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Ben Chananja · 1864-11-16 · 46 (16.11.1864) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
46 (16.11.1864)
Date
1864-11-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Siebenter Jahrgang. M 4®. 8zegebin, 9m 16. Äonember t884. Jeden Mittwoch erscheint ein Boge». Pranumerakionspreis: Ganzjährig 7 fl., balbj.3 fl. 50 kr., vierrelj. 2 fl. öst. W. Einzelne Nummern IS kr. Man abonnirl bei allen Postämtern n. Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. « CilAnmchr. Mochenktatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: Oberrabbiner zu Szegedin. Instrate sind and. Redaktion in Szegedin oder an Hrn. IkiMj WglM m Leipzigzn sende». Die Lspaltige Petitzeile wird mit 10 Nkr.^7 2 Sgr. berechnet. Nedaktion: 3 Kroneii-Gaffe, Politzec'sches Haus. Inhalt: Albert Cohn'S Autobiographie. — Reiseberichte. Paris. Von Bargella. — Das Leuchten auf Gräbern. Von Schütz. — Korrefpondenz. Ausland. Odessa (PiliSkerS Tod.) Inland. Wien (Synode in Galantha. Hildesheimer und der südliche Libanon.) Pest (Isr. wnsMr 6K^I6t. Folgen des Cbaßidismns. Hirschler'sche Einrichtungen.) Szegedin (Zur Biograste des Red. des ״B. CH.") Karlsbnra (Liberalismus.) Rima-Szombat (Replik.) KällO (Schule.) Altofen (Spenden.) Njhely (Singers Verdienste.) Szenies (Berichtigung.) Prag (Kolliner Uustnu.) — Literarische Anzeigen. Lebrecht'S Lese. Angezeigt vom Herausgeber. — Erklärung von PineleS. — Spenden für die Familie Fischer. — Bemerkung. — Inserat. Inhalt der Beilage. Antiseminar-Petitionen. — Geschichte von Rechnitz. Von Dr. Zipfer. Albert Lahiss Äirtob iograghie.*) In Briefen an feinen Sohn. Nach meiner Rückkehr von der siebenten Ptlgerschast in den Orient wünschst Du, mein theurer Sohn, die schuftliche Darstellung der Ergebnisse meiner verschiedenen Reisen in den Orient. Mündliche Mittheilungen sind flüchtig und lassen keine Spur zurück. Das Leben selbst ist kurz und erheischt gebieterisch , daß wir uns sammeln, um denen , die nach uns kommen,״ die Resultate unserer Erfahrung zu hinterlassen, damit dieselben nicht genöthigt seien, bei jedem neuen Unternehmen die mehr oder minder fruchtbaren Versuche ihrer Vorgänger zu erneuern. Du hast Recht, mein Söhn. Indem ich dem Gefühle väterlicher Liebe folge, will ich zu Hun versuchen, was ich bisher vermied , weil mich eine gewisse Schüchternheit zurückhielt, die lieber handelt und wirkt, als spricht und erzählt. Ich werde ein wenig von mir selbst sprechen, weil ich kein anderes Mittel habe, die Wahrheit zu berichten; die Wahrheit aber ist, wie unsere Weisen sagen, das Siegel Gottes. Uebrigens gibt es zwei Arten von Demuth: Die eine führt allen Ruhm auf die Vorsehung zurück, und sieht in sich selbst nur ein Organ Gottes, sich sehr glücklich fühlend, daß sie zum Werkzeuge irgend einer Mission gewählt wurde. Die andere hat den Anschein, als berichtete sie blos Thatsachen, indem sie von sich selbst in der dritten Person spricht, oder ohne Nennung ihres eigenen Namens. Man muß Moses oder Cäsar sein, um sich diese Art von Demuth zu gestatten. Nach dieser kurzen Einleitung gehe ich sogleich zu den Thatsachen über, die mich betreffen, und die mich allmälig dahin geführt haben, daß ich mich, — sei es im heiligen Lande, sei es im Oriente überhaupt, — mit den geheiligten Interessen des Judeuthums beschäftige. *) Aus dem Französischen im U. T. Am Ausgange des letzten Versöhnungstages wurden es fünfzig Jahre, daß ich meinen wenig bemittelten, aber aufrichtig frommen Eltern in Preßburg in Ungarn geboren wurde. Schon frühzeitig fühlte ich mich zu Frankreich, wie nicht minder zum Oriente besonders hingezogen. Meine Anhänglichkeit für ersteres, das mein und Dein Vaterland geworden ist, mein theurer Sohn, erklärt sich leicht. Mein sel. Vater war Enkel des R. Abraham Elsaß, eines französischen Emigranten, welcher unter Ludwig XIV. gezwungen war, Hünningen zu verlassen, aus welchem der Eroberer, des Elsaß einen Wäffenplätz »zu machen beabsichtigte, weshalb die Vortige jüdische Gemeinde sich auflösen/und die jüdische Einwohnerschaft den Wanderstab ergreifen mußte. Mein Urgroß- Vater, dessen Namen ich führe, kam nach einer ziemlich lang dauernden Reise, während welcher er sich einige Zeit in Amfterdam aufhielt, nach Preßburg in Ungarn, welches zu allen Zeiten seine Gastfreundlichkeit gegen unsere Glaubensgenosse n bewährte. Hier verheiratete er sich, und man nannte ihn ver- : möge der Gewohnheit jener Zeit nach dem Lande, aus welchem er kam: Elsaß. Diesen Namen führte auch mein seliger Vater: R. Schimschon Elsaß, indem er zugleich den den Namen Cohn beibehielt, welcher, wie du weißt, mehr auf eine religiöse Würde, als eine eigene und besondere Be- Zeichnung hindeutet. Meine Anhänglichkeit für Palästina und für Alles, was den Orient betrifft, verdankt ihren Ursprung der durch und durch religiösen Erziehung, welche ich besonders von meiner ehrwürdigen Mutter erhielt. Diese war eine geborne Reckendorf aus Trebitsch in Mähren, wo meine Großväter als Oberrabbinen und jüdische Provinzialvorsteher aufeinander folgten. R.Zebi Chajjim Reckendorf, mein Großvater, war Rosch Jeschiban; mein Urgroßvater , R. Beer Reckendorf, Rosch Medinah. Eine Erinnerung aus meiner frühesten Jugend hat sich mir tief eingeprägt. Ich mochte kaum sieben 9^- wesen sein, als ich einmal beim sabbathliche^^^E^Ms^

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