz Sieen. Synagogrnwärter; Simon Neumann, Kassier; Sal- Höchst,iger, Dr. Halasy, Wilh. Grün, Rnd. Rothauser, Wolf Kraus, Beifitzer. Die Herren werden gewiß destiffen sein, ihre schwierige Auf׳ gäbe zu lösen. di. Prag, im April. Der geistreiche und sprachgewandte Nabbiuer Dr. Hübsch hat am 6. v. M. eine sehr warme Gedächtnißrebe gehal, ien, welche auch gedruckt erschienen ist. Fachmänner werden es aber schwerlich billigen, daß der mit Recht astgemein geachtete Redner seinen Tert auf eine wahrhaft spielende Weise benützt hat. Denn nichtaleine für die Kanzel unpassende Spielerei ist eS zu behaupten: Manu« beimer war ein Bezalel, Bcn Uri (Sohn de- Lichtes), den Cbur (edel und vortrefflich). le-Malteh Jehuda (wirkend für den Stamm Judas)!! 8- Holleschail (Mähren), im April. Der hierorts gebürtige Rabbinalskandidal Herr Jul. Spiegler, gegenwärtig Lehrer in Waag» »eustadtl, hat am ersten Festtage im hiesigen Beth Ha-Mldrasch eine Derascha gehalten, welche allgemein g.siel. Derselbe wurde eingeladen, an den zmeile» Festtagen in der Synagoge zu predigen. Seantworinng der Fragen. I. Zur 4. Frage in Nr. 14 d. Bl. Der Sin» der Worte des Midrasch עולי כי ועולביהי in Ps. 126 ist: Knaben und Mädchen. Der Midrasch deutet die zwei letzien Verse des Psalms auf de» Patriarchen Jakob. Er findet darin dir Schicksale Jakobs von dem Augenblicke an gezeichilet, wo derselbe, seiuer Mutter gehorchend, — also unfreiwillig, weinend. — des VaterS Segen erhält, bizu seiner Nebrrstedlung nach Aegypten, wobi» >d»1 seine Nachlonimen, männliche und weibliche, folgte». Das Werl ערלים kommt in der sragliche» Bedeutung auch im Lnkelos 2 M. >0. 9 vor (Vrgl. auch OnkeloS 4 M. II. 28. Red.) Olmütz. Markus Herzka. Dieselbe Erklärung der in Rede stehenden Worte kam unauch von den Herren Nehemias Brüll in Wien und Juda Lob Borgein Hermalimiefikj zu. Beide weisen aus Ber. Rabba 79 hin , wo die rich« tige Lesearl: אך£י טעין ע';ע׳ l“ sinbrn ist. wofür im Jlk. (und in der vor mir liegenden Ed. Ben. 1247 de- Midr. Tehillim. Red.) אנא steht. Herr Brüll bemerkt-» »Daß עולימא nur die aramäische Form dehebräischen עלט. ist. unterliegt keinem Zweifel, und daß ber hebr- E׳Laut im Syrischen und Chaldäischen in U oder O übergeht, beweisen Wörter, wie: CIE? für גיסנא;שם für jLI; שומנא für שק'• Auch dagriechische ך und e werden auf gleiche Weise au-grdrückt: 2(21י1א הורתס, (*ffapot)." at״,fro,ion fct6 ע unb א führt Herr Borg.« solgrudr Analogie an: 1אלמות=עלכיור Irr. Meg. 3, 7. M. Ka». 3. 7. Wajf. r. II. Aruch Art. אהנסיאה. Herr Professor Stöffel in Brüuu hält die Lesearl א^א fest, nnb liest und erklärt dir bezüglichen Worte: a'raS««? (oder ara&üw) oxa• 01׳la/40t׳r — ausladend Garben und Kriegsschaaren. Gar« ben tragend heißt griechisch orlopoz>oc: doch Aquila, brr bestrebt war, bas Hebräische mit gleichklingendem Griechischen wiederzugeden, wacht au« e'vlor da« für »via« vorkowmeud» , und bann wieder, um m einen tiesern Sinn hinrinzulegen: KrirgSschaaren, da auch diese« Wort au« ovioc abstawmt. Da« .Kunststück" sS. Frage) soll, wie un« Herr Borge« und Herr Jakob Willhrim in Gran melden, in einem Blatte auf Aden <5fra zurückgesührt worden sein. Herr Goldsahn in Altosen wist gehört hoben, baß e« von Maiwonide« hrrrühre. Der Fragest,Nrr wirb sich damit schwerlich beruhigen, da die Kritik kaum geneigt sein dürfte, eine dieser Annahmen annehmbar zn finden. Zur Frage 2, die Spendrusammlung in der Synagoge br, treffend. Herr Borge« weist aus den auch von Lrvysobn (Mek. Minh. Nr. 16) angeführten Bericht de« R. Jesaja- Horwitz (zest. 1629) hin.