Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 43 (26.10.1864)
- Date
- 1864-10-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Beilage zum ״Ben Chananjo" Re. 43, finden. Sie werden gewiß nicht nnterlaffen, fich diese neue Thora- Edition, welche vom Verfasser selbst aus Livorno bezogen werden kann, anzuschaffen. DieHaftaroth und Megilloth' sind zum Synagogengebranche beigedruckt. Sin ausführliches alphabetisches Register am Ende des 5. Bandes erleichtert das Nachschlagen in dem reichhaltigen Kommentare. Derselbe enthält auch manche Erkurse, welche, streng genommen, nicht dahin gehören, z. B. im ersten Bande ein Verzeichniß hebräischer Wörter, welche auch die indo-europäischen Sprachen haben, wobei ans ReuanS Geschichte der semitischen Sprachen Rücksicht genommen wird. Da Sie, meine Herren, die Ignoranz und Kulturfeindlichkeit unserer ungarischen Kabbalisten und Chaßidäer kennen, werde» Sie der Gelehrsamkeit und dem Forschergeiste des italiänische» Kabbalisten um so größere Anerkennung zollen. Auf dem Gebiete der hebräischen Sprachforschung hat die Grammatik von Rabbinowicz besonders in Frankreich viel Aufsehen gemacht; dieselbe ist mir aber noch nicht zu Gesichte gekommen. Für den Elementarunterricht im Hebräischen erschien eine kleine Schulgrammatik von Ehrentheil, welche von Goldscheider in Arad bezogen werden kann. Preis: 35 kr. ö. W. Als Beiträge zur filologifchen Bibelforschnng sind die auch in anderer Beziehung sehr wichtigen phönizischen Studien von Prof. Levy in Breslau zu betrachten. Ich zeige Ihnen hiermit das 1. und 3. Heft dieser Studien vor. Als Resultat der bisherigen phönizischen Forschungen ist das phönizische Wörterbuch von demselben Verfaffrr sehr lehrreich. Die biblische und talmudische Sprachwissenschaft wird hoffentlich aus diesem Büchlein vielfachen Nutzen ziehen. Eine sehr beachtenSwerthe Bereicherung der Geschichte der hebräischeu Lexikographie ist Adolf Neubauerö: Abraham Ha-Babli, Auszug aus dem iu Paris erscheinenden Journal ״Afiatique" (8. 24.) Dieser von Abraham Aden Esra und R. Zakob Tom zitirte Lerigraph ist nach der höchst interessanten Entdeckung NeubauerS kein Anderer, als der Karäer Abraham b. David. über welchen in der Ihnen bekannten Notize von Neubauer ausführlich gchandelt wird. Abraham hatte nach dem Dafürhalten des Herrn Neubauer die vorliegende kleine Monografie geschrieben, bevor er'an die Ausarbeitung seines größer« Werkes ging. Unser junger und gelehrter Landsmann Neubauer hat die Selbstverleugnung, seine tief eingehenden Forschungen sehr abstrusen Literatnrgebieten zuzuwenden. Ihre besten Wünsche begleiten ihn sicherlich mit den meinigen- Einzelne Fragen der biblischen und talmndischen Alterthumskünde erfuhren mehr oder minder ausführliche Bearbeitungen, namentlich gilt dies von dem alten Rechte. Ich lege Ihnen hiermit vor: Organisches Rechtssystem in anderthalb Kapiteln der heiligen Schrift. Mit einer Einleitung über den Dekalog von Albert Jonas (Hamburg. Otto Meisner. 1863. 8. 64.) Eine sehr gut geschriedeue'Monografie! Vergangenheit und Gegenwart berücksichtigt: Das Mosaisch-talmudische Eherecht. Von Dr. M. Duschak. (Wien 1864: Will). Braumüller. 8. 146.) Der gelehrte Verfasser ist der historischen Methode, welcher er unter fleißiger Benützung der im ״Ben Chananja" erschienenen eherechtlichen Studien in einem Theile seines Werkes folgt, in andern, und zwar im ,größer» Theile desselben nicht treu geblieben. NichtSdestowe- Niger bleibt sein Buch sehr lesenswerth. Aus dem Gebiete der eigentlichen Dogmatik habe ich Ihnen keine Novität vorzusühren. Lnzzatto'S Moral-Theologie ist von Dr. Igel ins Deutsche übersetzt worden. Ich brauche mich auf diese gelungene Uebersetzung nicht näher einzulaffen, da ich Ihnen seiner Zeit über das Original ausführlich referirt habe. Populäre Religiousbücher sind auch in neuester Zeit mehrere erschienen. Außer der neuesten Auflage des beliebten Wesselyschen Buches nenne ich: Die biblisch rkine Glaubens- und Pflichtenlehre des Jtidenthums, gegenüber dem Un« und Aberglauben von Dr. B. Hochstädter, Bezirkörabbiner und israelitischer Seminar-Direktor zu ׳Bad EmS im Herzogthume Nassau. 