Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 45 (9.11.1864)
- Date
- 1864-11-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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913 914 den sei, daß die Königin an den römisch-apostolischen Nuntius wie an die Kaiserin und an die Mutter des Kaisers schreiben wolle, und glaube jene bestimmt, daß dies von Erfolg sein werde. Diese Briefe habe der Sekretär ihm mit dem ersten Kourier zu schicken versprochen oder wären diese!« den vielleicht schon nach Wien gelangt. Auch habe der Sekretär diese Angelegenheit bereits mit dem Vorsteher Salomo in Rom besprochen, damit dieser die Gemeinde in Wien davon in Kenntniß setze. Hierauf habe er dem Sekretär heute geantwortet und ihn nochmals Alles aufzubieten ersucht, wobei er ihm, abgesehen von der Gratifikation, die er von den Wiener Israeliten erwarten dürfe, auch von seiner.Seite eine ansehnliche Belohnung zugesagt hätte, und wenn jene Briefe von Erfolg sein sollten, so wollte er sich seiner Königin, in deren Augen Geld keinen Werth hätte, wie den übrigen hervorragenden Personen, in anderer Weise erkenntlich zeigen. Endlich habe er auch ein Schreiben an die Kurfürstin von Sachsen, mit der er bekannt sei und die auch einmal in seinem Hause abgestiegen wäre, auögefertigt, in welchem er diese ersuche, die Sache mit ihrem Gemahl zu besprechen Und ihn um seine Unterstützung zu bitten; allein da die Vorsteher von Altona gemeint hätten, daß dieses Schreiben fruchtlos bleiben werde, weil sie bezweifeln, ob es in die Hände des Kurfürsten gelangen würde, so hätte er es vorläufig noch zurückbehalten, sei aber bereit es abznschicken, falls die Wiener Gemeinde es wünsche. So weit Teireira. Später kam noch von dem Sekretär der Königin von Schweden ein zweites Schreiben an nebst den Kopien der Briefe, welche diese an die Mutter des Kaisers und an den apostolischen Nuntius geschrieben., hatte und von deren Inhalt Teireira die Wiener Gemeinde in Kenntniß setzte. Die von Jakob Sasportas mitgetheilten merkwürdigen Aktenstücke ergänzen nicht allein DaS, was von Schudt: Jüd. Merkw. I,•343—350, Jost: Geschichte der Israeliten VH*, 291—295, Wertheimer: die Juden in Oesterreich I, 123—131 und von Wolf in seiner neuesten, interessanten Schrift: die Juden in der Leopoldstadt im 17. Jahrhundert in Wien S. 45—52 über die Vertreibung der Juden aus Wien berichtet worden ist, sondern haben auch dadurch einen besonder» historischen Werth, daß sie von einem mit den damaligen Zuständen wol vertrauten Zeitgenossen herrührten und uns einen bis jetzt noch wenig beachteten hochgestellten und edlen Israeliten kennen lernen, der, wie sein Vater Manuel, Resident der katholischen Königin Christine war, mit den einflußreichsten Personen seiner Zeit im Verkehre stand, die Kurfürstin von Sachsen in seinem Hause bewirthete, von dem Glanzeseiner Stellung aber dennoch nicht geblendet wurde, sich für das Wohl und Wehe seiner Glaubensgenossen ein warmes Herz bewahrte und seinen Einfluß auf das bereitwilligste zu deren Gunsten geltend machte. Als ich dies niedergeschrieben hatte, kam mir durch Zufall Nro. 34 und 35 der ״Neuzeit" zu Gesichte. In Nro. 34 macht Herr Rabbiner D. Oppenheim in seiner. Besprechung der gedachten Schrift von Wolf auf das obige Aktenstück ohne Angabe des Fundortes aufmerksam und befremdet es mich , daß derselbe, dem als mehrjährigen Mit¬ Druck von- S i g m und arbeiter des Hamagid mein Artikel doch bekannt sein mußte, auf ihn zu verweisen unterläßt. Auch finden sich in den Angaben des Herrn Oppenheim einige Ungenauigkeiten, die ich hier berichtigen will. In dem Schreiben der Bittsteller an Teireira findet sich nicht das Ersuchen, bei der in Rom lebenden Königin Christine zu erwirken, daß sie ihren Einflnß beim päbstlichen Stuhle für die Juden geltend mache, und außerdem ist das Datum: Donnerstag 2. Nisan, wie oben Anm. 2 bemerkt worden, unrichtig. Auch ist. das Komma zwischen Mordechai und Marsilius zu ür.kickM..dÄ beide Namen einer Person angehören. Ebenso iDMNäme Henoch Sega! unrichtig, da סג״ל als Abkürzung,steht, und alsdann bekanntlich סגן לרה bedeutet. — In Nro. 35 bemerkt Herr Dr. Wolf, daß er nicht glaube, daß die Kaiserin Margarethe und der Bischof Kollonicz dashEreigtziß herbeigeführt haben; allein den bei Schudt, Wertheimer und Sasportas beigebrachten glaubwürdigen Zeugnissen für diese Thatsache gegenüber vermag ich diese Ansicht eben so wenig zu theilen, wie ich in der mehrgedachten Schrift von Wolf einen hinreicheudeu Beweis für seine Behauptung finde. Der Hinweis auf eine Nachbemerkung zu Kayserlings Aussatz soll sich wahrscheinlich auf die von letzterem in dem siebenten Jahrgange des Wertheimer'schen Jahrbuches gelieferten Biographie des Don Manuel Teireira beziehen; allein in der Nachbemerkung zu diesem Aufsatze finde ich keinen Nachweis über Don Isaak Teireira. Dr. M. Wien er. ^ur P'rrMiMe Mmlen! Zn Pest bei M. E. Löwh's Sohn, KönigSgasse und Jsak Rathan, Waitznerstraße, MarokkauerhaUs, sind vorräthig:! Hohen Orts genehmigte! Hebräisch-deutsche geschrieben und herausgegeben von Wilhelm Singer, Hauptschullehrer zu Waitzen. Preis eines Heftes von 8 Mnsterblättern 12 Nkr. , direkt in Waitzen bestellt nur 8 Nkr. Herr S. Szäntü, Redakteur der ״Neuzeit" in Wien äußert ׳sich über diese Borlagen folgendermaßen: Von Wilhelm Singer in Waitzen find Schönschreibevorlagen für jüdische Curfivschrift erschienen, die nicht nur einen leichte.» und gefäsiigen Duktus -bieten, sondern, wie uns scheint, ihre praktische Brauchbarkeit für Schulen bewähren dürften.׳ Die Zurückführung der Charaktere aufeinige Grundstriche und die methodische Anordnung ist unseres Wiffens hier zum ersten Male für diese SchriftSgattung durchgeführt. Möge das Unternehmen Unterstützung finden! Burger in Szegedin. ,;