Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 48 (30.11.1864)
- Date
- 1864-11-30
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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985 986 weniger. Da nun — wie wir im zweiten Artikel dieser Ab- Handlung bis zur Evidenz nachgewiesen haben, und wie dies auch aus der synchronistischen Tabelle des Herrn Firkowitz zu resultiren scheintl * 3) — diese letztgenannte SchöpfungSaera dke jüdisch-rabbinische ist: so müssen diejenigen Glaubensgenossen, die unter למטו״כיים verstanden werden, nothwendig rabbanitische Juda er und keine Nachkommen der zehn Stämme Jisraels gewesen sein. Abgesehen davon, daß man weder auf den ältesten historischen Landkarten der Krim, noch in den neuern diesfälligen Landesbeschreibungen einen Ort findet, welcher — wie Hr. Firkowitz verdolmetscht — Matarka^) heißt, so bliebe es immerhin auffallend, baß eine Zetrrechnung, anstatt nach einem weltgeschichtlichen oder nach einem Epoche machenden nationalen Ereignisse oder mindestens nach einem Vvlksstamm rc. — blos nach einem einzelnen Wohnorte betitelt werde, wofür wir in keiner Chronologie irgend eines Volkes ein Beispiel finden. Dazu fragt es stch: Woher auf einmal nach der isolirten Halbinsel Krim rabbanitische Inden kamen und sich dort sogar selbstständig ausäßig gemacht haben sollen, während doch späterhin keine Spur von ihnen dort aufznfinden ist? Ferner: Warum findet stch diese nachschriftliche Bemerkung über □למטרכיי auf keinem der in den veröffentlichten Abdrücken angeführten Grabsteinen? — Und doch müssen es rabbanitische Judäer aus einer der Krim'schen Halbinsel ^) resp. dem schwarzen Meere benachbarten Gegend gewesen sein, mit welcher die dis dahin isolirt lebenden Nachkommen der zehn Stämme Jisraels um diese Zeit die erste Bekanntschaft machten! Dieser Uinstand führte mich auf den Gedanken, daß unter למטרכיים die Judäer, welche damals in Thracicn wohnten, verstanden seien. Schon Josefus (Antiquitäten I, 7.) verdolmetscht den in der Mosaischen Völker-Stammtafel (Genesis 10, 2.) vorkommenden Eigennamen ת(י)רס durch Tracien. Desgleichen erklären beide Talmuden (J. Tr. Megilla z. M. 9. und B. Tr. Joma 10, a.) und der Targum (J. I. V. II. z. Schr. Stelle), sowie auch der Midrasch (rabba z. Gen. 6. 37.) denselben mir תרקא טרקי, ©gaxyg sv. verwandt mit טרסי oder טורסי (vgl. Hz. Talm. B. Tr. Megilla 13, a. mit Targum I.z. Ester 2, 21). Diesen Namen Thrake soll es nach den klassischen Schriftstellenn von der ״wilden" (gebirgigen) Beschaffenheit seines Bodens 4 * *) und von dem ״wilden" (barbarischen) Charakter seiner Einwohner ^) und ihrer Sprache erhalten haben. ') Beweis: 5625 1865 מ --- ן ab- 4385 ab: 625) tfr< 3־ Rest: 1240 Rest: 1240 s) Den», daß hierunter — nach der Firkowitz'schen Annahme (vgl. die ebr. Zeitschrift ״Zion" B. I. Seite 141) — das heutige a ußerhalb der Halbinsel liegende Taman (wobei doch das £ von מטרכא ebenfalls nicht zum Eigennamen gehört und auch sonst keine Lautverwandlschaft obwaltet) verstanden wird, ist sehr unwahrscheinlich! Dazu bliebe noch immer die nachfolgende Frage ungelöst. 3) -®fll. Hzdas Targum (OnkeloS und Pseudo-Jonathan) über den gleichfalls ״steinigen" und ״unwegsamen" Bezirk Argvlh (V. Mos. 3, 4), was deshalb mit טרכונא verdolmetscht wird. 4) Waren ja die Thraeier baS wildeste Kriegsvolk bei den Griechen und Römern, und bei letzter» wurden auch die wildesten Klopffechter so genannt; gleichwie חרטי im Ehaldäischen ״Schildträger" bedeutet. Bei den Alten heißt das schwarze Meer kontus Luxinus, und die größte Halbinsel darin, tue Krim Taurioa Oksrsonssus; wie sie auch gegenwärtig noch Taurien genannt wird. Dieses Wort bedeutet ״Gebirge" (daher auch der Name des dortigen gro- Selbst der macedontsche König Philipp