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Ben Chananja · 1865-01-11 · 2 (11.1.1865) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
2 (11.1.1865)
Date
1865-01-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Lü-Präs.' Dom Bürgermeister der (du: yreistadt Ezegedia. ־־ Sr. Hochvürdeu Herrn Leopold Löw» al« verantwortliche» Re, dakteur de« »De» Chauanja* * betitelten israrlit. Wochenblattes in Loko: Zn Folge de« Zutimate« Sr. Erzelleoz de« Herrn Statthalter« von Ungarn vom 14. Dtjember l. 3-, 3. 7785» fetze i«b Tw. Hoch, würden davon in Kenutuiß, daß Zhr bei der hochliblichen k. ungarischen Hofkauzlei eingereichte«, die Freigebung der behördlich verbotenen Publi- Tation der auf die Gründung einer ungarischen RabbinerbildnngSanstalt bezüglichen Schriftstücke betreffende«, hier beiliegende« Gesuch au« dem Grunde nicht erfüllt werden konnte, weil die fraglichen, auf die Gründung der ungarischen RabbinerbildungSanstalt be« züglichen Schriftstücke ausschließlich zu amtlicher Der. Handlung bestimmt sind, so daß sie vermöge ihrer Natur, besonder« bei dem gegeuwärtigeu Stand» de« fraglichen Gegenstände«, nicht geeignet erscheinen, ,ur Kenntoiß und Benützung de« Publikum« gebracht zu werden. Szegedin, am 30. Dezember 1864. Zosef Tafchler, Bürgermeister. In Folge dieses hohen Bescheides bin ich natürlich auch von der Veröffentlichung meines Gutachtens zurückgekommen. Die Zulässigkeii einer wissenschaftlichen Besprechung der Seminarfrage ist aber durch diesen Bescheid nicht ausgeschlossen. Wir werden uuS gestatten, eine solche Bespre« chung der Aufmerksamkeit unserer freundlichen Leser zn empfehleu. ״Die Rührung Des Einsamen" Don Leopold Duke«. (Fortsetzung.') Obwol die ganze Haltung der in Rede stehenden Ab- Handlung aristotelisch ist, — eine andere Methode als die aristotelische war damals nicht bekannt, — so enthält sie dennoch manche poetische Elemente, die an sich interessant sind, und eine Art Verwandtschaft mit der platonischen Republik haben. Die bereits angeführten Worte: ״eS ist ein Theil der Politik (״(והוא חלק מרינה, welche sich in der ebenfalls bereitS erwähnten Ueberschrift der Abhandlung befinden, und im ersten Augenblicke auffallen, zeigen klar an, daß gewisse politische Formen vorschwebten, und daß die Abhandlung ur, sprünglich als eine Art politischer Exposition betrachtet wurde, und für gewisse gesellschaftliche Zwecke gebraucht werden sollte. Trotz seiner Einsamkeit wirb der ״Einsame" dennoch als ein wichtiges Mitglied der Gesellschaft in ihrem großen Ganzen betrachtet, wenn er auch nicht für die gewohnliche Gesellschaft paßt. In einer solchen wird der ״Einkäme" wenig verstanden, und er läuft Gefahr, für eiuen gutmüthigen Narren erklärt zu werden, wie denn auch viele imaginäre, von Dichtern geschaffene Charaktere in Gesellschaft kein besseres Los finden würden. Der Ruhm, der sich mit ihrem Namen unauflöslich verbunden, würde sie nicht vor kalter Aufnahme in der Gesellschaft schützen, und sie als überflüssige Gäste erscheinen lassen, wenn sie sich nicht zu dem Tone der Gesellschaft herablassen würden. Thäten .sie aber die-, so wäre ihr Charakter verloren! Hamlet, der melaucholische und unklare, würde in einer Whist-Partie viel klarer und verständlicher werden; mit diesem Verständnisse verschwände aber das, waS ihn eben zum Hamlet macht! Alfarabi, dessen Werke MaimonideS sehr lobt, spricht von einer An geistigen Utopienö, wo höhere Bestrebungen im gewöhnlichen Leben im Umlaufe find , wo. eine höhere Moral bke Menschen leitet, und dieselben