Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 14 (5.4.1865)
- Date
- 1865-04-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 14. Achter FahrgllW. Zzegebin, den S. April 1865.־ 3rtf« Mitlwoib »rscheia« «in Dogen. Prän umerationspreia ש ng 7 fl..-4 2blr.. LV ^lbj.3a. 50kr.'.2DMr. io sgr., oirrtrlj. 2 ß. 5Ü>.'M. Liiyklne Nummern 1» Ürr. Man abounir« bei altrn PÄVäniirrn u. DuchbanelungemLe« Zn« »116 «uÄlantc«, Kn KnmnM Vochenßtall für jiUikjche Tkjeotogie. Herausgeber und Redakteur: JL.«k v. Oberrabbiner zu Szegedin. Inserate find an die Redaktion .11, Sjk, gedia. an Heren kill» Jältiu io SranifBtl 1. M. oder an Herrn.Zgnsz IleallNK (kleine Ankergaffe Ne. 10) in Me« ju sende». Die Lspaltige Petitzeite wird mit 10 Nkr.2״Lgr. berechne». Inhalt. Kn die Abonumnicn. — Die vkrsllnedciie» GeisieSrichtiingen, wie sie sich in de» vier AuSlegungSarteu der heiligen Schrift auSgevrLgt baden. Boi. Dr.8. Adler,. Landrabbincr. — Zkorrespondenz. Ausland. Ncw-Bork. Elcvelanb. Breslau. Fürth. Ankona. Turin. Easote. Zniand. Peil. Pest. Pcsi. Szeged,!». Szcgedin. Siublweißenburg. Gr. Kauizsa. Gr. Kantzsa. Aus dem Beßprimer Komikale. Kun.S».«MiklüS. Neutra. Kolli». Brot». Dir S-at-bathgrsellskliast III. Bom HcranSgrbrr. — Kurze Nouzen aus dem Gebiete der Literatur. Vom Herausgeber. — Lilrräriscker Kolbo XXXV'.. Bon M. (5. Kehn. — Fragen 0011 Mitarbc».r» des ״B. Eh.' — Berichtigungen. — Bemerkung,n. — Zuserate. Neuen Abonmmtm können wir noch mit vollständigen Excmplcmm des gegenwärtigen Jahrganges dienen. Die Absnnenten werden ersucht, das Blatt von L»er Post abholen zu lassen. Die nersshiebenen Kistezrishinngen, wie sie sich in Öen nicr üusffQuinx^nrlcii ber heiligen Sdjrifl aus־ lW'jnügi haken. C r ai Vortrag, am Stiftiillgslage der Ecsrlljschafl drr Humanität ln Lasset, gehallcu dru 2». «oocinber 1883. Bon Dn. rL. Adler, Landrabbiner. Meine vev;ehrten Anwesenden! Auf drei Dingem steht die Welt, sagen unsere Weisen, aus Thora (Lehre), (GotteSverehrung und Wohlthäligkcit. Diese drei Dinge sinrd ein ״dreifacher Faden", der nicht zerreißt, welcher Viele׳ ,so vereinigt, daß auS den Einzelnen, ohne dein Einzelnen saune Selbstständigkeit zu entziehen, eine Gesaminthcit ober Geimeinschaft wird. Sie sind ein einigendes geistiges Band. Zeder einzelne jener Fäden für sich, ohne mit den anderem ׳.verbunden zu sein, wäre nnr schwach und würde nur lockerr Zusammenhalten. Welche Kraft liegt im Verständniß der Lelhre, wenn GotteSverehrung und Wohlthätigkeit nicht damit verbunden sind? WaS ist nicht GotteSverehrung für ein schwackbeö Band, wenn die wahre Quelle der« selben, die Kenntniß tt\r.r Lehre mangelt, oder die Wohlthätigkeit als deren sichlLbarer Ausdruck? Ja, was ist selbst diese für ein schwächlicher, zerreißbarer Faden, wenn die beiden ersten fehlen? Mlle drei müffen einander durchdringen, und je mehr daS LeÜre.n in allen Dreien als eine geistige Kraft sich manisestirr,. mm so mehr besteht in ihnen das ei׳ nigende geistige Banlr״ Biele vereinigend und in ihrer Bereinigung zusammenhalmmd. Aber bleiben die Vereinigten immer dieselben? sind sie nicht!!in einer beständigen, bald freiern, bald beschränktern Entwicklung begriffen? sehen wir den Stern der Kultur eines Volkes ovmr cincrGemeinschast jemals gänzlich stille stehen? So dürfen untd können aber doch auch die Fäden, aus welchen daö einigende׳ Land besteht, nicht immer dieselben bleiden! Dürfen und köumen aber diese verändert werden, einer Umwandlung oder Umgestaltung anSgesetzt sein, ohne daß eine Auflösung der Gefammtheit entsteht oder doch zu besorgen wäre? Fürwahr, gar Manche glauben: je starrer uud unveränderlicher daS äußere, die Gemeinschaft oder den Derein einigende Band ist, um so mehr seien Gemeinschaften und Vereine vor Auflösung und Verfall gesichert. Aber nichtist irriger, als diese Anschauung. Der Verfall oder die Auflösung einer Gemeinschaft ist niemals die Folge der Umge« staltung und Veränderung deS ׳ dieselbe einigenden Bandes, sondern im Gegentheile, wenn dieses in seiner Umgestaltung hinter den Vereinigten znrückblcibt, entsteht Verfall und Auflösung. Die Menschen sind nicht ein Bund Stroh oder ein Bündel Reisig, welche, wenn einmal zusammengebuuden, so lange daS Bindemittel nicht gelocker! wird, gebunden bleiben. DaS organische Leben steht ja niemals stille. Der Geist hat aber nicht minder seine Gesetze der Entwicklung, denen er sich nicht entziehen kann, wie daS Leben der Natur. Mit unauf- Hallsamen Drange nach Vorwärts schreitet er weiter, und welche Zügel man ihm auch anlegcn mag. er ist für die Dauer in seiner Bewegung nicht zurückzuhalten. Wie ber Frühling, man weiß nicht woher, der ganzen Pflanzenwelt neues Leben zuführt, so giebt eS in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft FrühlingSepochen, deren Entstehung-- grund nur sehr schwer oder auch gar nicht aufzufinben ist. ES ist ein Gesetz deS Geistes, welches unter den Zeitgenossen znr Geltung gelangt, und von keiner noch so starken Macht unterdrückt werden kann. Auch jener dreifache Faden darf und kann der Ent- Wicklung nicht entzogen werden. Schwache Geister Ängstige a sich ob deS Einflusses, den die Riesenfortschritte der Kultur auf die Religion überhaupt und besonders auf die Genossenschäften eines positiven Religionsbekenntnisses anSübea; schwache, kurzsichtige Geister bestreben sich, diesen Einfluß fürchtend, ihm Einhalt zu thun mittelst Abwehrung der LebenSwärme, welche in alle Schichten der Bevölkerung uud in alle Verhältnisse der menschlichen Gesellschaft eindringt. Wer, statt seinem von den Eiflüssen der Gegenwart oder der nächsten Vergangenheit beherrschten Urtheile zu vertrauen, die Geschichte, nicht die der Jahrzehende seiner Jugend oder seiner Eltern oder seiner Großeltern, sondern die der Jahrhunderte seiner Ahnen, der Jahrtausende seiner Ur- und Ururahnen befragt; wird in dieser nicht ein Hiaab-^ , sondern ein Hinaufsteigen deS menschlichen Geistes w.ahr^ü