Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 16 (19.4.1865)
- Date
- 1865-04-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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fö 13. Wer י 5zegei>ill. De» 19. Jlprif 1863. 31'trn Mittworb erscheint ein Pränumerationaprei«: Ganzjährig 7 Tblr. 20 Mn ®tanaaja. Inserate find an dir Redaktion;in E,e« g'din. an Herrn lM, Milkle, /ran&fsri a. U. ober an WocOciißCn(( für jüdl'jche Theotogie. *״si *.״״־' C. ״ c K CO .. * Aulergafft Nr. 10) in TDl» Herausgeber und Redakteur: |U ftnt״l> THZ «P B* «» *L. H» Oberrabbiner zn Zzegedin. Die Lspaliige Petilzeile wird g mit 10Nkr.n2Sgr. berechnet. A Liiyelne Nummern 15 kr. Man abounirr brr allen Post» äuncr» u. Buchhandlungen de« In- »nd AiiSlanre«._ Inhalt Zirkular dc« Kuratorium« der ..Prediger Maiiliheimer-Stifiung « — Die Institution der Dorleliinaen de, de» Jude» de« «Iterlbum« ß Bon Heinrich Dcnisch. — Aeußerunge» über die jürisch-lheologischen Giitachkcn de« Rabbiner« Dr. Hochstädter Don T ffab« — Da« Brod 8 Bon Zgnaz Reich. — Norrefpottdenz. ÄuslanS. Frantsur« a. M. Bereut. Augsburg. Inland. Wien. Pest. Pest. Ofen Alkost» Seaedin' f S;eged,n. F1!»'k1rchcn. Sliihlwelßenbura. Gran. Neuhäiisel. Szenie«. Sz.nie«. Makü. Nagv-.ffallü. Veßprim. Prag. Holle,chau. - Beantworliina 1 der Fragen. — Bciiierliingkn. — Zuserate. " « JirftiiOir Des .Kitrnlorinins Der ״PreDigerMamiheimer- Sliftung “ Als im Oktober deö Jahres 1863 die Wiener israelitische KnltuSgeincinde daS siebzigste GeburtSfest ihres hochgeehrten, nun in Gott ruhenden Predigers Herrn I. N. Mannheimer feierte, widmete der edle Greis einen ihm als Ehrengabe zur Verfügung gestellten Betrag von 4000 fl. in 5"/״ MetalliqueS-Obligationen für eine Stiftung ״deren Zinsertrag״ iß jährlich znr Unterstützung von Rabbinern, Predigern und Lehrern, die dienstunfähig geworden sind, oder deren Witwen und Waisen verwendet werden solle." Schon damals hatte der treffliche Mann, der mitten unter den Aufregungen eines von den freudigsten Kundgebringen begleiteten Tageö an nichts als an Wohlthun dachte, eine Erweiterung dieser seiner Stiftung im Sinne, die so recht der Ausdruck eines milden, hochherzigen und gehodenen GemütheS war. Gewiß! DaS Unterzeichnete Kuratorium gehl nicht irre, wenn eS die ״Prediger Mannheimer-Stiftung" gleichsam als ein V e r m äch t niß nicht nur an die Wiener Gemeinde betrachtet, deren Vater. Freund und Seelsorger in dem unersetzlichen Verluste deS theuern ManneS betrauert wird, sondern über- Haupt an die Gemeinden der Monarchie und an Alle, die die Bedeutung Mannheimers erkannten, indem er die Bitte anSspricht, ihm zur Erweiterung und Fortbildung dieser Stiftung, dieses LieblingSgedankenS deS seligen Herrn Mannheimer, die Mittel an die Hand zu geben. Zu segensvoller Thätigkeit berufen, wird die so erwei« terte und reichlicher auögestattetc Stiftung nicht nur ein Vermächtniß deS viel betrauerten ManneS sein, sie wird sich zugleich zu einem Denkmal der Pietät und Dankbar« keit gestalten, an welchem sich alle Freunde, alle Verehrer deS großen LehrerS in Israel in innigster Einmüthigkeit bethkiligt haben. Die Herren Vertreter der Wiener KultuSgrmeinde ha« bcn demgemäß, in voller Würdigung deS angestreblen Zweckes, gestattet, daß die für die ״Prediger Mannheimer, Stiftung" kinlanfenden Beiträge (selbst die kleinüen nicht ausgeschlossen) durch die Gemeinde« kanzlei (Seitenstättengaffe Nr. 4, 2. Stock) gegen Em« psangöbestäligung entgegengenommen werden können. Ferner i»t jedes Mitglied deS Unterzeichneten Kuratoriums gerne | bereit, Beiträge entgegenzunehmen. Die cingezahltcn Beträge J werden durch die öffentlichen Blätter gehörig anSgewiesenN werden. Wien, 30. März 1865. Das Kuratorium brr ״Prediger Mannheimer-Atiftung." jp Ignaz Bobelle. L. S. Fischet. Jul. Ritter v. Goldschmidt. 8 Dr. Kompcrt. Dr. G. Wolff. Die ״Milulion öcrlMcfungcii“ ki öcii Men öcs ilfictlljums. Eine Vorlefu » g. Don Heinrich Deutsch. Religionslehrer in Pest.*) Indem ich mich anschicke, über dieses Thema zu lesen, kann eö keineswegs meine Absicht sein, die geehrte Ver, sammlnng mit irgend einem neuen, völlig unbekannten Stoffe bekannt machen zu wollen. Der Gegenstand an sich ist viel, mehr jedem, auf dem Gebiete unserer Kulturgeschichte auch nur halbwegS Bewanderten hinlänglich bekannt und über allen Zweifel erhoben. Diese meine Vorlesung hat bloS den einsachen Zweck hervorzuhebeu, wie die ״Institution der Vorlesungen" bei unseren Vorfahren zuerst nur auf re, ligionswissenschaftlichem Boden Wurzel schlug, nach und nach aber sich zu solcher Blüte entfaltete, die mit ihrem Blüte», staube daS ganze Gebiet deS sittlich praktischen und sozialen Lebens befruchtete. Ferner, um darzuthun, daß, nachdem diese Institution schon vor Jahrtausenden bei unseren Vorfahren einheimisch gewesen, wir im Geiste unserer Religion und Geschichte handeln, wenn wir von Zeit zu Zeit an populär«, wiffenschastlichen Vorlesungen lebhaften Antheil nehinea. Die Institution der religionSwisseuschastlichen Vorle« sungen im jüdischen Volke ist ebenso alt, als daS jüdische Volk selber. Seitdem die Israeliten ein selbstständiges und freies Volk geworden, und daS göttlich geoffeubarle Gesetz seine individuellen, sozialen und statlichen Verhältniffe re« gelte, seitdem ist auch die Institution der Vorlesung nicht bloS Sitte, sondern auch heilige Pflicht in Israel. — Daß diese Institution zuerst aus dem Boden der Religion blüht« *) Diese Vorlesung!flirte von mir im ungaeisch-israelirllrWM Vereine 1u ungarischer Sprache gehalten. . 2 89