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Ben Chananja · 1864-12-28 · 52 (28.12.1864) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
52 (28.12.1864)
Date
1864-12-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1043 tnig der löbliche Beschluß gefaßt wurde, die armen Schulmädchen״ alljährlich mit ״öthigen Kleidungsstücken zu versorgen, und sind auch von den Vereinsvorsteherinnen Frau SchopkeS Therese und! Frau Deutsch Baöette 14 armt Schulmädchen zu diesem Behufe zur Votiz genommen worden. Ueberhaupt dürfen wir gelegenheitlich nicht unerwähnt lassendaß die eben angeführten edelgesinnten Frauen eS sind, die im Vereine noch mehrerer Damen solcher Gesinnung der hiesigen Mädchenschule bei jeder Gelegenheit und in jeder Beziehung ihre wärmsten Sympathien zuwenden. — Zn der That ist dies der süßeste Lohn. H. Neumannn. Lehrer an der Mädchenschule. RagysAäroly, 12. Dezember. Der 6. d. M. war für ganz Käroly ein sehr trauriger Tag; alle Stadtbewohner ohne Unterschied der Religion, klein und groß, reich und arm, folgten der Bahre einer jungen Frau, der Frau des Herrn Ignaz Pollatsek. -- Die Dahingeschiedene Eßler Pollatsek zählte 26 Zähre, war ein Bild von Schönheit und Anmulh und war Mutter von fünf kleinen Kindern. Sie war die Zierde eines jeden gesellschaftlichen Zirkels, der Stolz und die Freude ihrer Eltern und der ganzen Familie, die freudenstrahlenbe Sonne ihres nun sehr tief gebeugten Mannes, und die Mutter aller armen Witwen und Waisen; denn dies war ihre einzige Frende, Gutes zu thün, Schmerz und Unglück zu lindern, Elende und Gebeugte zu unterstützen. Sebr paffend kann man bei ihr anwenden: איש את J7־P לא?, man sieht ihr Grab nicht, man kennt ihren Tod nicht; sie lebt in dem Herzen ihres liebenden Gatten, in dem Herzen ihrer Eltern; sie lebt in den Herzen ihrer Geschwister und Anverwandten > sie wird immer leben in den Her,en ihrer theuren Kinder, die durchs ganze Leben den Namen ״Mutter" mit süßer Znbrunst aussprechen werden; aber mehr als alles dies: Sie lebt in dem Herzen der Armen und Unglücklichen׳ der Witwen und Waisen, denen sie immer und zu jeder Zeit Mutter war; und bei ihr heißt es: טוב ישם משמן טוב mehr als Alles ist der Ruhm über die Zeit erhaben, ויום המות מיום היולדך und der Sterbetag bringt.der Ewigkeit näher, als der Tag der Geburt. Gebe ihr Gott die ewige Ruhe — ־־־ וערבה שנתך möge dein Schlaf angenehm sein und Friede deiner Asche. Schönfeld. , יא Nagy-Kallv, im Dezember. Sie haben Recht. Wie es unter den gegenwärtigen gebildeten Rabbinen Schildträger der Reaktion gibt, so ist es sehr leicht möglich , daß «S unter den Zöglingen der zu gründenden Rabbinerschule!Romantiker und heuchlerische Fanatiker geben wird. Warum eifern denn aber die Orthodoxen dennoch so heftig gegen die Gründung eines Rabbiner-SeminarsWeil sie glauben, daß die Zeschiboth ihren Tendenzen besser entsprechen, als ein zeitgemäß organifirtes Znstitut. Ein witziger Laindan aus Galizien gab vor einigen' Tagen in einem hiesigen Kreise folgendes Gleichniß zum Besten : ״Drei Studenten fanden einst einen schlafenden Bauer, den Zügel seines, Esels in der Hand haltend. Zwei der muthwilligrn jungen Leute trieben das Thier weg; einer derselben bekleidete-sich mit dem Geschirre. Der erwachende Bauer war nicht wenig erstaunt, einen Menschen an der Stelle'seines Esels zu finden. ״Erschrecket nicht", sprach der Student mit bewegter Stimme, ״es wird euch nichtzu Leide geschehen. Zch bin der Sohn eines Zauberers, der mich, weil ich ungehorsam gegen ihn war, auf drei Zahre in einen «Esel verwandelte. Die Zeit der Verherung lief in dieser Stunde ab." Bor dem Spuck erschreckend, hatte der Bauer nichts Eiligeres zu thnn, als des Zauberer- Sohn zu entlassen. Als er aber den nächsten Biehmarkt besuchte, um einen Esel zu kaufen, verlangte er von dem Verkäufer eine schriftliche Bürgschast, daß der zu kaufende Esel keine- Zauberers Sohn ist. Nein, versicherte jener. Zhr dürfet ruhig sein: ״aus meinem Esel wird niemals ein Mensch werden!" — Die