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Ben Chananja · 1864-08-03 · 31 (3.8.1864) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
31 (3.8.1864)
Date
1864-08-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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641 642 Aerißerung abzugebcn, mit dem Bedeuten, daß eS mir unbenommen bleibt, über diese Angelegenheit die Meinung anderer Rabbinen und Fachmänner des Landes einzuholen, «nd daß man in diesem Falle außer meinem Schlußantrage auch der Vorlage der Aenßerungen der Letzter» entgegensteht. Ich erlaube mir daher Euer Ehrw. zu ersuchen, Ihre Aeußernng über das in Abschrift mitfolgende Protokoll unter Rückschluß desselben in möglicher Bälde gefälligst an mich gelange» zu lassen. Boskowitz, am 24. Juli 1864." Duschak. Czernowitz, 1. August. Soeben ׳ ist erschiene» und direkt beim Ucbersetzer oder beim Buchhändler Pardiui in Czernowitz zu be, ziehen: Moral-Theologie von Samuel David Luzzatto, aus dem Italicnischen übersetzt von Dr. Lazar EliaS Igel. Abnehmern von 10 Eremplaren werden 2 Eremplare gratis beigcgcben. Austerlitz, 27. Juli. Vergangene Woche fand in unserer Gemeinde die Wahl eines neuen Vorstandes statt. Unser bisheriger Bürgermeister, Herr Simon Milchspeiser, der durch 14 Jahre unserer Gemeinde mit Ltebe und Anhänglichkeit, mit Eifer und Ausdauer diente, legte ans freien Stücken sein Amt nieder. Wol bemühte sich der größte Theil der Gemeinde ihn znm Wiederantritte seines Amtes zu bewegen, leider jedoch blieben alle Bemühungen vergebens. Neben ihm dankten die beiden Räthe, die Herren D. Kätscher und M. H. Mandl, für ihr bisher geschenktes Vertrauen und legten ihr Mandat nieder. Letzterer erwarb'sich während seiner vieljährigen AmtSthätigkeit um die hiesigen Gemeinde-Institutionen das größte Verdienst. Vor allem aber muß ihm das gerechte Lob zu Theil werden, daß in unserer Gemeinde ein so Friede» liebender und Frieden stiftender Seelsorger weilt, wie es unser hochverehrter und hochwürdiger Rabbiner, Herr Hermann Duschak ist. Nächst diesem ist auch ec es vorzüglich, dem unsere zwar kleine, aber vorwärts strebende Gemeinde einen prachtvollen neu gebauten Tempel, in welchem der Gottesdienst choralmäßig vorgetragen wird, und eine öffentliche dreiklassige jüdisch-deutsche Schule zu verdanken hat. Das vakant gewordene Bürgermeisteramt wurde einem biedern und mit materiellen Gütern gesegneten Mitglieds unserer Gemeinde, dem Herrn M. Krampflitschek, anvertraut, der schon bei vielen Gelegenheilen bewies, wie fähig er sei, dieses Ehrenamt zu bekleiden und wie sehr ihm das Wohl seiner Gemeinde am Herzen liege. Zn Käthen wurden ernannt die Herren M. Huth und A. Tintner, obwol die Wahl des Letzter» noch nicht als definitiv betrachtet werden kann. In gewohnter Meisterschaft nahm nun unser ehrwürdiger Rabbiner am vergangenen Sabbath in seiner Predigt zuerst in seinem, dann aber im Namen der ganzen Gemeinde Abschied von dem alten Vorstande und begrüßte in freundlichen Worten den neugewählte» Vorstand. I» kräftiger und gediegener Sprache dankte der Redner dem Vorstande für sein uneigennütziges und segcnreiches Wirken und rief ihm Heil und Segen zu. ״Wenn aber daS Unvermeidliche eingetretcn wäre", fuhr beiläufig der Redner fort, ״wenn zwischen dem Vorstande und seiner Gemeinde zuweilen ein Mißverständniß obgewaltet hätte, so trete ich als vermittelnder Priester versöhnend zwischen ihn und seine Gemeinde. ״Dir meine thenre Gemeinde rufe ich im Namen deines ehrenwerthen Vorstehers Frieden und Versöhnung zu. An Sie, mein theurer Freund, der sie dem Friede» immer die Hand geboten, bestelle ich im Namen der Gemeinde den friedlichen und freundlichen Abschiedsgruß; möge es der ganzen Gemeinde vergeben sein, wenn sie Ihren Eifer mißdeutet, Ihr Bestreben mißverstanden hat, denn jedes Volk hat seine Schwächen, jede Gemeinde ihre Jrrthümer. So begleite Sie der Segen Gottes bei Ihrem Ausscheiden, nehmen Sie meinen Segenswunsch freundlich auf ״gesegnet seist du bei deinem Weggehen." ״Gesegnet seist Du bei Deinem Eintritte" ries der Redner dem Manne zu, dessen Händen von nun an das Wohl unserer Gemeinde anvertraut wird. ״Thenre Freunde, die Ihr berufen und befähigt seid, im Weinberge deö Herrn zu arbeiten, arbeitet emsig und unverdrossen, mit Liebe und Gelassenheit, mit Eifer und Bestrebsamkeit, mit Ausdauer und Geschicklichkeit. Unsere Gemeinde ist klein an Zahl, aber dennoch sind ihre Anforderungen groß, sie hat es sich einmal zur