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Ben Chananja · 1865-03-29 · 13 (29.3.1865) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
13 (29.3.1865)
Date
1865-03-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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M 13. Sjcjeöin, Den 29. Mrz 1863.,,. Wer stahkgwg. Irden Mittwoch «rschriut ein krtnnworatlaLqinli: «an,jährig 7 (L,=z4 Thlr. 20 Ege., balbj.Sfl. SV kr.. 2 Thlr. 10 Sgr., Viertels. 2 fl. öfl. W. Einzelne Nummern 15 kr. Man abonnirt bei aNeo Postämtern u. Buchhandlungen de« Zn« und Auslände«. H« ÄllMMfit. Wochenölalt für jüdijche Theologie. Herausgeber und Redakteur: JE: 993^11» ]L^W. Oberrabbioer ,11 Sregedio. Inserate find an dir Redaktion '.in Sze« ' gedin. an Herrn UH« Jliflm in XranKfuI «. As. oder «« HerrnAra«» (kleine «akergaffr Nr. 10) in Vit» za senden. Die 2spaltige Petil,ell« wird mit 10Nkr.^2Sgr. berechnet. Inhalt. Gründung jüdischer Schulen iw Orient. Aufruf drr Alliance in Pari«. Ukdecsttzt vom HrrauSgebrr. — Munk'« Eröffauuglrrde im Collöge dr Franc,. (Schluß.) Dom Hera»«grbrr. — Ein orlhodorer Hiricnbrirf. Urbrrirßt vom HrrauSgebrr. — Nrkrolog. Dom Heraus» gtbrr. — Korrespondenz. Inland. Wien. Wien. Pest. Altofrn. Gr. Bec«k,rrk. Szikßü. Nyirrgyhüza. S. A. Ujhely. S. «. Ujhcly. Kascha». Kollia. — Bemerkung. — Zusrral. «grüMilg jüdischer ächutea im Lrimt. Aufruf -er Alliance israclitc universelle in Paris. *) Israeliten! Nicht aus Eitelkeit ergreifen wir daS Wort. Seit dem Tage, wo unser erster Aufruf Eure Herzen bewegt und den fruchtbaren Samen der Alliance universelle auSgestreut hat, haben wir mehr gehandelt, als gesprochen, und unsere Mittheilungen, unsere Verbindungen haben Euch verständiget, daß sich unser Einfluß in einem immer weiter werdenden Kreise bethätiget. AlS wir unS, in Uebereinstimmung mit unseren Statuten, gelobten, allenthalben für die Emanzipation und den Fortschritt der Israeliten zu wirken, konnten wir schon vor« hersehen, welche verschiedene Formen unser Streben werde annehmen muffen, und welch beträchtliche Hilfsquellen erforderlich sein werden, wenn wir unö nicht auf unfruchtbare Wünsche beschränken wollen. Der Augenblick ist gekommen, Israeliten, ein bleibendes Werk zu gründen, und gemeinschaftlich für die dringendste und erste aller Emanzipationen, für die deS Geistes nämlich, unter denjenigen unserer Brüder thätig zu sein, welche, in fernen Ländern wohnend und den prekärsten Verhältnissen unterworfen, daS von unS erwarten, was sie sich selbst nicht zu geben vermögen, weil ihnen sowol die Erfahrung fehlt, welche die Verbesserungen begreift, als auch die Initiative, die sie unternimmt, und ebenso die Aufklärung, die ihre Annähme bewirkt, wie daS Geld, daS sie ausführbar macht. Schon haben wir dieses Werk bescheiden angefangev; aber die Zeit drängt, die Verzögerung ist strafbar, und eS ist für unö eine gebieterische Pflicht, alle lebendigen Kräfte deS JudenthumS in Anspruch zu nehmen, um das Heil¬ *) Mit ditscm Ausrufe erhielteo wir folgende« Schreiben: »Pari«. 