Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1864-09-14 · 37 (14.9.1864) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
37 (14.9.1864)
Date
1864-09-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2542917-2543121-2543159--3865-2547782
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

757 758 Bilitz betraut, der dieses Amt würdig bekleidet. — Schließlich erwähne ich, daß mehrere edeldenkende Gemeindemitglieder auf Anregung des Hrn. Hcnoch Bilitz. Vorstandsmitgliedes und dessen Schwiegersohnes Hrn. Hermann Kohn eine ״Kuppah" zur Bekleidung der Armen kreirt haben, über deren Gebühren wir in diesen Blättern berichten werden. J. H. Mako, 4. September. Zufolge einer von Seite des um das Csanader Komiiat so hochverdienten Obergespansteklvertreters A. v. Csörgeö an sämmtliche Bewohner des KomitateS ergangene Aufforderung wurde heute im hellerleuchteten Tempel in Anwesenheit des Aultusvorstandes, des Lehrerpersonals und der Schuljugend ein solenner Gottesdienst abgehalten zum Danke gegen Gott, der uns in diesem Jahre so reiche Beweise seines väterlichen Segens gegeben, und gegen unser» -erhabenen Landesfürsten, der in seiner Gnade auch der Armen Israels, nicht vergaß, indem durch die milde Unterstützung, die er seinen Unterthanen ohne Unterschied der Religion angedeihen ließ, der allgemeine Mothstand bedeutend gelindert wurde. Nach Rezitirung einiger Kapitel aus den Psalmen trat unser geehrter Rabbinats-Affeffor L. Horowitz vor die geöffnete heilige Lade, wo er in einem, von ihm zu dieser Feier verfaßten, schönen hebräischen Gebete den Segen auf das hohe Kaiser- Haus herabflehte. Sehr gelungen war die Vergleichung unsers geliebten Kaisers Franz Joses I. mit dem egyptischen Josef. Am Schluffe wurde von der Schuljugend die Volkshymne abgesuugen. In unserer Gemeinde gibt sich ein reges, freudiges Rühren kund. Die.in korrekter deutscher Sprache und in einem glänzenden Hebräisch abgesaßten Zuschriften, in welchen der ehrwürdige Herr E. A. Fischer die Annahme des Oberrabbinates in unserer Gemeinde meldet, haben Lie größte Sensation hervorgebracht und die Begeisterung für ihn, wenn Möglich, noch gesteigert. Alles steht mit größter Sehnsucht der Ankunft unseres Herrn Oberrabbiners entgegen. Die vom Vorstande in D. Földvür an.den hiesigen Vorstand gerichtete Bitte, ihren hochverehrten Herrn Oberrabbiner die hohen Feiertage über bei ihnen zu lassen, konnte nicht erfüllt werden, da man hier mit demselben Grade der Liebe nach ihm verlangt, als es den Földvärern schmerzlich ist, ihren verdienstvollen Seelenhirten aus ihrer Mitte scheiden zu sehen. 8. Fünfkirchen, 8. September. Wir haben an den letzten zwei Sabbathen das Vergnügen gehabt, von dem ehrwürdigen Herrn I. L. Back, Vater des allgemein beliebten Musterlehrers Jsr. Back, zwei höchst gelungene DeraschaS zu hören. DaS jugendliche Fener, womit dieser ehrwürdige Greis seinen Vorträgen Kraft verleiht, wurde allgemein bewundert. Waag-MeusLadtl, 11. September. HerrI. W. Schütz, der während der einigen Jahre seiner Wirksamkeit als Reallehrer an unserer öffentlichen Schule um die Bildung und Erziehung unserer Jugend sich so viele Verdienste erworben, hat dieser Tage von dem Gemeinde- Vorstande zu Arad den Ruf erhalten, eine Lehrerstelle an der dortigen Unterrealschule einzunehmen Herr Schütz erfreut sich nicht nur in der Lehrcrwelt eines sehr guten Namens, sondern auch in unserer Gemeinde einer außergewöhnlichen Zufriedenheit und Beliebtheit, und zufolge seiner hohen Bildung der allgemeinen Achtung von Jung und Alt. Nur mit tiefem Bedauern können wir einen solchen praktisch und theoretisch gebildeten Zugendbildnec aus unserer Mitte scheiden sehen, dagegen der Araber Schule ob solcher Acquistlion aufs Höchste gratuliren. S. A. Ujhely, 9. September. Wie wir aus einer Notiz der löbl. Redaktion deö ״Ben Chananja" in Nr. 36, die Prüfungsberichte an der Ujhclyer Musterschule und an der Pestcr Mädchenschule dctrefsend, ersehen, findet eö ein Berichterstatter von hier für gut, die Leistungcn meiner Person im Magyarischen besonders hervorzuhebcn. So sehr ich auch bestrebt bin, in jeder Hinstcht Ersprießliches zu leisten, und so ehrend gerade ein Lob im ״Beu Chananja" für mich, insbesondere über mein Wirken im Magyarischen. sein muß, so schmerzlich muß mich, der ich gerne in stiller Zurückgezogenheit wirke, ein namhaftes Hervorheben meiner Person dort berühre» , wo die Namen meiner Kollegen, die auch in weiten Kreisen sich eines seltenen Rufes in pädagvgischer und literarischer Beziehung erfreuen, mit Stillschweigen übergangen worden find, und wollen Hochwürden im Interesse der guten Sache die Bcuierkung gestatte», daß eben in Folge der vorzüglichen Prüfung aller Kräfte der hiesigen Schule, die Gemeinde in ihrer jüngsten Sitzung den Beschluß faßte, den Unterricht im Hebräischen zu erweitern und der Agitation der Schulfeinde einen Damm entgegen zu stesien. --- Der wackere Lehrer Nathan Fischer hat nebst Gemalin eine Berufung, ersterer als Oberlehrer, letztere als Jndustrielehrerin nach Debreczin erhalten. I. Rosenmeyer. Kurze literärische Nachrichten. 