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Ben Chananja · 1864-10-19 · 42 (19.10.1864) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
42 (19.10.1864)
Date
1864-10-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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845 846 Znnekn eines jeden Rechtgläubigen öiS zum Hoschannatage, an welchem endlich der Gerichtsbote erscheint, und ihm das im Htmmel gefällte Urtheil über das kommende Jahr einhändigt *); gefährlich ist es daher zu der Zeit den Leu zu wecken. Dieser Monat also, wie gesagt, hat dem Fanatismus reichliche Nahrung geboten, der nun durch Elemente, die sich sonst gegen die Schule passiv verhielten, verstärkt, endlich am 10. September תצא D שבת zum Ausbruch kam. An diesem Tage wurde nämlich eine Berathung in einer der Schwärmerklausen verabredet, und es beteten zwei Gemeindevorsteher, die sonst nie dort ihr Ge-- bet verrichten, in der großen Klause. Nach Beendigung des Schachrit« gebetes stürzten die Chassidim aus der kleinen Klause in die große und' unter Lärm und Getöse, wie es dieser Sekte eigen ist , wurde eine Berathung gehalten, was gegen die Gesere des Schulbesuches zu thun sei. Einer der Gemeindevorstände, der nebenbei bemerkt, sich nicht rühmen kann, den Stein der Weisen gefunden zu haben und auf seinen Ehren- Posten sehr versessen ist, mit den Chassidim als der Majorität liebäu« gelnd, um ihre Stimmen bei der Vorsteherwahl sich zu sichern, aber auch die geißelnde Feder der Gebildeten fürchtend, sprach: ״Ich weiß es, daß die Schule unnötyig und ein Unglück für unsere Kinder ist; darum thut, was ihr könnet!" und verließ eiligen Schrittes die Dersammlung. Der zweite Gemeindevorstanv, der ebenfalls der Gemeinde nicht zur besondern Zierde gereicht, blieb während der ganzen Bera- »hung, bei welcher folgende Beschlüsse, wobei sich ein Individuum, das die begangenen Jugendsünden durch eine heroische Thal im Dienste des von der Schule bedrohten Chassidismus sühnen möchte, als Antragsteller besonders hervorthat, gefaßt wurden: 1) Ein jedes Glied der Schule, sei es Inspektor oder Lehrer, ist vogelfrei und es soll Gesindel gedungen werden, damit es dieselben mißhandle. 2) Sollen die Schächter insolange kein Vieh für Koscher schlachten, noch Jemand das BadeyauS**) besuchen lassen, bis die Schule gesperrt sein werde. Außerdem drohten sie, die Haudlnng des Herrn S. B., Vaters des Schulinspektors B. Blumenthal, des einzigen, der sich noch der Schule annimmt. mit Bann zu belegen, daß Niemand dort etwas kaufe, wenn er nicht seinen Sohn zur Resignation veranlassen werde. Der Terrorismus veranlaßte die nicht sehr heroische Schulaufsicht, das Hasenpanier zu ergreifen. Als nun diese Gährung am 11. einen immer ernstern Charakter anzunehmen drohte, begab sich Referent mit dem Herrn Schulinspektor zum Herrn Bezirkövorsteher und veranlaßte denselben durch Darstellung des ganzen Sachverhaltes zu energischen Maßnahmen gegen die an und für sich dumme, aber fürs Institut bedenkliche Agitation. Auf den 12. wurde der isr. Gemeindevorstand vorgeladen. Er erschien, und durch die energische Sprache des Herrn Bezirksvorstehers außer Fassung gebracht, gestand er Alles ein, schob aber die Schuld des NichtschlachtenS auf die Schächter. Auch diese , wurden nun vorgeladen, und als sie sich zum Auskramen ihrer falschen Ausreden anschickten , schnitt ihnen der Herr BezirkSvorstehcr ihr Geschwätz durch die Erklärung ab, daß, falls sie sich nicht augenblicklich in das Schlachthaus verfügen werden, um Vieh auf Koscher zu schlachten, er denselben einen einen Strafprozeß wegen Agitation gegen eine öffentliche von der hohen Regierung sanktionirte Schule anhängig machen werde, da er, wie er sich ausdrückte, von der hohen Regierung bestesit ist, um diese heilsame Anstalt zu schützen. Dieses wirkte, und Gemeindevorstand, wie auch Schächter mußten schriftlich in einem mit ihnen aufgenommeneu Protokolle sich verpflichten, die Gemeinde mit Koscherfleisch zu versehen, wie auch de» Pächter des Schnlbeitrages von koscher geschlachtetem Viehe für den durch das Nichtschlachten erlittenen Verlust schadlos zu halten. So endete die neueste