Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 39 (28.9.1864)
- Date
- 1864-09-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2542917-2543121-2543161--3885-2547804- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
793 794 Ein Niithsel und seine mnthmaßliche Lösung. Bei meinem zweimaligen kurzen Aufenthalte in Pest am 22. und 25. d. M. wurde mit von verschiedenen Seiten mitgetheilt, Herr Musterhauptschnl-Direktor Lederer habe nach seiner wiederholt ausgesprochenen Aeußerung in Wien erfahren, daß mir die ans das zu gründende Seminar bezüglichen Akten in Folge der Empfehlung und Fürsprache des Herrn Drs Alois Müller vom Umerrichtsrathe zur Begutachtung zugesendet wurden. Wenn Herr Direktor L. dies' wirklich in Wien erfahren hat, so war sein Berichterstatter sehr schlecht unterrichtet. Herr Dr. Müller hatte ebensowenig eine Ahnung davon, daß die kön. uugarische Hofkanzlei die fraglichen Akten an den k. k. Unterrichtsrath gelangen ließ, als ich eine Ahnung davon hatte. Hrn. Doktor M. kömmt es ferner ebensowenig in den Sinn, sich in jüdische Angelegenheiten zu mischen, als es mir in den Sinn kömmt, mich von ihm oder überhaupt von irgend Jemanden empfehlen zu lassen. Offenbar wnrde Herr Dr. M. nur in Bewegung gesetzt, um das Räthsel der mir zu Theil gewordenen Auszeichnung zu lösen. Ob mein Gutachten dieses Näthsel auf eine befriedigendere Weise lösen werde, wird die Zukunft lehren. So viel steht aber schon jetzt fest, daß die Müller- Hypothese aller und jeder Begründung entbehrt. Interessant bleibt dieselbe nur insofern, als sie beweist, wie sehr manche Herren in den Zauberkreis ihrer Protektionsgebanken gebannt sind!! Gelegentlich noch folgende Bemerknng: Herr Musterhauptschul-Direktor Kohn aus Temesvar, der mir vor Kurzem die Ehre seines Besuches gönnte, sprach die Vermuthung ans, daß mein Gutachten nur die Seminarfrage, nicht aber die Aufbesserung der Gehalte der Muster- Hauptschullehrer zum Gegenstände haben werde. Ich bestätigte ihm dies auf die unzweideutigste Weise. Ich gönne den Herren Musterhauptschnllehren die Gehaltserhöhung aus vollem Herzen. Wenn ich in dieser Rücksicht einen Wunsch habe, so ist es nur der, daß die aus dem Schulfoude zur Aufbesserung der Lehrergehalte zu bestimmende Summe firirt, und der Anspruch darauf allen öffentlichen jüdischen Volksschullehrern in Ungarn eingeräumt werde. Die Bewerbung stehe jedem derselben frei; die Gewährung möge den Würdigsten, und unter diesen den Bedürftigsten zu Theil werden! . Szeged in, 27. September 1864. Löw. Warnung. Die unverlöschliche» Verdienste, die sich der gefeierte Sir MoseS Montefiore um die Menschheit im Allgemeinen und um das Jndenthum insbesondere erworben, haben die Herzen der Gemeinden Israels zu verschiedenartigen Manifestationen der Dankbarkeit und Anerkennung angeregt. Wenn aber, darauf gestützt, ein gewisser Moriz Münz sich erdreistet, den Namen dieses hochgeachteten und ehrwürdigen Veteranen der Humanität zum Gegenstände seiner Gewinnsucht herabznwürdigen, und dabei die Ehrfurcht, die das gesammte Israel vor diesem celebrirten Namen hegt, zu niedrigen Prellereien zu mißbrauchen, indem er das Portrait Montefioreö, welches noch im verflossenen Jahre auS der lithographischen Anstalt der Gebrüder Deutsch in Pest hervorgegangen, unaufgefordert und in unberufener Weise mit einer den Kostenpreis fünffach übersteigenden Postnachnahme an die israelitischen Gemeinden versendet, so sollte dies doch nicht ungeahndet hingenommen werben. Der gefertigte Kultusvorstand erachtet es daher als eine Pflicht der Ehrfurcht vor dem edlen Montefiore, die Gemeinden auf diese niedrige Prellerei aufmerksam zu machen, und so dem ferner« Umsichgreifen dieses unverschämten Treibens und der Herabwürdigung und des Mißbrauches des gefeierten Namens Einhalt zu thun. Gr. Becskerek, den 23. September 1864. Der israelitische Kultusvorstand. NE" Die [1. 1. Herren, deren Abonnement mit Ende dieses Monats erlischt, werden um baldige Ernenernng ihrer Pränumeration er» sucht. -MG NM" Die Herren Abonnenten, die mit den» Pränumerationsbetrage noch rückständig find, werden ersucht, denselben sobald als thnnlich eiusenden zu wollen. "MG Bemerkungen. Dem Wunsche des Herr» DrS Schulhof in Fünf׳׳ kirchen entsprechend erklären wir, daß er weder Verfasser, noch Einsender der in Nummer 37 abgedruckten Fünfkirchner Korrespondenz ist. Die Fortsetzung der ״Höheren Stimmungen" und die nicht abgedruckten Korrespondenzartikel erscheinen in der nächsten Nummer. Inserate. Bei einer achtbaren und gebildeten Familie in Szegedin wird ein Knabe in gänzliche Verpslegung genommen; für die sittliche Erziehung und liebevolle Behandlung ist gesorgt. Nähere Auskunft ertheilt die Redaktion dieses Blattes. (2—2) In unserem Kommissions-Verlage erscheint soeben: Land 9. Traktat Ketnboth. Herausgegeben von Salomoja. Preis 22'4 Sgr. Diese schöne handliche Ausgabe ist sehr korrekt und verdient wegen ihrer typographischer Beziehung — mit asten Kommenkaren versehen — die weiteste Verbreitung. Der sehr billige Preis ist darauf berechnet. Der Druck schreitet ununterbrochen fort und erscheint Band 10 in einigen Wochen. ®"״״• ■■ M. Altöls L Ho,»-. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.