30. נגינות עבר Hebräische Melodien. Nachdichtungen der Hebrew Melodies von Lord Byron, in gereimten hebräischen Rhytmen von M. S. Ra ben er, ersten Lehrer der hebräischen Sprache an der israelitisch-deutschen Hauptschule, Zensor und Translator in debrsiois in Czernowitz. Czernowitz, Elias Igel. 1864. 16. 32- ״Die hebräische Sprache", sagt Delitzsch, ״ist, nachdem der heilige Geist in derselben die alttestamentliche Offenbarung nicdergelegt und sie so zu einem Gefäße der Ehren gemacht, zur Würde einer h. Sprache erhoben hat, nicht gestorben, niemals untergegangen. Sie hat stets als Schrift- und zum Theil auch als Umgangssprache des jüdischen Volkes fortbestanden, und ist selbst bei den seltsamsten Sprach- Mischungen der Grundstoff, dte Werste der neuen Gewebe gewesen. Sie ist bis auf heute die mannigfachsten Bildungsperioden ohne Stillstand oder Unterbrechung durchlaufen, und ist stets, ganz abgesehen von dem geistlichen Verhältnisse der Juden zum Worte Gottes A. T., ihre einzige nationale Ausdrucksweise geblieben." Einige Ausdrücke und Wendüngen dieses UrtheilS zeigen deutlich, daß dasselbe der fanatischen Schrift ״Wissenschaft, Kunst, Zudenthum" entnommen ist(S. 212), und es gehört zu den richtigen und treffenden Urtheilen, die sich auch in dieser Schrift zerstreut finden. In keiner Zeit wurde aber die hebräische Sprache in dem zerstreuten Israel mit so vieler Meisterschaft gehandhabt, wie in unseren Tagen, wo selbst publizistische Aussätze und Romane hebräisch geschrieben werden. Die neuhebräischen Schriftsteller klagen daher mit Unrecht über den Verfall der hebräischen Sprache. Und dennoch kann man nicht leicht eine neue hebräische Schrift zur Hand nehmen, ohne dieser Klage zu begegnen. Auch der Verfasser vorliegender Uebersetznngen stimmt in diese Klage ein. Auch er will die gesunkene hebräische Sprache heben und den Völkern die Schönheit derselben zeigen (S. 7.) Ob der Uebersctzer diesen Zweck erreichen werde, möchten wir sehr bezweifeln, da die Völker kaum Muße haben dürften, Byrons hebräische Gesänge in der vorliegenden Uebersetzung zu studiren. Die Kenner des Hebräischen werden dem Herrn Ueberfttzer unbedingt das Zeugniß geben, daß er es in! Gebrauche dieser Sprache zu ungewöhnlicher Gewandtheit gebracht ha». In dem vorliegenden Hefte tritt diese Gewandtheit am meisten in dem Gedichte hervor, welches dem Lobe MontefioreS gewidmet ist. Dasselbe enthüll 345 Worte (מימת), deren jedes mit Mem anfängt. Da das Mem bei Bildung mancher Partizipien und Nennwörter eine wichtige Rolle spielt und auch als Präposition gebraucht wird, so kommt es häufig im Anfänge von Wörtern vor, weshalb auch in früheren Zeilen gleiche Kunststücke damit versucht wurden. Ein Kunststück bleibt nichtsdestoweniger auch das vorliegende Gelegenheitsgedicht. Der Verfasser hat übrigens früher eine Piece geliefert, die 1000 Worte enthält, deren jedes mit Ales beginnt. Bei dieser ausgezeichneten Gewandtheit dürste cs demnach ihm nicht schwer fallen, sich die Metrik der jüdischen Meistersänger des Mittelalters znr Richtschnur zu nehmen. Seine Dichtungen würden dadurch nur gewinnen. Aber auch abgesehen von der Metrik hat uns die Ucbersctznng nicht überall befriedigt. Am Schluffe deö Gedichtes ״Saul vor seiner letzten Schlacht", sagt die Uebersetzung nicht, waS sie sagen sollte, daß nämlich der Tod. den die Schlacht bringt, des Thrones würdig sei. Die Worte ידיה מנצחו S. 5. sind mir wenigstcnS unverständlich. An einzelnen Stellen wurde sogar die Grammatik nicht berücksichtiget. So soll S. 22. Z. 3. nicht תענת, sondern תעני stehen. Sonst ist die Uebersetzung dieses Gedichtes, — ״Herodeü Klage um Mariamne", — sehr fließend. In der Vorrede nennt der Herr Derfasser eine Reihe von Männern, die sich um Israel bedeutende Verdienste erworben haben, nachdem er zuvor seine Lieblingsschriftsteller genannt hat: Tiedge, N»ng, Lamartine, Milton, Petrarca, Dante, Rotteck, Humboldt, Spinoza, Kant, Mendelssohn. Die Ausstattung des Büchleins ist sehr ansprechend, und dasselbe wird hoffentlich bei Freunden neuhebraischer Poesie Eingang finden. Die S. 5 genannten Schriften und Gedichte deö Herrn Verfassers sind uns nicht zu Gesichte gekommen. Bemerkung. Der Brünner Bericht erscheint nächste Woche. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.