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Ben Chananja · 1864-07-27 · 30 (27.7.1864) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
30 (27.7.1864)
Date
1864-07-27
Page
– (sequence 16)
Language
German
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625 626 der Geschäfte einzuweihen, so daß der Verein sich der Dienste desselben in dem Augenblicke beraubt steht, wo ihm dessen Leitung am nützlichsten sein konnte. Die vorgeschlagene Modifikation wurde der Abstimmung unterzogen und einstimmig angenommen. Herr Brunswick aus Konstantinopel fordert, daß der ans die Wiedererwählung des Präsidenten bezügliche Artikel auf die Komits's in fremden Ländern keine Anwendung finde, und daß denselben in dieser Rücksicht freier Spielraum gelassen werde, ' weil' in gewissen Ländern sich die Wahl der Präsidenten nur auf einen engen Kreis von Mitgliedern beschränken könne, so daß die Verpflichtung, sie am Schlüsse einer gewissen Periode zu ersetzen, zu ernsten Unzukömmlichkeiten führen würde. Der Herr Präsident bemerkte, daß nach dem Artikel 22 der Statuten, welcher fordert, daß jedem Vorschläge einer Modifikation das in zwei auf einander folgenden Sitzungen wiederholte Votum des Zentralkomits's vorangehen müsse, die Diskussion über den soeben gemachten Vorschlag unzulässig ist. Da übrigens nunmehr die Wiedererwählung des Präsidenten auf drei Jahre gestattet ist, wird die Alliance ohne Unzukömmlichkeit die neuen Verfügungen der Statuten der Erfahrung unterwerfen können, und sie wird später, wenn Ursache dazu vorhanden, über den in Rede stehenden Vorschlag eine Bestimmung festsetzen. Herr Nabbinowitz verlangt das Wort, um der Versammlnng zwei Vorschläge zu machen. Der Herr Präsident erwidert, daß diese Vorschläge keiner Diskussion unterzogen werden können, da sie nicht vorläufig dem Zentral-Komitä mitgetheilt wurden, welches im Sinne der Statuten int Vorhinein die Tagesordnung für die Generalversammlung zu bestimmen hat. Die Sitzung wird um 11 Uhr Abends aufgehoben. Aufruf. Die Nachricht von dem in London Plötzlich erfolgten Tod des rühmlich bekannnten Reisenden I. I. Benjamin II. hat sicherlich alle, zu denen die Kunde gedrungen, schmerzlich bewegt. Die Unterzeichneten, welche dem Verstorbenen seit einer Reihe von Jahren näher gestanden, haben in ihm einen Mann von seltener Ehrenhaftigkeit und von Biedersinn kennen gelernt. Wir können bezeugen, daß er in uneigennütziger Hingebung und opfervoller Begeisterung sich seinen Reisezwecken, die er als die Aufgabe seines Lebens betrachtete, Widmete, und mit beinahe beispielloser Energie und Aufopferung gerungen, um nach besten Kräften den Interessen der Wissenschaft zu dienen. Vier Welttheile hat er bereist — von Hindostan bis Vanconver-Jsland — ohne besondere Unterstützung von fremder Hand, auf seine eigene Kraft und seine eigenen Mittel angewiesen; — überall, wo es galt, für seine unterdrückten Brüder die Stimme zu erheben, da hat er nicht zurückgehalten. Seit Jahren war sein Streben, zu welchem Humboldt, Ritter, Petermann und andere Gelehrte ihn ermunterten, noch einmal Arabien und China zu durchreisen, und gerade jetzt, in dem Augenblicke, wo er mit größerer Aussicht auf Unterstützung zu dieser neuen gefahrvollen Wanderung sich anschicken wollte, ereilt ihn der Tod — und reißt ihm den Wanderstab aus der Hand. Er ist :dahingeschieden, bevor er erreichen konnte, wornach er sich seit 18 Jahren gesehnt, wofür er 18 Jabre lang alles dahingegeben, was sonst das Meuschenherz erfreut — die Ruhe, das Familienleben. Uns liegt eine heilige Pflicht ob. An irdischen Gütern hat er nichts znrückgelassen. Für Weib und Kind, an welchen sein Herz mit der innigsten Zärtlichkeit hing, sorgte er stets während seiner Reisen und reichte ihnen das Nolhwendigste aus dem Erlöse seiner Schriften. Er hoffte, daß nach dieser — durch den Rathschluß des Allerhöchsten vereitelten — großen Reise ihm Zeit und Gelegenheit bleiben werde, ihre Eristenz dauernd zu sichern. Gott hat es anders gefügt und Weib und Kind sind zurückgeblieben, ohne von ihrem Gatten und Vater etwas anderes zu erben, als sein ehrenvolles Andenken. Noth und drückende Armuth sind die Aussichten, die ihnen sich für die Zukunft eröffnen. Wir erlauben uns daher die Bitte, sich der Hinterbliebenen Benjamins anzunehmen. Mögen überall, wo sein Name gekannt ist, Sammlungen veranstaltet werden und die Summen, die für seine Neisezwecke bestimmt sind, seinen Hinterbliebenen zu Gute kommen. Was geschehen soll, muß bald geschehen, wenn nicht dringende Sorgen sich der tiefgebeugten kränklichen Frau bemächtigen sollen. Die zu diesem Zwecke eingehenden Beträge bitten wir an Herrn Jsr. Meyerhof, Firma: Simon May & Comp, in Hannover, woselbst sich Frau Benjamin mit ihrer Tochter befindet, zu richten. Hannover, den 12. Juli 1864. M. A. Behrens. Jsr. Meyerhof. Dr. S. Kayserling. .I. I. Krimke, Stiftsrabbiner. Isaak Hirsch. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

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