Attaque auf unsere Schule mit einer Niederlage der Fanatiker durch das energische Einschreiten des Herrn BezirküvorsteherS, dem hiermit für sein loyales Benehmen gegen die Schule im Namen aller Schul-' freunde öffentlich gedankt wird. Schließlich will ich noch dem ״Ben Chananja" mittheilen, daß der rühmlichst bekannte Literat S. H. Mondschein rüstig in der hebräische'n Literatur arbeitet. So verließ jetzt die Presse ein Merkchen betitelt *) Die Einhändigung des Zettels oder QuittelS am Hoschannatage wird hier zu Lande sehr hoch gehalten, und wenn Einer dem Andern die Wahrheit bekräftigen will, so schwört er: ״Ich sott so ein gut Quill! haben." ") Sowol der Aufschlag auf Koscherfleisch, als auch daö Bade- Haus gehören zu den Revenuen der Schule. Szegedin, Selbstverlag der Redaktion. גורל הצדקה, eine Umdichtung der ,Wahl des Herkules" von Wieland; ferner wird nächstens die Presse verlassen 2'!22לש1| ה , worüber wir feiner Zeit berichten werden. Es wäre zu wünschen, daß dessen Werke reichlichen Absatz finden, um die Lage des Herrn Mondschein zu verbessern, der wie jener Poet in Erforschung der Wahrheit vertieft, der irdischen Güter vergaß Neh. Landes. Eingesendet. Geleitet von der Ansicht, daß man den Verdiensten eines wahr- Haft würdigen, berufstreuen Lehrers nie zu viel gerecht zu werden vermag, fühlen wir uns veranlaßt, dem Herrn Bernhard Spitzer, bisherigen Lehrer der 4. Klaffe an unserer Hauptschule, bei seinem frei« willigen Austrttte aus derselben in Würdigung seiner mehrjährigen ausgezeichneten Leistungen unsere vollste Anerkennung und unfern innigsten Dank öffentlich auszusprechen. Indem wir unkerm Bedauern hierüber, daß es uns nicht möglich war, diese eminente Lehrkraft unserer Schule zu erhalten. Ausdruck verleihen, fügen wir noch den Wunsch hinzu: Herr Spitzer möge in dem Orte seiner künftigen BerufSthätigkeit ein so freundliches Willkommen finden, als wir ihm aus ganzer Seele ein herzliches!□לך לשלו znrnfen. Komorn 13. Oktober 1864. Hermann Schnitzer, Anguß Weiß, RabbinatS-Affeffor und Schuldirektor. Vorsteher der isr. Kultusgemeinde Erklärung. Ich bedauere sehr, den von Ujhrly datirten und von einem ״aufrichtigen Lehrerfreunde" Unterzeichneten Artikel in Nr. 40 d. Bl. aufgenommen zu haben. Der Lehrer Nathan Fischer gehör! unbestreitbar zu den trefflichsten jüdischen Lehrern in Ungarn, und wenn der Ujhelyer Vorstand bei Gelegenheit der ihm bewilligten Gehaltserhöhung auch auf das spärliche Einkommen Rücksicht nahm, so that er dies aus Zartgefühl für andere Lehrer, welche die alleinige Berufung auf Fischers Verdienste hätte verletzen können. Die Schulfreuudlichkeit des Ujhelyer VorstandeS ist eine höchst erfreuliche Erscheinung; jeder Schulfreund muß der dortigen Gemeinde und Schuljugend zu dem Vorgehen des gebilbeten Vorstandes vom Herzen gratuliren. Szegcdin, 12. Oktober 1864_Löw» Inserate. Vor kurzem ist erschienen und kann durch jede solide Buchhaudlung bezogen werden: משנן לשון עברי Kleine Schulgrammatik der hebräischen Sprache für die Hand der Schüler in Volks- und Hauptschulen. Bon M. Ehrentheil, ReligionS- und Hauptschullehrer. — Preis : SB öS Nkr. Diejenigen Herren Lehrer, die ihre Bestellungen unmittelbar bei Herrn Schulldirektor Sigmund Ko hu in Arad machen, erhalten das Eremplor mit nur MU" 23 kr. -HW berechnet, wobei ihne jede beliebige Anzahl von Gremplaren auf einfache briefliche Beste!- lung sofort bereitwilligst effektuirl wird. Die Einsendung des Betrages kann nach erfolgtem Absätze geschehen. (2—2) Für jjsrrreMiMe VolksMulm! Im Verlage des Izraelita Magyar Egylet ist die zweite vermehrte Auflage des mit vielem Beifall aufgeuommenen Elso höher hangoztatö & olvasö könyv. Irta Schütz Manö, a pesti izr. minta ־ tanodänak es k^pezdenek hdber nyelv tanitöja. Gr. 8. steif gebunden mit Leinwandrücken LS kr. ö. W. erschienen. — Bei Abnahme größerer Parteien erhalten die Abnehmer׳ 20% Rabbatt. Bestellungen sind ausschließlich an den Herrn Vereins- Präses Dr. Josef Rüzsay, Landstraße 54 zu richten. (1—3) Leipzig, Lommisjions-Vcrtag von Frau; Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

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