Anwendung, fuhr der Reisende fort, ist leicht zu machen. Me orthodoxen Rabbinen wollen ihre Bachurim so 1044 > erziehen, daß f« mit Zuversicht sollen versichern können: AuS unseren Eseln werden niemals Menschen werden! r י־ 6 FogaraS, im Dezember. An der Grenze derWalachei in dem reizend gelegenen Kronstadt befindet sich eint kleine, aber sthr gesegnete Gemeinde. Sie zählt kaum 15 israelitische Familien und befitzt denuoch ein Gotte-Hans im elegantesten Styl , einen geregelten Gottesdienst, waS hter zu Lande eine Seltenheit ist, und eine fleißig besuchte Religionsschule. Herr L. Arom'ohn ist der Stifter und die Seele der Gemeinde, welche fich an de» sefardischen Ritus halte. Die hiesige Gemeinde, zwischen Kronstadt und Hermannstadt fituirt, verdient , in vielfacher. Beziehung die vorzüglichste jüdische;׳Gemeinde Siebenbür-, gens genannt zu werden. Sie ,besitzt die schönste Synagoge» die mitW einem Thurme versehen ist, und die beste jüdische Schule de- Landes. Ueber die übrigen Gemeinden Siebenbürgens und deren Kulturzustände berichte ich nächstens. (Zch bitte darum. Red.) Battonya, IS. Dezember. Wenn auch der Vorstand meinem Bericht wider,pricht, so ist es dennoch unleugbare Thatsache,daß daL.Rezitiren des Zoscheb be Sßeßer durch den Rabbiner eiügestellt worden ist. Andererseits erkenne ich bereitwillig an , daß in Folge meines Be, richteS die frühere Gepflogenheit rehabiliiirt wurde. Daniel Kohn. Lofonez, IS. Dezember. Die Erörterungen über die Gitter« frage find kaum zu Ende, und unser Herr-Rabbiner: Singer, der den Satz beschworen und mitunterzeichnet hat,! daß jedes wie immer beschasfene Seminar zur Ncvlogie tsthren muß, ist so liebenswürdig, uns sogar mit zwei Fragen zu beschäftigen. Zuvörderst ist er entschlossen, der Gemeinde in Betreff des Trauungsortes zu opponiren. Der vorige Rabbiner, Goldzieher , nahm zwar zwölf Zahre hindurch die Trauung iwder Synagoge vor; dieverhindert aber Herrn Singer nicht, darauf zu beharren, daß der TrauungSakt auf der Gaffe vorgennommen werde- Ea fürchtet, wie ich höre, . man werde, wenn, die Trauungen in die Synagoge verlegt werden, Traureden von ihm fordern! Die zweite Frage betrifft die Verhüllung des Hauptes, der Vorbeter^ Wie in zahlreichen andern Gemeinde» sollen nämlich auch bei uns die Vorbeter während ihrer Funktion eine angemessene Kopfbedeckung tragen. Die Vorbeker verweigern aber in dieser Rücksicht den Gehorsam, weil ihnen, der Rabbiner im Schulchan Aruch gezeigt hatte, daß der Vorbeter sein Haupt in den Talith hüllen müsse. Nun lehrt zwar R. Moses Zfferles ausdrücklich, daß bei der Vorschrift, das Haupt mit dem Talith zu bedecken, keine andere Kopfbedeckung, vorausgesetzt wird, als. eben die de-Talith, so daß die Vorschrift dort, keine Anw endung' findet, wo'.für eine Kopfbedrckung anderweitig gesorgt ist. Das weiß auch unser Rabbiner j leider will er aber um jeden Preis den Gemeindevorstehern Opposition machen, damit seine Autorität als die Autorität eines Kirchenseelforgers, wie er fich nrnnt, recht in die Augen springe. Daß er aber durch seine an den Haaren herbeigezogenen Neckereien die Antipathie gegen sich -und seine Partei nur vermehrt, braucht kaum gesagt zu werden. Noch ist Zeit, einer gemäßigtern Praxis» die Frieden stiften würde. den Vorzug zu geben. Eiu Gemeindemitglied. — Hög«ß, (Tolnaer Komitat) im Dezember. Die hiesige Gemeinde besitzt zwei Funktionäre, die in weiteren Kreisen bekannt zu werden verdienen: den Rabbiner Kojetein und den Vorbeter Goldmann- Zener ist ein Mann von ausgebreitetem talmudischem Wissen und nicht gewöhnlicher Bildung; dieser verfügt über schöne Stimmmittel und befitzt eine umfassende Belesenheil in der neuhebräischen Literatur. Beide Funktionöre find in der Gemeinde mit Recht allgemein geachtet. §. Olmütz, 23. Dezember. Von unserm »ackern und gelehrten Retigioiislehrer Markus Herzka find unter dem Titel: Dibre Chachamim Sprach und Sacherklärungen zum babylonischen Traktat Berachot erschienen.

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