׳ nach welchem diese Sitte in seiner Zeit allgemein, und zwar auch .bei ben Sefardim iw Oriente herrschend war. Die Sammlung geschah nach einer angeblichen Instruktion de- R. Jsak Loria während de« ׳וי2רך רויד wa« R. Jesajapaffender findet (Sch'ne Luchotv Ha-Beritb 1, 36. i» 37. a.) Im k6. Jahrhundert war also dir Grvstogenheit allgemein verbreitet. In der zweiten Hälft, de« 12. JabrhundertS war dieselbe in! Oriente jedenfalls unbekannt. wie au- Maim. Mattenoih Anijim 9. 3. erhellt: »Eist allgemeiner Gebrauch, baß die Vorsteher der Armenkasse täglich einkaffieren. und von Freitag zu Frei» tag verthrilen.- R. Josef Karo bat diesen Passus weggelaffen. Auch wird im Eli!ja Rabba 92, 12. im Namen de- R. Jsak Loria (im 16. Jahrh.) angeführt. daß während de- -,'ויברך;-.י gespendet werden soll, daß aber die Sammlung später geschieht. (S. auch S. Kohen znm I. D. 249, 4.) Aneiner weitern Niurrtuchung dürste sich ergeben, daß da« Sammeln vo» Spenden in der Kirche älter ist. als da« Sammeln in der Synagoge, ohne daß die Orthodorir die von den Kabbalisten herrührende Nachahmung anstößig gefunden hätte. — Ju Betreff der Judcngaffe weist Herr Borge» aus Dajilh ׳ Ehakasch 286 und S. Kohen das. 7. hin.*) *) Indem wir dem grundgelehrten Herrn Borges für seine Tbeilnähme und für seine srenndlicheu Zeilen ergebenst danken, gestatten wir uns. zu bemerken, daß die vo» ihm angeführte Stelle sich wirklich im Kidd. 31. n. findet. Da« קעקע, welchem Muffafia griechischen Ursprung gibt, scheint mir y.oxxv£t/v—Ära8 tn zu sein. Bemerkungen. Herrn RabbinatSäspiranten Dr. Morgenstern in Wien. Ihr schätzbarer Aussatz über den verewigte» Maunbeimer ist mir leider zu spät zugekommen. Herrn Prof. Stößel. Ich danke ergebenst. Allewird erscheinen. Wegen Mangel an Raum mußten auch mehrere Korrespondenzen ür die nächst, Nummer zurückgelegt werden. Konkurs. (3-3) I» der hiesigen isr. KulluSgemrinde ist die Stelle eine« Dajjan oder RadbinalS-Affefforzu besetzen, mir welcher ein JahreSgrhalt von 400 fl. ü. W. und freie Wohnung verbunden ist. Bewerber haben ihre החרת הוראה, ihre sonstigen Zeugnisse, sowie den Ausweis über ihr Alter, ihre Kenntniß der ungarischen Sprache und ihre Familienver« häliniffe ihrem Gesuche beizulegen, und bizum Ist August I86L an den gefertigten Vorstand portofrei rinzusenden. Szegedin. 3. April 1865. Der Vorjlrind der tjjr. NuHuLgemeinde. Bei Herzfeld L Bauer in Wien (Praterstraßr Nr. 12) erschien und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehe»!: M e «H e9 bei der Gedächtnißfeier für den verewigten Prediger, Hrv. Jsak Noa Mannheimer» am 26. MLr, 1865 im Tempel der Lropeldstadt gehalten von Dr. Adolf Iellinek, Prediger der israelitischen KultuSgemeinde in Wien. Preis 20 kr. mit Postvrrsrndung 30 kr. Druck von Sigmund Burger in Szegrdin.