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Ben Chananja · 1864-11-09 · 45 (9.11.1864) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
45 (9.11.1864)
Date
1864-11-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zun» ״Ben Chananja" Ne. 4L. Zm AjWte der Zegmmart der Ma in «ttngatn. 11. Wortlaut der ortho-o-reu Kabbiner - Petition gegen Me Errichtung einer Nabbinerschule. Mitgelheilt von Abraham Weiß in Preßburg. ' , Geheiligte Majestät! Allergnädigster Kaiser und Herr! Die Kunde von der Einberufung einer jüdischen Notablen- Versammlung zum Zwecke der Gründung eines Rabbiner- Seminars in Ungarn hat schon an und für stch unter allen rechtgläubigen Israeliten Ungarn's, — und es ist dies bekanntlich die weit überwiegende Mehrzahl der jüdischen Bevölkerung, — eine peinlich drückende Bewegung verursacht. ,Als aber erst die Namen dieser Notablen-Versammlung amtlich bekannt wurden, von denen die überwiegende Majorität der neologischen Richtung angehört, mußte daS unter der gläubigen jüdischen Bevölkerung die tiefste Betrübniß Hervorrufen, und dies ist um so. schmerzlicher, als es den Anschein hat, als hätte die Landesbehörde die Absicht, mit der Gründung eines Rabbiner-Seminars, welches selbftverständlich, wenn es noch so mit Bewahrung aller religiösen Interessen eingerichtet wird, doch zuletzt nur znr Neologie führt, die Juden Ungarn's auf dem Wege der religiösen Reform der modernen Neologie gänzlich zu überliefern. Als die Rabbiner Ungarn's von der traurigen Kunde auf das schmerzlichste überrascht wurden, haben sich dieselben beeilt, die k. ungarische Statthalterei-Behörde zunächst auf die Gefahren aufmerksam zu machen, welche durch die Errichtung eines Rabbiner-Seminars im Allgemeinen für die gesetzestreuen Juden entstehen müssen. Mehrere angesehenen Rabbinen, bevollmächtigt von hundert ihrer Amtsgenossen, haben sich im Namen von hunderttausendeu ihrer Gemeindeangehörigen an die?. ungarische Statthalterei gewendet, gegen die Gründung eines solchen Institutes die gehörig begründeten Vorstellungen zu machen. Sie haben den Schwerpunkt ihrer Bitte darin konzentrirt, daß über die für die religiöse Zukunft so hochwichtige Angelegenheit im Prinzipe nicht entschieden werden möchte , bis nicht die ganze Angelegenheit vor den Stufen des Allerhöchsten Thrones allergnädigst geprüft und beurtheilt worden ist. Die rechtgläubigen Juden Ungarn's hegen die beruhigende Ueberzengung, daß ihr Gott ergebener, Erhabener Kaiserlicher Herr, in Oesterreich kein Institut entstehen lassen wird, durch welches die positiven religiösen Grundsätze, die alten Sitten und Gebräuche der Väter irgend eines Volksstamnies deS Kaiserreiches alterirt odep gar gefährdet werden könnten. Um sich nun eine tröstende-Beruhigung zu verschaffenhaben sich, die ehrfurchtsvoll gefertigten Ober- und Komitats-Rabbiner — im Bewußtsein ihrer unerschütterlichen Treue und Anhänglichkeit an daS Erlauchte Kaiserhaus, die sie in der schwersten Zeit der Bewegung bewährt haben, — nach der Kaiserlichen Residenz verfügt, um vor den Stufen des Thrones deS Allerhöchsten und Allergnädigsten Kaisers Schutz für die geheiligten Lebensinteressen ihrer Glaubensgenossen in aller Demuth zu erbitten. — Indem es die ehrfurchtsvoll Gefertigten in ihrem und im Namen ihrer Kollegen und Gemeindeaugehörigen laut Beil A. wagen, vor Gott und ihrem Kaiserlichen Herrn, nach ihrem besten Wissen und Gewissen, der Wahrheit getreu, feierlichst zn erklären, daß die bis heute Hunderte von Jahren bestehenden thalmudisch-theologischen Anstalten, geleitet von den frömmsten und bewährtesten Rabbinen, vollkommen genügen, um für alle Gemeinden dieses Kronlandes wahrhaft fromme und regierungstreue Rabbiner heranzubilden, denen mit Beruhigung die religiöse Zukunft einer jüdischen Gemeinde, — so wie das auch bis auf den heutigen Tag geschehen ist, anvertraut werden kann, mit der Gründung eines Rabbiner-Seminars aber, wenn es wie immer eingerichtet wäre, kein anderer Zweck verfolgt würde, als langsam die religiösen Grundsätze zu alteriren und dieselben auf eine nicht zu ahnende Weise, in eine Bahn zu leiten, deren Folgen sich nicht berechnen lassen, wagen die allerunterthänigft gefertigten die Bitte : ״Ew. Majestät geruhe allergnädigst zu beschließen, daß von der beabsichtigten Errichtung eines Rabbiner-Seminars in Ungarn, — Umgang genommen werde. Durch diese Allerhöchste Gnade allein können die ehrfurchtsvoll Gefertigten wieder getrost zu ihren Gemeinden zurückkehren und. ihre , bisherige Thätigkeit für Gott und Ihren geheiligten Laudesfürsten mit aller Kraft fortsetzen. — Unter Angelobung der unverbrüchlichsten Treue für Eurer Majestät Erlauchtes Kaiserhaus zeichnen in aller Ehrfurcht und tiefster Demuth Ew. Majestät allerunterthänigste und allertreueste Rabbiner. Wien, am 8. April 1864. Folgen die Unterschriften. \y׳: Alfabetisches Verzeichniß der ungarischen Rabbinen, welche unterm 8. April 1864 gegen die Errichtung eines Rabbiner-Seminars in Ungarn petitionirt haben. Mitgetheilt von Abraham Weiß in Nreßbnrg. . ' Abeles. Herman in Bogärd, Weißenburger Komitat; Abeles Mayer.׳in Kitsee,.! Preßburger; Komitat; '׳ Arnstein:: Ahron . in!Bartfeld^s-Särofer : Komitat; Aßod Samuel in:

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