vernünftiger' und glücklicher sein sollen , als mau sie alle Tage zu sehen bekömmt; wo man nicht dem Scheine, hem Alles nachläuft, folgt, sondern das wahrhaft Gute liebt und vollführt; wo sich mit Einem Worte, das Ideal verwirklicht hat. Alledies nennt Alfarabi: המרעה החשובה taS noble Land.') DaS Ganze scheint eine Nachahmung von Plato'S Republik zu sein, welche mehr berühmt, als bekannt ist. Wäre dieselbe bekannter, würde sie weniger berühmt sein. Manche scharfe Ecken der Wirklichkeit, woran man sich oft gestoßen, findet man auch in dieser Republik als alte Bekannte wieder. Manche Leser wissen vielleicht nicht, daß die Zensur, ein bitteres Wort, auch von Plato in seiner Musterrepublik eingeführt wird. Dies allein dürfte hinreichend sein, um Manchen von der Bewerbung um daS Bürgerrecht in der platonischen Republik zurückzuhalten. Auch iu dem ״noblen Lande" befindet sich Manches, daS nicht ganz unserm Geschmacke entspricht. Nach Alfarabi steht eS dem Herrscher frei, seine Religion für die allgemeine LandeSreltgion zu erklären, und dieselbe seinen Unterthanen aufzudringen. Plato'S Zeitgenossen mochten die Zensur wol unbehaglich gefunden Haben. Dagegen mochte die Ansicht Alfarabi'S, trotzdem daß man ihn zuweilen für ungläubig erklärte, seinen Zeitgenossen nicht ausgefallen sein. ES war ihre eigene Ansicht!«) Ein von Jbn Kaldnn angeführtes 3) arabisches Sprichwort lautet: ״Die Menschen folgen der Religion ihrer Herrscher!" (Fortsetzung folgt.) Erwiderung an Nr. 8. Carmofij in .fcauftfutt a. 31L Bon De. M. Wiener. (Schluß.') Sie sehen hieraus, mein Verehrtester, daß Sie׳ sich mit Ihrer Aeußerung our lächerlich gemacht haben. Daß Ihnen die Benutzung meines Ducheö viele Schwierigkeiten machen mag, gebe ich gerne zu; allein der Grund hiervon liegt ganz wo anders, als in meinem Bucke. Ist eS Ihnen aber darum zu thun, daS Urtheil von Fachmännern über diese Arbeit kennen zu lernen, so lesen Sie , um von auderen Beurtheilungen zu schweigen, die darüber erschienenen Rezensionen im ״Hamburger Korrespondeuten", iu den Heidelberger Jahrbüchern, in Lewysohn'S kritischen Blättern und in v. Sybel'ö historischer Zeitschrift, oder überzeugen Sie sich von den anerkennenden brieflichen Acußerungen deverstorbenen Archivars Bochmer, des Prof. Dr. G. Waitz in Göttingeu, deS Prof. Dr. JaffS iu Berlin, deS gehetmen Archivdirektors Dr. Moue in Karlsruhe, oder ziehen Sie Erkundigungen ein bei dem Archivar Prof. Dr. Kriegk und dem Präsidenten deS Vereins für Geschichte und AlterthumSknude in Frankfurt a. M., Herrn Dr. Euler, welcher am 21. März 1862 iu der literarischen Sektion deS gedachten Vereines iu öffentlicher Sitzung einen Bericht über mein Buch unter Hervorhebung deS in demselben Geleisteten erstattete. Den Urtheilen solcher Männer gegenüber, denke ich, wird daS Ihrige wohl weiter von keinem Belange sein. In Betreff dessen, was ich Ihnen sonst noch zu bemerken hätte, kann ich mich kurz fassen. Daß 1679 (S. 911 ׳) Man konnte ti, Worte: הכל הולך אחר המראח (Malkoth 4, a) zu Trägern diese« Gedanken« wachen. *) S. unser Sa!, d. Gabirol S- 50. Zu unserer rabbiuische» Sprachsünde S. 76 gaben vir eine Stelle au« einem feiner Werke, welche da« Ideal eine« vollkommenen Manne« aufstellt. *) Hodbe«, — der Newtou der Politiker, wie ihn Napoleo» nannte, — batte dteselbe Ansicht, woraus wir bereit« im Ben Gabirol S. SO aufmerksam machten. - ׳ Zn dessen ״Prolrgomena', französische Uebersetzung E. SS. *) S. dir vorige Nummer. ') S. die vorige Nummer.

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