Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 36 (7.9.1864)
- Date
- 1864-09-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Siebenter Jahrgang. M 36. Szegedin, den 7. September 1864. Jeden Mittwoch erscheint ein Bogen. Pranumkrationspreis: Ganzjährig 7 fl., balbj. 3 fl. 50 kr., viertel,. 2 fl. öst. W. Einzelne Nummern 1S kr. Man abonnirt bei allen Postämtern u. Buchhandlungen des Znnnd Auslandes. m ®Iiatuttp. Mochenktatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: Zr_i n oX™ €» Ij »» 1LÖW, Oberrabbiner zu Szegedin. Inserate find and. Redaktion in Szegedin oder an Hrn. /runz Ungner in beistjlg zu senden. Die Lfpaltige Petitzeile wird mit 10 Nkr. 2 Sgr. berechnet. Nedaktkan: 3 Kronen-Gasse, PoliHer'fches Znhalt Was war. was ist, und was soll der Rabbiner sein? Vom Herausgeber (III. Die Spruchweisen.) — Einige Fragen über die Präparandie. Von Bargessa. (III. Schluß.) — Korrespondenz. Änsian-. Trier (Namen des Kurortes Ems. Jüdische Kurgäste. Alt- und Neuocthodore. Waldberg. Von Oberrabbiner Kahn.) New-Vork (Die Konstitution Groß-Loge.) Inland. Fünfkirchen (Schulberichte in ungarischer Sprache.) St. Sarkad (Gemeindezustände) Abony (Der Sladtrichter und der jüdische Gemeindenotär. Toleranz.) Waitzen (Replik vom Gemeindevorstand.) Bisenz (Nachahmung des Preßburger Dualism.) Pießling (Nppefl des Rabbiners Dnschak.) Prag (Tobte Saison für die Predigt. Zappertische Stiftung. Rabbiner Freund. Rabbiner Stein.) — Literarischer Stolbo. XXXIII. Von Dukes. — Erklärung. Von Reiser. — Ein Wort über Prüfungsberichte. Vom Herausgeber. Ms mar, «ms ist, imil was soll der Rabbiner sein? Eine religionsgeschrchtliche Studie. Erste Abtheilnng. ÄnknnpfnngspMlkte in der biblischen Zeit. (Fortsetzung. * *) HI. D i e S p r u ch w e i s e n. Es unterliegt keinem Zweifel, daß sich im alten Israel frühzeitig eine vom Priester- und Profetenthume gänzlich unabhängige und verschiedene geistige Thätigkeit entwickelt hat. David, der Schöpfer der hebräischen Lyrik und der Erfinder eines musikalischen Instrumentes *), war weder Priester noch Profet. Dasselbe gilt von Salomo, dem sein Wissen und seine Weisheit so hohen Ruhm verschafften. Nach dem Zeugnisse der Schrift war Salomo hierin den Söhnen Machol's, Heman, Kalkol und Darda überlegen (1 Kon. 5, 11). Bahn brechend war also in dieser Rücksicht auch Salomo nicht, indem ihm auf dem Gebiete seiner geistigem Thätigkeit Andere vorangegangen waren, die aber gleich ihm weder Priester noch Profeten gewesen sind 2). Wie war aber das Gebiet beschaffen, auf dem sich diese geistige Thätigkeit bewegte? Was für Gegenstände beschäftigten die Wißbegierde? welchen Fragen war die Forschung zugewendet? Hierüber herrschten zu verschiedenen Zeiten verschiedene Meinungen. Die älteren Schriftausleger hatten nämlich, wie bereits angedeutet wurdet, die Gewohnheit, die An¬ *) S. Nr. 23, 25. 28. ')Hitzig, die Psalmen S. 3.: ״Hebräischen Ursprunges ist das Wort נבל; und um so mehr dürfte auch die Sache einen solchen haben, weil der Name, als der eines Saiteninstrumentes durch dessen Aehnlichkeit mit dem hebräischen Weinkruge veranlaßt ist. Erwägen wir nun die Stesse AmoS 6, 5.: die da krähen nach dem Laut des נבל, gleich David sich ersinnen Instrument, so erscheint David als Erfinder wenigstens eines Instrumentes." *) Uebtc die Abkunft derselben s. 1 Chron. 2, 6. 15, 19. und die Ausleger. 3) S. oben Nr. 25. Kol. 509. schauungen, Sitten und Zustände ihrer Zeit auch auf das biblische Alterthum zu übertragen. Sie lassen daher den weisen Salomo durch diejenigen Kenntnisse und Fertigkeiten glänzen, welche bei ihren eigenen Zeitgenossen den höchsten Rang einnehmen. Solchergestalt hat die Vorstellung von der Weisheit Salomo's ebenfalls ihre Geschichte, welche der Notiznahme würdig ist. Josefus spricht ausführlich von der Weisheit Salomo's. Der Bibel folgend berichtet er, daß Salomo 1005 Lieder nnd Dichtungen nebst 3000 Gleichnissen und Bildern verfaßt habe (1 Kön. 5, 12), und fügt hinzu: ״Denn beim Anblicke jedes einzelnen Gewächses, vom Ysop bis znr Zeder, wußte er ein Gleichniß zu reden, und ebenso machte er es mit allen zahmen und wilden Thieren, mit Fischen und Vögeln. Nichts war an denselben, das er nicht erforscht hatte; über alle ihre Eigenthümlichkeiten wußte er zu reden, und er bewies die genaueste Kenntniß ihrer Eigenschaften. Selbst von der Geisterwelt gab Gott zum Nutzen und Frommen der Menschen ihm Kunde. Er hinterließ nämlich Sprüche, um Krankheiten zn beschreien, und Beschwörungsformeln, womit man den bösen Geistern eine solche Gewalt anthun kann, daß sie nie mehr wiederkehren." (Alterth. VHI. 2, 5.) Der Glaube an Dämonen und deren Wirkungen war zu jener Zeit nicht nur unter Juden, sondern auch unter Perfern, Griechen und Römern weit verbreitet.. 4) Die Anstreibung der Dämonen galt daher für eine hohe heilige Kunst, in welcher nach der Anschauung des Josefus und seiner Zeit auch der weise Salomo eingeweiht sein mußte. Gab es ja schon zur Zeit des Profeten Jesajas ״Meister der Magie und Kundige der Beschwörung!" (3, 3.) *) Ewald bemüht sich, die Dämonologie in eine spezielle Verbindung mit dem Judenthume zu bringen (Jahrb 7, 54—67), ohne zu erwägen, daß der EroreismnS im christlichen Atterthume und Mittetalter sehr einheimisch war, und daß christliche Theologen, wie Olshausen, dem Besessensein auch in unserer Zeit das Wort reden (Komm. 1, S. 296. Anm.) S.. übrigens die merkwürdige Aeußerung des R. Jonathan Eybeschütz im K. Chemed 3, 36.