Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 44 (2.11.1864)
- Date
- 1864-11-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 44. Stefienter Jahrgang. Sjege&m, öea 2. .ffooemöet 1864;; Jeden Mittwoch erscheint ein Bogen. Priinumerationgpreis: Ganzjährig 7 fl.» balbj.3 fl. 50 kr., Viertels. L fl. öst. W. Einzelne Nummern «Skr. Man abonnirt bei allen Postämtern u. Buchhandlungen des In- und Auslandes. en (i'luinnnj!!. Vochenktatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: LEOPOlin ' JLÖW, Oberrabbiner zu Szegedin. Inserate ' sind an d. Äedaktton in Szegedin oder an Hrn. /ranz Nagner in Leipzig zu senden. Die Lspaltige Petitzeile wird mit 10 Nkr.---S Sgr. berechnet. Vedaktkon: 3 Aronen-Gaffe, Politzer'sch'es Haus. Inhalt: Die Schicksale und Bestrebungen der israelitischen Gemeinde zu Rechnitz. Bon Dr. M. Zipser. — Daö Geographische im achten Bande zu Grätz's Geschichte.. Von Dr. M. Wiener. — Bericht über die 23. Gelehrtenversammlung in Hannover. Von Dr. Alois Müller. — Korrespondenz. Ausland. London (Adresse an Montefiorc. Schluß.) New-Vork (Distriks-Groß-Logen.) Inland. Bonyhrid (Guggenheim.) Rima-Szombat (Gemeinde.) Baja Thvrarolte. S- Nascher.) Neusatz (Geringe Theilnahme für. die Schule.) Ikollin (Noch einmal Guggenheimer.) ספר החכמר־ו• Bon L. Dukes. — Inserat. Inhalt dev Beilage. Sendschreiben an den Herzog von Jerusalem. Vom Herausgeber. — Bericht des Wiener UnterstützungS- Vereins. — Bemerkung. 1 Die Schicksale unti .Bcjlreßmigeu der ismektischea Gemeinde za Zlechmh. Ein Beitrag zur Geschichte der ungarischen Israeliten im 17. und 18. Jahrhundert. Von Dr. M. Zipser, Oberrabbiner. (Fortsetzung.*) Wir wollen nun sehen, wie weit die erwähnten zwei Anklagen begründet sind. Was den ersten Punkt anbelangt, so werden dergleichen Verdächtigungen auch gegen andere Stellen in unserer Liturgie, wie z. B. gegen den Ausdruck מר ראשמ in יכ״ק, der ebenfalls dasselbe Zahlenverhältniß (257-^-557—814) gibt, geltend gemacht, ohne daß sich auch unsere skrupulosesten Gemeinden veranlaßt sehen, denselben zu streichen. An der Einführung obigen Psalms aber war Staßow ganz unschuldig. Bei der Erbauung des hiesigen Tempels, also 30 Jahre bevor er seine Stelle hier׳ antrat , verfertigte ein hiesiger Thoraschreiber, Namens Moses Krakauer aus Nikolsburg, unter mehrern kalligraphischen Werken für die Gemeinden auch einen Sidur mit allen Gebeten für das ganze Jahr. Der damalige Vorbeter kaufte denselben und spendete . ihn der Gemeinde, damit, wie es auf dem Titelblatte heißt, sein Name hier verewigt bleibe. Alle Vorbeter vor und nach Staßow trugen im Tempel die Gebete aus diesem Sidur vor, und Staßow's Vorgänger, Epstein und Sabbatai Proßnitz, die besonders als fromme und gottesfürchtige Männer hier gegolten, wie auch die spätem Rabbiner nahmen an diesem Gebetbuche nicht den geringsten Anstand. Nun aber befindet sich in diesem 1720 verfaßten Sidur Seite 153 am Schluffe des Morgengebetes obiger 21. Psalm vor, was *) S. Nr. 17. 20. 21. 23. 26. 27. 29. 30. 38. 39. unbestreitbar den Beweis liefert, daß Staßow ihn nicht eingeführt. Was aber Kallir an besagter Menora auszustellen hatte, ist mir ganz unbekannt, selbst Landau wußte keinen- Grund für deren Beseitigung anzugebeu. Besagte Menora, ein merkwürdiges Antik von einem Zentner Messing, wurde erst kurze Zeit vor meinem Herkommen, als der Tempel renovirt wurde, veräußert, die Nachfolger Staßow's wußten also ebenfalls gegen dieses Tempelgeräth nichts einzuwenden. Wenn -jedoch Landau so streng in seiner Beurtheilung der Verdächtigten war (S. N. B. 1 יו״ר Nr; 4), so zeigte sich viel toleranter dessen Sohn, R. Samuel, als der Rabbiner zu Paks gegen Chorin in der bekannten Stör-Angelegenheit auftrat. Chorin berief sich auf den Gebrauch in der Türkei, wo dieser Fisch allgemein genossen wird, sein Anklüger replizirte, daß dies dort deshalb geschieht, weil die dortigen Juden Sabbatäer sind. Samuel Landau jedoch erwidert darauf, wie folgt: ״Gott bewahre, Israeliten so zu verdächtigen und zu verleumden! Was berechtigt Sie zu dieser Denunziation gegen unser Volk, wie dürfen Sie jeden für einen Sektirer halten, der etwas erlaubt, was Sie nicht erlauben? dies ist nichts anderes, als übertriebener Fanatismus." (Noda^Bihuda II. ירד Nr. 29.) Wie weit ist also der Sohn gegen den Vater, der Schüler gegen den Lehrer in Toleranz vorgeschritten! Staßow soll bei seinem Leben sogar nach Prag zum Behufe einer Vertheivung und Rechtfertigung, לעמודעל הנסיון , wie sie es nannten, berufen worden sein. Das Resultat ist mir jedoch unbekannt , läßt sich aber leicht von einem Gerichte denken, an dessen Spitze Jech. Landau gestanden. Wir kommen nun zu den politischen Verhältnissen während dieses Zeitraumes (1740—1765.) Nach dem Ableben der Gräfin Eleonora gelangte zur Regierung ihr Sohn, Ludwig Batthyäny, kais. Geheimrath, ObersthofkagHrM Königreiches Ungarn, Erbobergespan des EisenburM"^ tateS und endlich (1751—1765) Palatin des LändH