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Ben Chananja · 1865-02-15 · 7 (15.2.1865) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
7 (15.2.1865)
Date
1865-02-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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\1 7 Ächter Jahrgang. 5zegedin, Öen 15. ׳feßniar 1865. I,fe,n Mittwoch ,rschtin» ,io?rLmullsrLliorwxro!»: Gatt,jährig 7 Tblr. 20 Sgr.. balbj. Z st. 50 kr.. 2 Tblr. 10 Sgr., virrtrlj. 2 fl. oft. W. Linzrlnt Nummern 15 kr. Man abonnirt bri a(1rn Post» ämttrn u. Buchhandlung,n dr« 3n« und Ausland,«. Hcn MmmM. INttchettkfall für jüdische Theokogie. H.rauSgeber und Redakteur: L-«» Ohkrrabbinrr ,u Sj,grtio. Inserate find an di, Redaktion!in S,e. g'din. an Herr» Oll« Aksllt» in 5r»1iis«l ». D. oder u H'rraÄrflBBff (11,in, Ankergaff, *Re. 10) in Di«!u skadrn. Dir 2spailigr Petit,,ilr wird mit 10Nk,.—2Lgr. berechn,! Inhalt Da, BereinSiresen in Israel teit den ältesten Zeiten bis ans de» heutigen Tag. Vom Herausgeber. — Die Führung des Einsamen. Bon ii. Duke«. — Versuche über jüditch-arabüchr Literatur. Von A. Neubauer. — Briese zur Eharakteristik der Zeit und der Zeitgenossen. Von Dr. M. Wiener. — Korrespondenz. Äoslanb. Breslau. Inland, wie». Pest. Alloscn. Daranno. Beßprim. Preßburg. Baja. Aus Mährea. — Liirrärlicher .kkolbo. — Ansrage. — Oeffentlicher Dank. — Bemerkungen. — Znserat,. Das Ucrcinsuicfcii in 3fracf seit den dflc/lcn Zeiten Gis ans den ljenligen Tag. (Fortsetzung.') Eine Gruppirung der Gemeinde zum Behufe der Lei« chenbestattung scheint noch im vierzehnten Jahrhundert üblich gewesen zn sein, da GcsetzcSlchrer dieses Jahrhunderts noch davon sprechen, ohne der eigenen Leichenvercire Erwähnung zu thun. Ueberhaupt war daS Mittelalter der Entstehung jüdischer Vereine nicht günstig. Erst im sechzehnten Jahr« hundert werden Vereine erwähnt, die die Aufgabe hatten, den Dahingeschicdenen die letzten Liebesdienste zu erweisen. Der Name dieser Vereine war ursprünglich חברא קדישא רקברנים, heiliger Verein der Leichenbestatter, später ה׳ ק׳ רנמילור־ח חסרים heiliger Verein für LiebeSwrrke, abgekürzt: Chevra Kaddischa, daher der fragliche Verein in deutschen Schrift« stücken häufig heilige Brüderschaft genannt wird. Einer der ältesten LeichcnbestatlungSvercine ist der zu Prag, welcher im vergangenen Jahre sein dreihundertjäh« rigcS Jubiläum feierte. Seine wesentlichsten Einrichtungen verdankt dieser Verein meinem Urgroßvater, R. Jehuda Löwe, der als Prager Oberrabbiner am 22. August 1609 starb, und den die Volkssage so sehr verherrlicht. Die älte, sten Leichenvereinöstatuten, die ich zu lesen Gelegenheit hatte, wurden 1657 in BoSkowitz in Mähren abgefaßt. Wer die Statuten der alt?״ jüdischen Vereine liest, muß bekennen, daß die Juden nicht nur in bürgerlicher, sondern auch in sozialer Beziehung, in Betragen und Gesittung, mächtig fortgeschritten sind. ES ist dies nichts Außerordentliches; denn welches Volk wäre im Laufe von Jahrhunderten nicht fort« geschritten? Seitdem die Menschen von KopernikuS lernten, daß der Planet, den sie bewohnen, nicht stillsteht, sondern sich bewegt, wollen auch sie nicht stehen bleiben. Da eS aber auch im Schoße der Judenheit nicht Wenige gibt, die sich lieber rückwärts, als vorwärts bewegen, so verdient eS kon« statirt zn werden, daß auch die Geschichte der Vereine den Satz bestätiget: Die die Vergangenhelt kenne», wollen nicht zurückgehen, und die zurückgeheu wollen, kennen nicht die Vergangenheit! ES wird Sie nicht wenig überraschen, wenn ich Sie versichere, daß sich die heiligen Vereine in manchen Städten *) S. fei, vokigt Numwre. die Zünfte zum Muster genommen haben. Ich rede nicht von den jährlich wiederkehreuden Banketten, weil man mir einwenden könnte, daß auch der Talmud religiöse Bankette kennet. Daß aber die ueueingetretenen Mitglieder beim Ban« kette aufwartcn mußten, erinnert sicherlich an den gleichen Dienst der jungen Meister! Für jedes neu zu inkorporlrende Mitglied wurde vom Vereine die Jnkorporationötare festge« setzt, ganz wie bei den Zünften! Ja, die VereinSalieder, die die Uebung gewisser Liebesdienste übernommen hatten, detrachteten diese Uebung als ihr Monopol, zu dem sie keinen Fremden zuließen. In Prag wiesen sie selbst die dankbaren Schüler ab, welche dem entschlafenen Lehrer jene LiebeS« dienste erweisen wollten! Wer sollte hierin nicht den Zunft« geist erkennen? Co sehr wir also auch dem frommen WohlthäligkeitSsinue unserer Väter Gerechtigkeit widerfahren las« sen, indem sie in religiöser Hingebung freudig Dienste lei« steten, die in andern Kreisen bezahlt werden mußten, so müssen wir doch zngestehen, daß sie ihrer Zeit nicht voran« geeilt sind. Sie werden eS daher nicht mißbilligen, daß wir hinter unserer Zeit nicht zurückbleiben wollen. In neuerer und neuester Zeit kam eS namentlich in unserem Vaterlande öfrerS zu Kompelenzstreiligkeiten zwischen den Vorstehern der Chevra Kaddischa und denen der Ge« meinde. Auch diese Erscheinung ist nicht!״ו,. I» dem BoS«! kowitzer Vereinöbuche findet sich ein Protokoll von 1754, in welchem schon solcher Streitigkeiten Erwähnung geschieht. In Ländern, wo die jüdischen Kultusangelegenheiten gesetz«! lich organisirt sind, wie in Frankreich, kann eS zu solchen Kompelenzstreitigkeiten keine Veranlassung geben.! Da einmal durch die LeichenbestattungSvereine der Im» Z puls zur DereinSbildung gegeben war, konstituirtea sich im Lj Laufe der Zeit auch andere WohlthätigkeitSverelne, und zwar j zunächst für Krankenpflege (בקור הולים). DaS Schriftstück,! welcheich Ihnen hiermit vorzuzeigen die Ehre habe, ent«! hält daS KonstituirungSprotokoll und die Statuten deS jüdi« schen Vereins für Krankenpflege in Eisenstadt vom Jahre j 1768. Einer die Wichtigkeit der Krankenpflege von refigtd« I sem Standpunkte hervorhebendeu Einleitung folgen dieM-1 28 Punkten bestehenden Statuten, welche von dem Lemel Levi und vom Gemeindevorstande bestätiget ebenfalls Unterzeichneten zehn Gründer kapItalisirt^,E'^M send Gulden zu Gunsten deS Vereins. DaS ganze ist hebräisch abgefaßt; uur wo dem Verfasser der Statute«^

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