24. Mär, 1865. Sr. Ehrw. de« Herrn Oderrabbioer« Leop. Löw in Szegedin. Sehr verehrter Herr! Sie werden e« un« nicht ver« argen, wen wir. Ihrem Anerbieten gemäß, Ihre Güte von Neuem in Anspruch nehmen, und Sie mit der Bitte belästigen, unfern jüngsten Aufruf zu Gunsten der Schulen im Orient in Ihrem geschätzten Blatte zu veröffentlichen, und einen Separatabdruck der Uebersetzung veranstal» ten zu wollen. Drr letzee von Ihnen besorgt, Bericht hat einen so günstigen Erfolg gehabt, daß wir auch vou Ihrer ferner» Mitwirkung recht viel Ersprießliche« rrwarlea, und nicht anste» hrn, dieselbe zu unserm gemeinnützigen Werke zu verwenden. Empfangen Sie zum voraus unfern wärmsten Dank und den Ausdruck unserer de« sondern Hochachtung. Der beigeordnele Sekretär: 8. Nordmann." »Den Ehananja" wird stet« stolz darauf sein, der edlen Alliance seine geringen Dienste widmen zu köunen, und fleht er jeden Augenblick mi: wahrer Freude zu ihrer DiSpofiiion. Red. mittel in ein günstiges Verhältniß zu der Größe deS Nebelzu bringen. Lassen wir für einen Augenblick Europa, wo zwar noch nicht Alles geschah, wo aber doch Alles auf dem Wege ist, zu geschehen. Ueberall gelangt mau zur Toleranz, um dann zur religiösen Freiheit überzugehen; ln einer Zeit, wo die Intelligenz und daS Talent die Hebel der Welt sind, gönnet man dem sich auSzeichnenden Juden überall seine» Platz. Mit der Bildung und der Freiheit kommt in der Seele Alles ins rechte Geleise. Die Judenheit Europas macht unS daher keine Unruhe; sie wird ihre Aufgabe allein, ober beinahe allein lösen. Wir werfen aber unfern Blick in weitere Ferne, in jene Länder nämlich, wo die Lage unserer Brüder seit den entferntesten Zeiten fast unverändert geblieben ist. In Marokko wohnen mindestens 300,000 Israeliten, in Tunis und Tripolis 80,000. Die jüdische Bevölkerung der europäischen Türkei und der Inseln muß man wenigstens ans 300,000, die der asiatischen Türkei, SvrienS und PalästinaS wenigstens auf -100,000 Seelen anschlagen. 80,000 vegetiren vielleicht am Tigris und Eufrath, im alten Mesopotanien, dem Geburtölande Abrahams. Und wenn wir noch weiter in Asien Vordringen würden, wir fänden auch dort, sowie in den weniger bekannten Gegenden Afrika-, sehr zahlreiche jüdische Bevölkerungen, die unseren Ideen so fremd sind, als ob unS nur Jahrhunderte und nicht räumliche Entfernung von einander trennen würden. Nichtkann mit der Trägheit verglichen werden, in welcher diese intelligenten Bevölkerungen schmachten, indem sie, wenn auch nicht politischer Unterdrückung, so doch der von der Unwissenheit erzeugten Sklaverei preiSgegebeu sind. Die Zivilisation hat von den meisten dieser Gegenden, wo Wir so viele Brüder zählen, noch nicht Besitz genommen. Alles, wäs bei unS, den Söhnen deS Westens, Kraft und Ruhm gewahrt, ist ihnen unbekannt. Und da sie isolirt bleiden, weil ihnen nicht ohne Grund Alles verdächtig ist, waS ihnen von Anhängern einer andern Religion geboten wird, und weil ihnen die Aufklärung oft nicht ander-, als unter der Hülle eineihrem Glauben zuwiderlausenben Unterrichterntgegentritt, scheinen sie zur Unbeweglichkeit verdammt, während Allefortschreitet. Wie soll man aber in so weiter Entfernung erfolgreich auf sie einwirken? Wie soll man bei I . staube die Fackel anzündeu, die denen «esem räumlichen Abf leuchten soll, w«M>k

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