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Ben Chananja · 1865-01-04 · 1 (4.1.1865) · page 2

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Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
1 (4.1.1865)
Date
1865-01-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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3 .;’•.1VI r»J1w;f• i 1r»0 ,1. •/\ןן:ז.׳)[ון 1 ....... teren wird m diesem Jahre noch wärmere Sorg-, falt gewidmet werden, als bisher ge^chcch; י ' 8. Eingehende Beurtheilungen der einschlägigm neuen literarischen Erzeugnisses 'י 9. Kasualpredigten von allgemeinem Interesse; 10. Sehr gelungene Gedichte religiösen Inhalts. Unsere verehrten Mitarbeiter, denen »Ben Chauanja" seine besten Erfolge zu verdanken hat, werden fortfahren, ihn in der Förderung des Rechtes, der Wahrheit und deS Friedens zu unterstützen. Eine siebenjährige Ersah, rung hat ihm die herzerhebende Gewißheit verschafft, daß 1 sein Streben für die Erkenntniß und die Entwicklung deS f Judenthumö nicht ohne Nutzen geblieben ist. Dies berechtigt t ihn zu der Hoffnung, daß auch seine künftigen Bestrebungen j f unter dem Beistände GolteS nicht fruchtlos bleiben werden, j Szegedin, den 1. Jänner 1865. Verdient Roses Rendelssohn einen Platz in der Kslhichle des Ltaatsrechtes? Mit btsondtttr Rücksicht auf Grschichtt der WisstnschafltU in Drulschland. 1. Bd. Geschichte deallgemeinen SlaatSrechtS und der Politik. Seit dem 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Don.3- T. Blnntschli. München 1864. Zum Sterbetage Meudetssohus: 4. Iäliner 1786. Manche Erkenntnisse stehen mit keiner Nationalität in irgend einer Verbindung; wir erinnern nur an die Mathematik und die Naturwissenschaften. Wenn gebildete Nationen ihre großen Mathematiker und Naturforscher ehren, so zollen sie dem Geiste und Verdienste nur den gebührlichen Tribut, ohne dabei auch nur im entferntesten an einen Triumph nationeller Ideen oder Institutionen zu denken. Graf SierakowSki ließ in Krakau seinem großen Landömanne Nikolaus KopernikuS ein Denkmal errichten*); aber weder ihm, noch einem andern gebildeten Polen konnte eS in den Sinn kommen, die großartigen Entdeckungen ihres gefeierten KöpernikuS mit dem Polenthume in Verbindung zu bringen. Dieselben Wahrnehmungen werden von der Geschichte der Filosofie bestätiget. Die Scholastiker deS Mittelalterhingen mit ihrer Nationalität nur an sehr schwachen Fäden zusammen. Sie trugen die im Wesentlichen von den Griecheu stammende Filosofie in der Sprache der Römer vor; uur in den Werken der Syrer, Araber und Juden gab sich rin nationales Element zu erkennen. Die lateinische Sprache war die diplomatische Sprache der Wissenschaft im christlicheu Europa, ihr wurde vor allen lebenden Sprachen der Vorzug gegeben. Ja Leibnitz, der deutsche Filosof, schrieb seine Throdicee in französischer Sprache, und bekannte seinem Freunde HabbenS, daß er sich als ״Amphibie" in Monument teigt die Inschrift: 8t» »01, vv wvvevol ~1ז7י« werden HLufiz als Bibelspruch brzeichurl; in dieser Fas- . -ba stch aber der Spruch Nicht in der Bibel. / '׳' 1^- /s. .;־!•!דהה!(׳!'• ],■•!(hft 4 Frankreich wie in Deutschland einheimisch fühle. Kaut lehrte seine tiefen Gedanken wol ln deutscher Sprache, seine Filosofie hing aber mit dem Deutschthume seiner Zelt eben nur durch die Sprache zusammen. Er war weit eutfernt, sei« System für einen Zweig deS Baumes der deutschen Filo, sofie zn halten, da er diesen für verdorrt ansah, und ihm alle Lebensfähigkeit absprach. Die Präcedenzen der kautischeu Filosofie find mehr in England, als in Deutschland zu suchen! ES gibt aber Gebiete geistiger Schöpfung, wo die Einzelnen den Ruhm, der ihr Haupt umstrahlt, mit ihrer Nation theilen müssen, indem die Verfassung, die Justitutionen und daö öffentliche Leben ihrer Heimat den Boden bilden, der sie, indem er ihnen zu ihrem geistigen Wachsthume den erforderlichen Raum gönnte, zugleich mit der uöthigen Nahrung versah. DaS Staatörecht ist ein solcheS Gebiet geistiger Thätigkeit. Dies zeigt auf eine sehr lehrreiche Weise daö überschriftlich genannte Buch Bluntschli'S. Seinen Titelblättern zufolge soll eS der erste Theil einer Geschichte der Wissenschaften in Deutschland sein. Gleichwol nehmen die italiänischen, holländischen, englischen und französischen Staatörechtölchrer den größer» Raum deS DucheS eiu, und sind sie eS, denen das Staatörecht und die Politik die wesentlichsten Entdeckungen und Bereicherungen verdanken. In Deutschland war, wie der Verfasser zu wiederholten Malen unumwunden bekennet, kein fruchtbarer Boden für diese Wissenschaften vorhanden. Die berühmtesten deutschen StaatSrechtSlehrer deS siebzehnten Jahrhunderts, Pufendorf und ThomasiuS, wurden in ihrer Heimat verfolgt, und ersterer mußte sogar im AuSlande Dienste nehmen! . Auf die deutschen Klassiker übergehend, sagt der Dersasser: ״Unsere großen Dichter dachten wenig an das Daterland, als ihr Geist sich in jene reinen und sonnigen Höhen deö Ideals emporschwang, von wo sie die Welt, daS Treiben und Sinnen der Menschen überschauten." (S. 282.). Er nennet hierauf Lessing, dem eS zunächst nur um die GeifteSfreiheit zu lhun war; Wieland, der zuweilen mit dem Gedanken eines anmuthiger geordneten Staates spielte; Klopstock, der sich ans daS politische Gebiet nur verirrte, wenn er sich den Träumereien einer schwärmerischen Romantlk überließ; Gvthe, der sich der Staatöwiffenschaft möglichst enthielt, und seine olympische Ruhe durch kein politischeS Streben stören ließ; Schiller, der allein gewagt, ben Schleier von den verborgenen Wünschen und Strebungen deö Volkes wegzuziehen und die Gedanken der Zelt zu verkörpern (278—280); endlich Herder, dem er eine auSführlickere Darstellung widmet (280—286). Moseö MendelSsohn, der Verfasser deS Jerusalem, wird mit Stillschweigen übergangen. Und doch schrieb Kant unterm 18. Angust 1783 an Mendelssohn: ״Herr Friedländer wird Ihnen sagen, mit welcher Bewunderung der Scharffinnigkeit, Feinheit und Klugheit ich in Ihrem Jerusalem gelesen habe. Ich halte dieses Buch für die Verkündigung einer großen, obzwar langsam bevorstehenden und fortrückenden Reform, die nicht allein Ihre Nation, sondern auch andere treffen wird."

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