Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 30 (27.7.1864)
- Date
- 1864-07-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Steßenter Jahrgang. M. 30. Szegedin, den 27. Mi ISfii Jeden Mittwoch erscheint ein Bogen. Praninncrattonspreis: Ganzsährig 7 ff., tjalbj. 3 ff. 50 kr., Viertels. 2 fl. öst. W. Einzelne Nummern fl S fr. Man abonnirt bei allen Postämtern n. Buchhandlungen des Znnild Auslandes. M Mimnnjii 4 Vochenktatt für jüdische Theologie. Inserate sind an d. Redaktion in Szegedin oder an Hrn. .lranz Mgaer in Lcilljigzn seliden. Die Sspaltige Petitzeile wird mit 10 Nkr.--2 Sgr. berechnet. Herausgeber und Redakteur: Mu mh «8נ- «» jl< Oberrabbiner zu Szegedin. NedalUlon: 3 KroneruGaffe, Politzer'sches Inhalt. Geschichte der Rcchnitzer Gemeinde. (Mikwe-Frage.) Von Dr. Zipser. — Korrespondenz. Ausland. London (HolländerSki'S Buch über das Schachspiel. Von L. Dlikeü.) Eins (Reflcrionen von Oberrabbiuer Kahn. Neubauer.) Amsterdam (Bücherauktion.) Inland. Pest (Rosenbergs Ernenniing.) Ofen der Lehrcrverein. Bauers Geographie.) Ofen (Schul- und Gemeindezustände. Die Weinfrage und der Grub in Altofen.) Fünfkirchen (Neues Kasino. Wohlthälige Spenden.) Wieselburg (Rabbiner Bauer. Fortschritte.) Csanader Komitat (SNccessionSfrage in Makä.) Gr. Kanizsa (Mvntcfiore.) Unghvär (Sendschreiben.) Prag (Kämpf. JoNaS. Spitz.) — Inserate. Inhalt dev Beilage: Bericht der Alliance Jsraelite universelle. (Leven's Vortrag. Diskussion. Statistisches über die Mitglieder und die Verernskaffe. Crömieur's Rede. Albert Cohn. Präposition, die Gründung einer jüdischen Akademie betreffend.) — Aufforderung zu Gunsten der Hinterbliebeuen des Reisenden Benjamin II. Die Sdjidi|a[c uuö Be(lre6uugcu der israelitischen ssemeiiide za )techniß. Ein Beitrag zur Geschichte der ungarischen Israeliten im 17. und 18. Jahrhundert. Von Dr. M. Zipser, Oberrabbiner. (Fortsetzung. *) Hören wir noch ein drittes System über die Luftpninpe von dem Verfasser des ספר הברית. Es gibt, sagt er, (VII. S. 21) auch im Wasser Poren, die mit Lufttheilchen ausgefüllt sind; wird also die auf dem Wasser lagernde Luft ausgepumpt, so steigen jene Lufttheilchen aus den Wasserporen empor, und ziehen die sie umgebenden und einschließenden Wassertheile gewaltsam empor. Auch nach dieser Theorie ist ein Frauenbad mittelst Pumpe vollkommen gestattet. Sehen wir nun, wie sich dies nach dem neuen von Tercelli und Otto von' Guerikke festgestellten Systeme über die Luftpumpe gestaltet. Auf allen Gegenständen der Natur und folglich auch auf der Oberfläche des Wassers lastet eine große Luftsäule und übet einen großen Druck aus; wird also von einem großen Theile der Wasserfläche die Luft entfernt, so bringt der Gegendruck ein Steigen des von seiner Last befreiten Wassers von selbst hervor. Dieses ergänzt also die Luft- oder Wasserpumpe. Soll in ritueller Beziehung das Wasser zu einem Bade geeignet sein, so ist eine Hauptbedingung, daß es von selbst (בידי;שמים) und nicht durch Menschenkraft herbeigeschafft werbe. Nun fällt doch Niemanden ein, ein Frauenbad deshalb für rituell unbrauchbarzu erklären, weil Menschenhände eine Tiefe zur Hervorbringuug der Quelle gemacht; denn hierbei hat die Menschcnkraft, wie Mardechai (ב״י יו״ד סי רא) es richtig erklärt, eigentlich nicht das Wasser herbeigeschafft, sondern bloö das darauf lastende Hinderniß beseitigt. Dasselbe findet •) S. die vor. Nummer. auch hei den Wafferpumpen statt; wird die Luft von einem Theile des Wassers entfernt, so wird dadurch nur" die darauf ruhende Last beseitigt, das Steigen des Wassers nach dem luftleeren Raume geschieht durch den entgegengesetzten Luftdrück (בידי שמים), der auf der übrigen Fläche des Wassers lastet. Nach dieser Theorie wäre es nicht einmal nöthig, daß das Wasser im Bade mit der Quelle einmal in Verbindung gesetzt werde, und war diese Vorkehrung nur nach der ersten obenerwähnten Ansicht erforderlich, daß der Mensch die Luft und die Luft das Wasser in die Höhe zieht, wobei es בח כוהו wenigstens gibt, während bei den drei anderen Ansichten die menschliche Kraft blos ein גדם genannt werden kann. Meines Wissens wurden in Ungarn in drei Gemeinden solche Fraüeubäder errichtet: in Stuhlweißenburg, wovon Anfangs auch'dtt Hyperorthodoren Gebrauch machten, seit drei Jahren jedoch gar keine Mikwe haben; in Jünoshäz, wo es zur Reibung zwischen Rabbiner und Gemeinde führte, und in Folge dessen ersterer den Ort verließ; und in Steinamanger, wo der ehrwürdige Greis, 'Herr Ludwig Königsberger, nicht nur im Einverständnisse mit der Gemeinde ein solches Bad errichten ließ, sondern sich auch von meinem Vorgänger hierorts, R. Gabriel Engelsmann, und von einer ausländischen rabbinischen Autorität , R. Wolf Hamburger, eine Approbation über die rituelle Berechtigung dieser Einrichtung verschaffte. Da tauchte ans einmal in jüngster Zeit die Nenorthodorie in der Umgebung auf, streckte ihre langen Arme bis an den Sitz des friedliebenden und friedfertigen Rabbiners aus, hetzte und schürte, bis es ihr endlich gelang/ den Samen der Zwietracht in diese friedliche Gemeinde auszustreuen, man fand einen empfänglichen Boden, eine Hyperorthodoxe Familie ließ sich herbei, für die Frauen der jüdischen Romantik eine zweite Mikwe zu errichten. (Fortsetzung folgt).