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Ben Chananja · 1864-10-26 · 43 (26.10.1864) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
43 (26.10.1864)
Date
1864-10-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 43. Sießentec Jahrgang. SjejeDm, 9eu 26. Däfoßer 1864. Jeden Mittwoch erscheint ein Bogen. Pranumerationsprcia: Ganzjährig 7 fl., balbj. 3 fl. 50 kr., viertel,. 2 fl. öst. W. Einzelne Nummern iS kr. Man abonnirt bei allen Postämtern u. Buchhandlungen des In- und Auslandes. Mn tsluiii:!».,:!. wochenktatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: Leopold löw, Oberrabbiner zu Szegedin. Inserate find and. Redaktion inSzegediv oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die Lspaltige Petitzeile wird mit 10 Nkr. 2 Sgr. berechnet. ttedaktion: 3 Kronen-Gaffe, Politzer'sches Haus. Inhalt: Judenverfolgung in Serbien. — Neisenotizen über jüdische Zustände. Von Israel Bargella. — Chronologische Beinerkungrn über die Firkowitz'schen Grabinschriften. Von Dr. Hochstädter, Bezirksrabbiner zu Bad Ems. — Korrespondenz. Änsiand. London (Adresse an Montefiore.) Hannover (Einweihung des neuen Friedhofes.) Hannover (Synagogenbau. Fanatische Geistliche.) Trier (Jndifferentismus und Orthovorie.) Trauungs- und Mizwot-Tarif in Paris.) Frankfurt (Die Romantik und die Elektrizität.) Inland. (Fünfkircheu (Unterstützungsbedürftige Lehrerfamilie. Syuagogenbau.) Die Sabbathgesellschaft I. (Literärischer Ueöerblick.) Vom Herausgeber. — Danksagung. Von Bezirksrabbiner Arou Roth. — Inserate. IltümversolgMg m 5erbiM. Belgrad, 18. Oktober. Seit meinem letzten Berichte ließ ich eine geraume Zeit verstreichen, in der Hoffnung, irgend ein erfreuliches Resultat über die Bemühungen der hierländischen Juden zur Erlangung ihrer Menschenrechte mittheilen zu können. Zu meinem größten Leidwesen aber befinde ich mich nicht in einer solchen Lage, obschon hierseits nicht versäumt wurde, was irgendwie zur Erreichung dieses Zweckes rathsam schien. Es will nicht gelingen, die schwebende Frage zur Entscheidüng zu bringen. Unsere hart bedrängten Glaubensgenossen wendeten sich an die beiden Komitss in Paris und London, und hatten zweimal die Freude, von Herrn Crömieur die Versicherung zu erhalten, daß zu Paris allenthalben die nöthigen Schritte zur Verbefferung ihrer Lage geschehen sind. Die Herren Konsuln von Frankreich und England gaben eine gleiche Zusicherung. Der Landesfürst empfing mehrere Male die deshalb an ihn entsendeten Deputationen^ und versicherte, daß ihm das Los seiner jüdischen Unterthanen am Herzen liege, und er an sein Ministerium die nöthige Verorvnung erlassen habe, diese Angelegenheit möglichst schnell zu erledigen. Auch sämmtliche Herren Minister versicherten von ihrem Herrn den Befehl zur schleunigen Inangriffnahme der Verhandlung über die fragliche Angelegenheit der serbischeu Juden erhalten zu haben. Aber leider, alle diese Versicherungen hatten nicht das geringste Resultat. Nun versammelte sich die Skuptschina, und ein neuer Hoffnungsstrahl drang in das betrübte Gemüth der Unterdrückten. Von dieser hohen Versammlung Hilfe erwartend, wendeten sich die hiesigen Juden abermals an die Alliance i8raelite in Paris mit der Bitte: das menschenfreundliche Komitä wolle, den günstigen Augenblick benützend, in einer au den Fürsten von Serbien zu richtenden Adresse denselben zu bewegen suchen, daß er diese Angelegenheit den Vätern des Landes zur Entscheidung vorlege. Die Alliance beeilte sich an den Serbischen Landtag eine Adresse zu formuliren, worin die Ungerechtigkeit, mit welcher hierzulande gegen die Unterthanen jüdischen Glaubens verfahren wird, klar hervorgehoben wurde. Die Adresse wurde verlesen, ohne daß hierüber irgend eine Verhandlung oder Debatte ftattgefuuden hätte .... Der Landtag ist beendet, und von allen Anstrenguugen, Bemühungen und Erwartungen sehen wir das einzige traurige Resultat, daß fortwährend schärfere Verordnungen zur Entfernung der jüdischen Familien aus dem Innern des Landes erlassen werden. So wurden vor einigen Tagen alle jüdischen Familien aus Pozarevaz vertrieben und in Schabatz mehrere Verhaftungen vorgenommen.*) Dies ist der jetzige traurige Zustand der jüdischen Einwohner Serbiens! — Gott der Allmächtige gebe, daß. sie sich bald eines Bessern erfreuen mögen.' Zleisenotizeu " " י''e Buflaaöe. Von Israel Bargella. Stuttgart. Am 9. September l. I. Abends kam ich in Stuttgart an. Die Stadt ist sehr freundlich gelegen und lockt durch ihre reizende Umgegend Freunde von Naturschönheiten, durch die Billigkeit des Aufenthaltes aber viele solcher kleiner Reutiers an, welche billige Gemächlichkeit den kostspieligen Vergnügnngen und Zerstreuungen glanzvoller Residenzen vorziehen. Mein freundlicher Wirth (zum Adler) machte mir bald nach meiner Ankunft großartige Schilderungen von den *) Aufgeklärte Serben in Ungarn scheinen nnS die schöne Misfion zu haben, ihren nachbarlichen Stamm- und Glaubensgenossen an« Herz zu legen, was die Gewissensfreiheit im IS. Jahrhundert fordert. 42

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