1. Heft (L. I. Kirchberger zu EmS 1861. 8. 64.) Preis: 8 Sgr. oder 28 kr. rh. Der tüchtige Verfasser arbeitet selbstständig nach den Quellen, und das treffliche Büchlein gehört ohne Zweifel zu den besten Hilfsmitteln beim Unterrichte der reifern Jugend. Ihre Söhne und Töchter, v. H., werden das Büchlein mit vielem Nutzen lesen und studiren. Als zweites Heft erschienen von demselben Verfasser. ״Religionsfilosofische Erläuterung zur biblisch reinen Glaubens- und Pflichteulehre, gegenüber dem Un« und Aberglauben" (Kirchberger zu Bad EmS 1864, 8. 80.) Der Verfasser schreibt für denkgläubige Israeliten, und diesen wird auch dieses zweite Heft eine Quelle vielfacher Belehrung werden. Kein NeligionSlehrer sollte unterlassen, dasselbe zu studiren. Zum Gebrauche der Orthodoxie erschien: Glaube und Pflich t. Lehrbuch der israelitischen Religion für Schulen von Dr. Israel Schwarz (Köln, Frühbeiß. 1864. 6. 239.) Der Umstand, daß daö Buch bereits in dritter Auflage erschienen ist, beweist zur Genüge, daß es demselben nicht an Verbreitung fehlt. Merkwürdiger Weise gibt der Verfasser die dreizehn maimouidischen Glaubensartikel mit dem Wortlaute des אני מאמין, dessen Verfasser den Maimonides nicht immer richtig aufgefaßt hat. Fälschlich läßt daher der Verfasser, wie viele seiner Vorgänger, den zehnten Glaubensartikel von der Allwissenheit Gottes sprechen, während er nicht ovn dieser, sondern von der göttichen Vorsehung spricht. Die vielen vertifizirten Psalmen und Talmudsprüche werden vielen Lehrern und Schülern ohne Zweifel recht willkommen sein. Die volksgeschichtliche Literatur wird fortwährend von dem unermüdlichen Dr. Wolf in Wien bereichert. Ich habe Ihnen heule zwei werthvolle Schriften von demselben vorzuzeigen: ״Das hundertjährige Jubiläum der israelitischen Kultuögemeinde in Wien", und ״die Juden in der Leopoldstadt" (Herzfeld und Bauer.) Beide Monografien schließen sich den früheren Schriften des wackern Verfassers würdig an. Eine bedeutende relkgiorrsgefchichtliche Untersuchung ist: JosefuS Flavius und die Tradition. Von Dr. M. Duschak. (Wien, 1864. Jak. Schloßb'erg. 8. 86.) Das. Ganze zerkällt in 4 Abschnitte: 1. Punkte der Gottesverehrung; 2. der Rechtslehre; 3. des Moralgesetzeö; 4. des ZeremonialgesetzeS. Von dem eigentlich dogmatischen Momente abstrahirt der Herr Verfasser ganz und gar. Da dies jedoch in der christlichen Dogmatikliteratur vielfach zur Sprache kommr, ist dir Lücke weniger fühlbar. Ich erwähne hier sogleich die im ״Orient und Occident" erschienene Abhandlung Neubauers über Assaf Hebräus (אסף היהודי), den vielbesprochenen angeblich jüdischen Schriftstesier, der aber, wie Neubauer zeigt, nicht Jude, sondern Christ war. DaS Feld der Homiletik wird seit einigen Jahren nicht sehr flei- ,ßig bearbeitet. Doch liegt ״der AharonSstab" von Dr. Ehrentheil in einer zweiten bedeuteud vermehrten Auslage vor. (Prag , SchmelkeS. 1864. 8. 287. dazu: Homiletische Betrachtungen über die jüdischen Fest- . tage. Das. 8. 55.) Der talentvolle Verfasser ist bestrebt, der Predigt und der Derascha zu gleicher Zeit Rechnung zu tragen, und sein Buch wird gewiß auch in der vorliegenden, schön ausgestatteten zweiten Aufläge weite Verbreitung finden.*) Nicht ohne haggadikchen Schmuck find auch die Festpr edigten von Dr. H. Joel (Hirschberg. Rosenthalisch- Buchhandlung, 8. 202), die auch sonst viel rhetorische Begabtheit beurkünden. Der Bersaffer sollte fich aber einer eingehenden Tertbenützung befleißen. Eine sehr gelungene Kasualpredigt ist: ״Festrede bei der *) Der Verfasser schreibt Haftora, was unrichtig ist.