kolmte dieses Volk nicht ganz besiegen. Erst dessen Sohn eroberte völlig dieses Land und vereinigte es mit Mace tonien (aiaedica). Allein nach dessen Tod fiel dieses Volk wieder ab, wählte stch seine eigenen Fürsten und breitete sich immer mehr aus, so, daß nach dem Untergänge des macedonischen Reiches unter Thracien auch das vormalige Macedonien, Dacien und sogar Jllyrien mit inbegriffen waren. °) — Es ist darum natürlich, daß die nach der Zerstörung des zweiten Tempels in diese thracischen Gebirgsgegenden eingewanderten Judäer von dem wilden Charakter der Landesbewohnec angesteckt wurden und deshalb bei ihren rituellen Freudenfesten zuweilen in thörichteu Uebermuth ausarten konnten, was dann von den Feinden des Judenthums wie gewöhnlich zur Verleumdung desselben mißbraucht worden ist. Nun berichtet uns die allgemeine und die jüdische Geschichte 7), daß unter bem schwachen oströmischen christlichen Kais er T heo d o siu s II. — desselben, welcher auch das ein halbes Jahrtausend im jüd. Stammlande (Palästina) bestandene Patriarchat, des Hil l e l'schen Hauses im ersten Viertel des fünften Jahr- Hunderts christlicher Zeitrechnung,, resp. mit dem Tode des letzten Gamaliel (!ר׳ גמליאל בחראר) auflöste — harte Ausschließungs- und Unterdrückungsdekrete gegen die Juden in Großthracien ergingen, weil dieselben angeblich an ihrem Pur im feste ein Hamaus-Bild an einen Galgen hängten, was von der damals judenfeindlichen katholischen Geistlichkeit als eine Anspielung auf die Kreuzigung Jesu mißdeutet wurde, und dergleichen Vorwände mehr. Mit Recht wird daher behauptet, daß unter der Regierung dieses allzuschwachen Kaisers eigentlich die grausamen Zeiten des verfolgungssüchtigen Mittelalters für das Judenthum begonnen. Die katholische Hierarchie maßte sich von da an und weiter eine grenzenlose Herrschaft über die christlichen Fürsten an, die einheitsglaubigen Arianer wurden von nun an bis zur gänzlichen Vernichtung verfolgt, viele Synagogen jüd. Gemeinden wurden durch den von katholischen Bischöfen aufgeregten Pöbel zerstört — neue durften keine mehr gebaut werden, die jüdischen Einwohner bald da bald dort geplündert und verbannt; und so schritt der Fanatismus im Laufe der Zeit immer weiter, bis er iu der spanischen Inquisition und ihrem schrecklichen Auto-da-FS seinen unmenschlichen Gipfelpunkt erreichte. ßen Gebirgszuges Taurus), oder ״Bergland"; und stammt ans dem aramäischen "))״ טBerg", verwandt mit dem ebräischen צור ״Fels״ (daher auch der Name der phönizischen Hauptstadt Tyrus). Da nun im Hebräischen ״Berg" eigentlich ר,ר heißt, so dürfte der in der Parallelstelle des I. B. der Chronik — welche bekanntlich das zuletzt verfaßte Buch der h. Schrift ist — Kap. 5, V. 26. (gegenüber der Hauptstelle im II. B. der Könige 17, 6. und 1811.) hinzugefügte Name ״ רראdas Bergt and" auf die spätere Uebersiedlung eines Theiles der 2V, ostjarden'schen . Stämme Jisraels von den Ufern des kaSpischen Meeres nach dem ״Berglande" (Taurien) der Krim hindeute, womit also die Hauptfrage des Gelehrten in der hebräischen Zeitschrift ״Kerem Chemed" (V, Br. 17. Art. 11.): ״Wann und wo findet sich in den alten geschichtlichen Urkunden — gegenüber den betreffenden talmndischen Mittheilungen im B.Tr. Kiduschim72, a. eine Spur davon, daß Nachkommen von den 10 Stämmen JiScalS nach der Krim gekommen seien" ihre Lösung fände. י) @.Plinius 1,4. cap. 11. — Appian in 8yriao. — Herodot I, 5. ד) Vgl. Allg. Welthistorie, Band XXVIII Buch 15, §. 28 — bafirt auf die betreffenden Mittheilungen des Oocksx Tbvoäosianus lib. 16. 18. und 21. — mit Jost'S Geschichte der Juden, Band IV, Buch 14, Kap. ll von Seite 223—230 und G r L tz's Geschichte der Juden, Band IV, Kap. 10, S. 450 und 451. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.