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Ben Chananja · 1864-11-02 · 44 (2.11.1864) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
44 (2.11.1864)
Date
1864-11-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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890 lästina etwas wissen will. Nicht einmal die Streitigkeiten über Almemor, Gitter und Chorgesang kommen vor. Die Trauungen nimmt jeder böhmische und mährische Rabbiner in der Synagoge vor. Dadurch, wie durch viele andere Dinge, legen die Rabbiner in Mahren und Böhmen an den Tag, daß ihnen die Bescheide und Aussprüche R. M. Sofer's nicht im geringsten imponiren, was vielleicht mit der Divergenz der Meinungen über die Lage des Ltbanons zusammenhängt. Ew. Wohlgeboren mühen sich seit einer Reihe von Jahren ab, der ungarisch-jüdischen Orthodoxie, als einem konservativen Elemente, die Protektion der Regierung zu verschaffen. Um dieses Ziel erreichen zu können, lag Ihnen vor Allem ob, die zu protegirende Orthodoxie ans den Stand- Punkt der Kultur zu erheben. Die Forderungen der ungarisch-jüdischen Reformer oder Neologen sind so bescheiden und moderirt, daß Sie dadurch vielen, wo nicht allen Streitigkeiten die, Spitze abgebrochen hätten. Wollten Sie sich nicht entschließen, das Versäumte nachzuholen? Die Mission ist schön und vielversprechend! Genehmigen Sie den Ausdruck meiner Hochachtung, mit welcher ich zeichne Szegedin, 26. Oktober 1864. Ew. Wohlgeboren stets ergebener Diener Oberrndb irrer Iöw, Redakteur veS ״Ben Chananja." Äus dem -ritten. Jahresberichte des Vereines zur Unterstützung mittelloser israelitischer -Ztu-ieren-er in Wien. Die Wirksamkeit des Vereines ist im letzten Jahre bedeutend größer und umfangreicher geworden. Im ersten Jahre während einer achtmonatlichen Thätigkeit, unterstützten wir 48 Studirende mit 1483 fl. 85 kr.; im zweiten Vereinsjahre unterstützten wir 86 Studirende mit 2293 fl. 46 kr., und im letzten eben verflossenen Schul- und Vereinsjahre unterstützten wir 132 Studirende mit 2749 fl. 7 kr. Unter diesen 132 waren: 10 Rabbinatskandidaten, von welchen mehrere filosofische Studien absolvirten (zwei derselben erhielten Unterstützung zu 12 und 20 fl., 6 Kol-! legiengeld von 9 fl. 50 kr. bis 24 fl. Einer die Taren für das erste Rtgorosum 7 fl. und einer die Taren für die Promotion zur Erlangung der filosofischen Doktorwürde 59 fl., in Summa 166 fl. 50 kr.); 101 Studirende der Medizin (71 erhielten ganz oder theilweise Kollegiengeld in Beträgen von 5—36 fl., 2 erhielten Lehrbücher im Preise von 31 fl. 70 kr., 8 erhielten die Taren pr. 42 fl. uud einer 21 fl. zum ersten Rigorosum, 7 ganz oder theilweise die Tare für das zweite Rigorosum in Beträgen von 33—66 fl. 15 kr., 7 ganz oder theilweise die Taren für die Promotion von 29—72 fl., 3 ganz oder theilweise die Taren für daS Doktorat der Chirurgie von 20—47 fl., und 2 Unterstützung ä. 10 fl., in Summa 2196 fl. 80 kr.); 20 Hörer der Rechte (14 erhielten .Kollegiengeld in Beträgen von 8—15 fl., 4 ganz die Rigoro,fentaren ä. 37 fl. 80 kr., einer erhielt Lehrbücher zum Preise von 10 fl. 27 kr. und einer eine Unterstützung von 15 fl., in Sumlna370 fl. 77 kr.) Ein Techniker erhielt Behufs der Feldmessung 15 fl> Dem Vaterlande nach waren 4 aus Wien , 29 aus Mähren, 11 aus Böhmen, 8 aus Schlesien, 67 aus Ungarn, 12 aus Galizien und Einer aus Rußland. Wir glauben, diese Zahlen und Ziffern werden den geehrten Mitgliedern des Vereines, den wir zu vertreten die .Ehre haben, den Beweis liefern, daß wir in ausgedehntem Maße Mildthätigkeit geübt, und in ausgiebiger Weise die studirende Jugend unterstützt und dadurch gewissermaßen die Wissenschaft selbst gefördert haben. Indem wir daher den wärmsten Dank allen denjenigen abstatten, die das Bestehen und das Gedeihen dieses Vereines fördern , bitten wir dieselben, die Interessen dieses Vereines auch in Zukunft wohlwollend im Auge zu behalten, und ersuchen wir diejenigen/ die dem Vereine bisher fern gestanden, demselben beizukreten. Die sprichwörtliche Wohlthätigkeit der Wiener israelitischen Kultttsgemeiube wirb ׳sich gewiß auch stets auf das Glänzendste bewähren, wenn eS gilt, die Interessen der Wissenschaft zu wahren, und ihre Jünger thatkräftig zu unterstützen. Wien, im Oktober 1864. Der Vorstand deS Vereines zur Unterstützung mittelloser israelitischer Smdircnder in Wien. Mannheimer. Lazar Horwitz. I. Ritter v. Goldschmidt. Wilhelm v. Werthe imste im. Em. B i ach. M, Ritter v. Kö n ig swarter. Dr. G. Wolf. Bemerkung. Mehrere Korrespondenzen mußten wegen Mangel an Raum zui r ückgelegt werden. Druck vo« Sigmund Burg-er iu.Gzegediu.

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