Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 31 (3.8.1864)
- Date
- 1864-08-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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635 636 war noch nicht verheiratet, als er auf des Herrn Geheiß von dem Profeten Samuel zum Fürsten über Israel gesalbt wurde! Außerdem, meine Herren, spricht der große Lehrer Rasch i klar und unzweideutig zu Ihren Gunsten, 29) unt> Ihre Ausschließung von den Gemeindeämtern kann von jüdisch-religiösem Standpunkte nicht gerechtfertigt werden. 4. Ihre letzte Frage ist bereits in allen jüdischen Gemetnden Ungarn's faktisch in bejahendem Sinne gelöst worden, so daß hier jede weitere Erörterung überflüssig ist. Es gibt wol schwerlich ein älteres Chevrabuch, in welchem nicht Modifikationen früherer Tekanoth vorkämen. Es versteht stch von selbst, daß diese Modifikationen von der Majorität der bezüglichen Vereine gutgeheißen wurden. 30) Aus dieser Auseinandersetzung geht klar hervor, daß Sie, meine Herren, in Ansehung der mir vorgelegten Fragen vollkommen im Rechte sind. Nichtsdestoweniger bitte ich Sie inständigst, Ihr gutes Recht nicht aus dem Wege der Anrufung behördlicher Assistenz zu suchen. Die auf Gemeindeangelegeuheiten bezüglichen Prozesse erbittern die Gemüther der Gemeindeangehörigen, untergraben das Gemeindewohl und machen dem Juden durchaus keine Ehre. Mäßigen Sie Ihren an sich lobenswerthen Eifer, meine jungen Freunde. Haben Sie Geduld! Lassen Sie sich durch das Beispiel der Orthodorie, welche den Arm der weltlichen Obrigkeit so oft zur Protektion ihrer Tendenzen anruft, nicht irre machen. Die Orthodorie hat nicht nur in andern Ländern, sondern anch in Ungarn seit zwei Menschenalteru so viel Terrain verloren, daß man es ihr Nachsehen muß, wenn sie zu äußeren Mitteln ihre Zuflucht nimmt. Auch hat sie nicht gar selten das Unglück, von Anwälten vertreten zu werden, die nicht orthodox, sondern blasirt sind, und zuweilen eine delatorische Rücksichtslosigkeit an den Tag legen, die man nicht auf Rechnung der Orthodorie setzen darf. Da nun diese Anwälte bei den von ihnen geführten Religionsprozessen die Ehre unseres Stammes und Glaubens so oft aus den Augen verlieren, müssen die Freunde des Fortschrittes um so eifriger bestrebt sein, diese Ehre zu wahren. Führen Sie also, meine jungen Freunde, keinen Prozeß. Trachten Sie dagegen, Kultur und Bildung in Ihrer Gemeinde zu verbreiten, und vertrauen Sie dem ewigen Hüter Jsrael's, der nicht schlummert und nicht schläft. Unter Seiner Obhut ist oft in winterlicher Umgebuug ein Frühling mit seinen Blumen aufgeblüht, ein Sommer mit seinen Früchten reif geworden. Er wird auch Ihre Bestrebungen in Seine gnadenvolle Obhut nehmen. ") Bereich 10, a. <51)111 24, b.; Schlgw. שליח: DJ1D ולמנות! Daß Ledige nicht nur in neuerer, sondern auch in früherer Zeit zu Rabbinern ge. wählt wurden, erhellt aus Ginath Weradim Jor. Dea 3, 7. ") S. hierüber GA. Zemach Zedek Nr. 2. Ich erflehe Seinen Segen für Sie und Ihre Gemeinde, und zeichne mit Achtung und glaubensbrüderlicher Liebe Szegedin, 25. Juli 1864. Ihr stets ergebener Diener Ieogoltl Iüw, Oberrabbiner. Lorresponden). Auslaut L. D. London, Ende Juli. (Forts.) Das in Rede stehende Gedicht des Jbn Esra ist sprachlich sehr interessant. Die geistreiche Kürze, welche alle Werke desselben auSzeichnct, stempelt anch dieses Gedicht. Hätte ein anderer dieses Gedicht gemacht, so hätte vielleicht das Gedicht den Verfasser berühmt gemacht; da Jbn Esra der Verfasser ist, so ist das Gedicht berühmt durch seinen Verfasser. Die erste Ausgabe dieses Gedichtes veranstaltete der berühmte Thomas Hyde, mit einer lateinischen Uebersctzung begleitet, sowie auch mit sehr gelehrten Noten, und auch arabischen Gedichten über das Schachspiel. Eö ist dieses Buch nicht sehr häufig. De Castro in seiner Bibliotheca espaniola hat dieses Gedicht hebräisch abgedruckt, begleitet mit einer spanischen Uebersetzung, welche wol dieses Gedicht in Spanien berühmt gemacht haden mochte. Es ist dieses Buch sehr selten. Da die französische Sprache in ganz Europa gelesen wird, so ist diese Uebersetzung von Herrn Holländerski ganz besonders geeignet, das Interesse für dieses Gedicht zu erregen. Das Gedicht ist aus mehreren Bibliotheken handschriftlich vor- Händen, unter andern» auch auf dem britischen Museum in London. Jbn Esra war wol der erste, welcher das Schachspiel in die hebräische Llteratnc einführte, cs folgten allmälig andere nach. Bon Senior Jbn Jahia schrieb eine kleine Abhandlung darüber in Prosa. Unter dem Titel מעדני מלך hat ein Ungenannter in sehr geistreicher Weise über dieses Spiel geschrieben.") Ueber die Charakteristik des Spiels selbst mögen die folgenden Worte dienen: — כי זה הצחוק יש בו חכמה וחריפות כי מצאוהו אנשי ״ בינה —— denn in diesem Spiele ist viel Klugheit und Scharfsinn, es haben cS geistreiche Leute erfunden" . — Manche Leser möchten sich vielleicht der bekannten Worte Mendelssohns erinnern ״für ein Spiel ist es zu ernsthaft.". Es heißt dieses mit andern Worten, eö ist zu viel הכמה והריסוח darin.*) **) Alle diese drei Stücke sind in den Handschriften zusammen, und sind seit Thomas Hyde Ausgabe auch zusammen gcdruckr. Auch Herr H o l länd erski hat sie so gegeden, und hat die Worte מעדני מלך als Titel der ganzen Sammlung gebraucht. (Schluß folgt.) Inland.? Pest, 1. August. Ihre hiesigen ordentlichen Korrespondenten sind wol in den Bädern; ich finde es daher ala correspondens benevolus angemessen, ihre Stelle zu vertreten. Bei der Trauernachricht von *) Die Stelle im Vorworte — ובחנתים בכור הבחינה בחינת ע״ולם באבן בוהן — Icheilit uns eine Anspielung auf das בחינת עולם und אבן בוחן des Kalonymns zu sein, in deren stylistische Fußtapfcn der ungenannte Verfasser wetteifernd folgte. **) In neuerer Zeit ist unter dem Titel הקדב ein sehr schönes Gedicht von Eichbaum erschienen.