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Ben Chananja · 1865-02-22 · 8 (22.2.1865) · page 1

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Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
8 (22.2.1865)
Date
1865-02-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ädjter ZahrzMg. M 8. SjegeDin, Sc» 22. Mruat 1865,';' I,d»u MitlwoL »rschkiut ein Prinumerationsprei«: Ganzjährig 7 fL.=4 Tblr. 20 Sgr.. balbj, 3 ft. 50 kr.. 2 Tblr. 10 Sgr.. virrtrlj. 2 fl. öst. W. Einzelne Nummern 15 kr. Man abonnirr dri aflen Postämlern n. Buchbauvlnngru dt« Zn« und AuSlanve«. Hm CInmim)». Ibochenklatl für jüdijche Theokogie. Herausgeber und Redakteur: «D BL* 1L. B» Obrrrabbinrr zu Szegrdin. Inserate find an dir Rcdakliou;in 8zegrdiu. an Hrrrn DU« fflifitft in ■franifarl 1. Jf. »der an Herrn.3qh»j Urimer (fteinc Sntrrgaffe Nr. 10) in Me» zu senden. Die 2spal1ige Petiizril» wird mit lO Nkr.—2 Sgr. derechnel. Inhalt Da« Drr׳in«westn in Israel seil den älttstr» Zeiten bis auf den heutiaen Tag. Dom Heraii-grber. — Die Schicksale und Bester» dünge» der iiraeliiischen Gemeinde zu Rcchnitz Don Dr. Zivl'er. — Korrespondenz. Luslaud. Nrw Aark. Berlin. Pari«. Pari«. London Bukarest. Iolao». Wien. Wien. Wien. Wien. Pest. Pest. Deßprim. Deßprim. Lemliu. .1apo,v-ir. Gr. ^kauizsa. Großwardeiu. Llauscuburg. Au« dem Bäcser Aomitatr. Nagy-Körö«. Tapolcza. Waag-Neustadil. Prag. — Spenden. — Bemrrfungeu. — Iuseratr.!Das tfercmsuicfcn tu Jfracf feit Öen dflcllcii 3cilen fiis auf öcu heutigen Lag. lSchluß.'l V. Kultur- und Literaturvereine. Die göttliche Vorsehung erheiterte den Lebensabend Moses Mendelssohns, indem sie denselben die Gründung eines Vereines erleben ließ, welcher die Kultur und den Fortschritt aus seine Fahne schrieb: ich meine ״die Gesellschuft der hebräischen Literaturfrennbe", welcher 1783 in Königsberg in Preußen inS Leben trat. Die Nanien der Gründer, welche im dankbaren Andenken der jübischen Nachwelt fortzuleben verdienen, sind: Jsak Euchel, Mendel BreSlau, Simon Friedländer, Samuel Friediändcr. DaS Organ der Gesellschaft war der Sammler (המאסף), eine periodische Schrift in hebräischer Sprache, welche von Zeit zu Zeit auch deutsche Beilagen brachte. In den ersten Jahren erschien der ״Sammler" regelmäßig jeden Monat; später gerieth das Unternehmen in Stockung. ES erschienen sieben Jahrgänge, der letzte 1797. Die drei letzten Jahrgänge redigirten Joöl Löwe und Aron Wolssohn, Oberlehrer an der königl. Wilhelmsschule in BreSlau. Der ״Sammler" hat in ziemlich weiten Kreisen den Geschmack veredelt, den Sinn für sprachliche und erakte Studien geweckt, einer gesunden Schriftanölegung den Weg gebahnt, und manches Dorurtheil mit Erfolg bekämpft. ES wird Ihnen fast komisch scheinen, eS ist aber wahr, daß eS der ״Sammler" 1784 nölhig fand, für die Kuhpockenimpsnng eine Lanze zu brechen, und die Zulässigkeit derselben von talmudischem Standpunkte zu rechtfertigen. Im Jahre 1785 mußte er eine Diskussion gegen die frühe Beerdigung der Todten eröffnen, und noch 1787 fühlte sich Dr. M a rknS Herz in Berlin, der berühmte Schüler Kantö, veranlaßt, eine ausführliche Abhandlung hierüber im ״Sammler" zu veröffentlichen, welche bis auf den heutigen Tag sehr lesenSwerth ist. Der ״Sammler" erscheint gegenwärtig in einer zweiten Auflage bei Knöpstmacher in Wien. Vierzig Jahre nach der Gründung der Gesellschaft der hebräischen Literatursrennde, 1823, bildete sich in Berlin der ״Verein für Kultur und Wissenschaft der Juden", den mächtigen Fortschritt beurkundend, welchen die *) 8. dir vorig» Nummer. norddeutschen Juden in einem Zeiträume von vier Jahrzehenten gemacht hatten. DaS Organ dcS Vereins war die Zeitschrift für die Wissenschaft deö JndenthumS, welche Dr. Z unz redigirte. Zu den Mitarbeitern der Zeitschrift gehörten David Friedländer, der Freund McndelSsohn'S; LazaruS Bendavid, der scharfsinnige Kantianer; Eduard GanS, der nachmals berühmt gewordene Professor an der Berliner Universität; Ludwig Markus, ein Orientalist, Archäolog und Geschichtsforscher von außerordentlicher Gelehrsamkeit. ES gehört nicht zu meiner Aufgabe, die ausgezeichneten Arbeiten der Zeitschrift, von welcher nur ein Jahrgang erschien, ׳näher zu charaktisiren. Eines erwähne ich jedoch, weil eS Sie de« sonders inlereffiren dürfte. In der Einleitung zu einer Geschichte der Juden im Norden von Europa und in den slavischen Ländern sagt GanS: ״Mit England anfangend, werde ich Holland, die skandinavischen Länder, Rußland und Polen darauf folgen lassen; den Beschluß des Ganzen wird die Geschichte der Juden in Ungarn bilden, obgleich ich wol weiß, daß dieses Land nicht zu den slavischen Ländern gehört. Aber gerade Ungarn macht ein nothwendigcS Glied unserer Kette auS, ohne daS dieselbe nicht bestehen könnte; eü hatte jüdische Infassen viele Jahrhunderte vorher, ehe daS zur Stadt Konstantinopel erhobene Byzanz der Name Stambul entehrte." GanS löste sein Wort nicht ein; sein historischer Aussatz blieb unvollendet. Die ruhmvolle Fahne seiner unterdrückten Drüder verlassend, ging er zu den Unterdrückern über. Ja Folge dessen löste sich der Verein auf, um erst am 1. Jänner 1841 wie ein Phönir aus der Asche zu entstehen. Ich nehme mir die Freiheit, Ihnen die zwei ersten Paragraphe der Vereins - Statuten mitzutheilen. Dieselben lauten: ״ES ist unter dem Namen Kulturverrln eine Gesellschaft begründet worden, welche die Förderung wissenschaftlicher und künstlicher Bestrebungen unter den Jude» bezweckt. Der Verein will diesen Zweck zu erreichen suchen: 1. durch Unterstützung von solchen wissenschaftlichen und künstlerischen Leistungen der Juden, welche einer Unterstützung würdig sind und deren bedürfen, vornehmlich von Schriften, die einen wohlthätigen Einfluß für Juden versprechet^-Lz durch Unterstützung jüdischer Gelehrten für größere iMsK^' schaftliche Zwecke, sowie überhaupt jüdischer SchrMestE und Künstler, welche ausgezeichneter Leistungen fähk^stqb,(, falls der Vorstand des Vereins von der temporären

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