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Ben Chananja · 1864-09-07 · 36 (7.9.1864) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
36 (7.9.1864)
Date
1864-09-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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737 738 rend der andere gegen Sprach- und Denklehre sündigt, ist kein wesentlicher Differenzpunkt. Nun ist aber die Gemeinde in Parteien getheilt, in T—ianer und Hv-ianer. Die Gelsen sind empört über die Blamage des Stuhles, die Gibelinen zeigen mit dem Finger nach Prcßburg. Herr H. unterrichtet auch Religion, bei der jüngsten Bisitation kam der Dechant. Der erste Prüfungsgegenstand war Religion. Ein Knabe hatte seine Sache gut inne, und trug die Lehre von der Mission des Judenthums, von der endlichen Erfüllung dieser Sendung, so geläufig vor, daß der Herr Dechant mit seinem ״Genug, genug", nicht gehört wurde, das Judenthum siegte in vem Munde des Schülers schon im Juli 5664 in Bisenz! Preßling, im August. Von dem wirklich Sensation erregenden Appell des Rabbiners Dr. Duschak werden Sie, wenn nicht gelesen, so doch gehört haben; daß ein Wiener Blatt eS mit der katholischen Inspektion in den Schulen, daß es den Rabbiner dem Lehrer für coordinirt hält, dürfte diesem rabulistischem Blatte nicht verübelt werden, es ist das nicht nur Geschmacksache, sondern Standesansicht. Leider regt sich kein Leben in Mähren, die Gemeinden können nur dann zur Annaherung gebracht werden, wenn sie Aussicht haben, einen Massafoud unter sich zu thcilen. Die hiesige Gemeinde erklärte sich schon oft, den Parade- Visitationen mit obligaten Sträußchen und Gedichten ein Ende zu machen, aber extra wuros wagt sie ihre Stimme nicht zu erheben! I* Prag, 1. September. Neues weiß ich Ihnen nur wenig zu schreiben; für die Predigt ist von Sabbath-Nachmu bis Rosch haschnna hier die todte Saison, da die Redner um diese Zeit feiern und ihr müde gehetztes Genie restauriren; dafür aber blüht mit Anbruch des Monats Elul die Derascha auf; eine Stiftung des durch seinen Reichthum, wie durch seine Munifizenz gleich namhaften und geehrten sei. Herrn Gadel Zapperr hat zum Zwecke, daß jeden Greb-roschchodesch-Elul auf dem neuen Friedhofe eine erbauliche Derascha gehalten werde, welche Funktion Herr Oberrabbiner Napoport versieht; am Abenv desselben TageS halt Rabbi Samuel Freund feinen Vortrag in der Zrgcunccsynagoge, gewöhnlich Pflegt bei dieser-Gelegenheit von dem Redner Jahr und Tag bestimmt zu werden, wann der Messias kommen muß. Viel machte von sich sprechen eine Leichenrede, die Herr R. Freund unlängst über einen allgemein geächteten Mann. Herrn Hirsch Lion, hielt; so sehr man den Verlust des Biedermannes betrauerte, sah sich die zahlreiche Trauerversammlimg dennoch dnrch den unzeitigen Humor des Redners in die peinliche Situation versetzt, am Sarge des Beweinten — lachen zu müssen. — Herr Dr. Stein ist als Rabbiner der Meiselsynagoge bestätigt und es zeigt von Klugheit, daß der dortige Vorstand kein Siegesgeschrei darüber erhebt. Literiirischer Kolbo (כלבו). XXXIII. Nach Absendung unsers jüngsten Briefes dachten wir, daß das von uns (S. 681 Note 6) erwähnte Memorandum für den Leser vielleicht auch einiges Interesse haben könnte, und wir lassen eS nachträglich hier folgen: זכירה יום חמישי כ״ה להרש סיון הרצ״ח ליצירה כמהו׳ דוד ך שושן יצ״ו נשבעתי בפני החכם הרב ובפני החכם השלם כמהר׳ משה דקשתרן יצ״ו ובפני המעולים בני החכם חשלם כ«הר ישראל אוהב יצ״י שלאאצחוק :__בשום אופו בעולם(י י) Es ist zu Ende einer Handschrift (Add. Nr. 17,053.) Auf der Seite steht der Name ברכות 2ר מבורך. Es ist bebäuerlich, daß