Ausgabe gestellt, ihren größeren Schwestergemeinden nicht nachzustehen; wie «nendlich schwierig ist eö aber in einer kleinen Gemeinde Großes zu schaffen, mit schwachen Kräften kräftig zu wirken, darum aber haben Sie reichhaltigen Lohn zu erwarten." LiterSrische Anzeigen. ״Der israelitische Zeitbote." Kalender für das Jahr 5625. Unter diesem Namen bietet n»S die strebsame Verlagsbuchhandlung des Herrn Gottlicb SchmelkeS in Prag ein Fcstgeschenk für daü kommende Jahr, welches wir freudig mit einem herzlichen Willkommen begrüßen. Um Tendenz und Inhalt des genannten Jahrbuches zu kennzeichnen, lassen wir Einiges aus der Vorrede des Herausgebers folgen: ״Eö ist ein schönes Merkmal unserer Zeit, daß der allgemcin moralische Geist in der jüdischen Welt sich unermeßlich gehoben hat, daß der Wunsch nach wahrer religiöser Belehrung immer lauter sich knndgibt. An allen Orten entstehen Vereine und Anstalten, um wohlthätig auf die Glaubensgenossen zu wirken, den Samen der Intelligenz und des Fortschrittes zu streuen. Die Verlagshandlung hatte diese schöne Erscheinung unserer Zeit im Auge, als sie die Gründung dieses Kalenders, des ״israelitischen Zeitbotcn" unternahm." Daß die Verlagshandluug des Herrn Gottlieb SchmelkeS wirklich zu denen zählt, die bei ihren merkantilen Operationen ebenso rationell, wie moralisch und intellektuell segenbringend wirken, davon gibt der ״Z-itbote" in seiner gegenwärtigen Anlage ein vollgültiges Zengniß; denn dieser VerlagSartikei, die Pflege des nationalen Geistes sich zur Aufgabe stellend, dient als Volksschrift nach der einen Seite hi» dem DnrchschnittSbedürsnisse des gebildeten Publikums, nach der andern insbesondere den Schichten des Gewerbs- und Handelsstandes. Wir finden da in der ersten Abtheiluug nebst dem Kalendarischen und den für jeden Monat beigefügten Notizblättern — eine für den Geschäftsmann gewiß dankenSwerthe Beigabe — auch eine übersichtliche Zusammenstellung aller in- und ausländischen Messen. In der zweiten Abtheilung, welche literarische und belletristische Aufsätze enthält, begegnen wir zunächst einem trefflichen Artikel des Herrn Dr. Wolf, betitelt: ״Der Sohn des Rabbi." Eine sehr schöne Schilderung der mittelalterlichen Zustände der Juden Deutschlands. Der Stoff, dessen sich der Verfasser zur Bearbeitnng des vorliegenden Stückes bediente, ist einem historischen Faktum entnommen. Diesem folgt ein Phantasiebild mit der Ncbcrschrift: ״Trost in Leiden." Der Griffel dieses Künstlers versteht meisterlich zu zeichnen. Wir kommen im Weiterlesen zu dem schönen Charakterbilde ״Rabbi Akiba." Eine biographische Skizze von Daniel Ehrmann. Der Auf!atz, den Fachmann bekundend, führt das Leben Akibas in populärer anmuthiger Darstellung vor. Der Styl, in welchem der ehrwürdige Verfasse! zu UNS spricht, ist kräftig und rein; nirgends eine geschraubte Stelle, vurchgehends frei von Phrasenreiterei und verspricht uns der gelehrte Verfasser dieses thatenreiche Leben in erweiterter, gründlicher und wissenschaftlicher Behandlung zum Gegenstände einer eigenen Schrift zu machen. Im weitern Verfolg der interessanten Abhandlnugen begegnen wir der Biografie DrS M. Sachs g. A. und Seite 86 finden wir ein offenes ״Album abgeblaßter Fotografien." Diese Bilder, nach Ociginalien einer vergangenen Zeit gezeichnet von dem rühmlichst bekannten Rabbiner Dr. Ehrenthcil, bilden eine ethnographische Serie mit unterhaltender Tendenz, und werden in später« Jahrgängen fortgesetzt werden. Der dritte humoristische Abschnitt ist reich an kernigen und witzigen Gedanken, die sämmtlich frisch und originell aus dem Anekdotcn-Füll- Horn fließen. Die vierte und letzte Abtheilung bildet einen mcrkantilischen An- Hang, enthaltend Auszüge aus dem Stempel- und Gebührengesetze vom 29. Feber 1864, Postalisches, Agio- und ReduktionStabellen. Eingestreute Gedichte und Legenden und das Bildniß des verstorbeuen M. Sachs s. A. zieren das Ganze. Papier, Druck und Ausstattung sind vorzüglich und machen der VerlagShaudlung Ehre. Auch der Preis — 36 Neukreuzer — ist bei dem hohen Werthe des Gebotenen nnv dem Umfange des handsame» Büchleins —126 Seiten — ungemein billig.*) I. Jahoda. *) Uns ist das besprochene Jahrbuch noch nicht zu Gesichte gekommen. Red. Bemerkung. Die Araber Korrespondenz erscheint in der nächsten Nummer. Szegedin, Aclbstvcrlag drr Nrdaktion. Leipzig, Üoiiinilssions-Verlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegcdin.

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