nicht auch die Stadt genaunt ist, worin dieses Dokument auSgestesit ist. Da hier von Spielen die Rede ist, so mag gelegentlich auch bemerkt werden: das Trenderl, dessen sich viele Leser noch aus ihren Knabenjahren erinnern werden, ist auch in England bekannt, und heißt Teetotum. Die Etymologie des Wortes ist uns unbekannt, Wir haben uns vergeblich auch um das Wort selbst umgesehen in vielen englischen Wörterbüchern, obwol das Wort sehe bekannt ist. Zu dem, was wir (S. 644) über קלפים bereits gesagt haben, dürfte folgende Ergänzung vielleicht nicht ohne Interesse sein. In der großen französischen Encyklopädie ist ein nicht uninteressanier Artikel über das Geschichtliche des Kartenspiels.') Man erfährt dort unter andern, daß das Kartenspiel nicht vor 1382 vorkömmt. Wenn dieses seine Richtigkeit hat, so wäre Kalonymus wol der erste Schrifisteller überhaupt, welcher das Karte «spiel erwähnt.') Das Wort Carlen selbst war noch gar nicht in Gebrauch gekommen. Es mag dieses auch als Ursache gelten, daß ec das Wort קלפים brauchte. Es mochten die ersten Karten wol wirklich aus Pergament gemacht sein. Carta wird im Mittelalter für Papier gebraucht im Gegensatz von Pergament. Es möge noch in Bezug auf das Schachspiel der berühmte Cardanus genannt sein, welcher') dasselbe für das scharfsinnigste (subtilste) aller Spiele hält. Es mag dieses zugleich^als Parallele zu dem bereits früher angeführten Urtheil des jüdischen Gelehrten dienen, worin das הכמה וחריפות dieses Spiel gelobt wird. Etwaige sich findende Stellen über das Spielen ans allen jüdischen Schriften zu sammeln und mitzutheileu, wäre sehr nützlich. L. DukSS. Erklärung. Der in diesem Blatte Nr. 34 erschienene Korrespoudenzartikel ist nicht von mir, wie die l. Redaktion bezeugen wird (was hieruiit geschieht. Red.) Der Bericht selbst entbehrt jeder thatsächlichen Grundläge, indem bei der Wahl nuserS Rabbiners gar fein Zwist stattgefnnden hat. Die Installation unserS ehrw. Seelenhirtcn ist bisher nur auS Familienrücksichten unterbliebe». Derselbe wird hier mit Sehnsucht erwartet; denn er hat in unserer Gemeinde nur Freunde und Verehrer seiner Wissenschaft. Waitzen, 2 September 1864. kv!8er Läszlö. Ein Wort über Prüfungsberichte. Ueber die Prüfungen an der k. Musterhauptschule zu Sätor- Alja-Ujhely und an der Töchterschule in Pest sind uns in letzter Zeit sehr umständliche Berichte zugekommei׳.. Au beiden Anstalten wird von allen Lehrern und Lehrerinnen Treffliches geleistet. Die Kenutniß der ungarische» Sprache. welche in ersterer Herr Lehrer Rosenmeyer, ein Hesse, an den Tag legte, hat nicht geringes Aussehen gemacht. Aus Mangel an Raum können wir die Berichte nicht in extenso mittheilen; die verehrten Berichterstatter mögen dies freundlich entschuldigen. Uebrigens bitten wir unsere Freunde, ihre Prüfungsberichte in Zukunft möglichst kurz zu fassen, und das Lehrziel anzugcbeu, welches in jeder Klasse in jedem Gegenstände erreicht wurde. Diese Angabe hat für Schulmänner hohes Interesse. und ist geeignet, einen kvlen Wetteifer der Volksschulen zu wecken und zu beleben. Red. ^) Auch abgedrnckt in der Sammlung L’Esprit de rEncyclopädie. A Geneye 1786. 3) Das אבן בוחן ist datirt. Wir haben es aber in diesem Augenblicke nicht zur Hand. Jedenfalls aber sind manche Werke von Kalonymus im Jahre 74 (1314) verfaßt. 4) In seinem Buche: de Subtilitate. In der französischen Uebersetzung desselben (Paris 1584) S. 353. Szegedin, Lribstverlag der Ledaktiou. Leipzig, Üommissions-Vrrlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

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