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Ben Chananja · 1864-06-29 · 26 (29.6.1864) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
26 (29.6.1864)
Date
1864-06-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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M 26. S^egcbiii, Den 29. “ SieBcuter Jaljtpiii!. Jeden Mittwoch erscheint ein Bogen. Pklinumtrationspreis: Ganzjährig 7 fl., balbj. 3 fl. 80 kr., viertel!. 2 fl. öst. W. Ginzelnevkummerrr «Skr. Man abonnert bei allen Post- Ämtern u. Buchhandlungen des Innnd Auslandes. PMMM. TUocOcnöfttlt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: LEOPOliD JLÖW, Oberrabbiner zu Szegedin. Infrrale find and. Redaktion in Szegedtn oder an Hr». .j'riulz Mstiler in teiptiflzu senden. Die Lipallige Pemzeile wird mit 10 Nkr.— 2 Sgr. berechnet. Rcdnlrtion: 3 Kronen-Gaffe, Politzer'scheS Haus. Inhalt. Die Schicksale und Bestrebungen der Rechnitzer Gcmeinve. Bon Dr. Zipfer. — Beiträge zur Kultur- und Llteraturgescbichte. VI. Bon DukeS. — Ruudichreibcn des ungarisch-isratlitische» Bereins. — Das jüdische Schulwesen Berlins. Bon Rosenberg. — Einige Fragen über die Präparandie. Bon Bargella. — Korrespondenz. Inland. Wien (Prüfung in Kanus Erziel,ungsinstitut.) Pest (der nugarüche Jsraelite.) Szegrdin (RabinatS-Assrssor Klein) Rechnitz (Adresse der Gemeinde an den Redakteur des ״A. El,.") Bon der Drau (Rabbinerivahl in Waraövi». Kantorwahl in Kanizsa.) Großwardein (Rabbiner Landsberger ein Reformer.) Bouyhäd (Monlefiore.) — Literarische Anzeigen. Offen und ehrlich. Bon Kutni. Besprochen von Letsch. Inhalt der Beilage: Hirschfelds letztes Wort. — Die jüdische Kurrentschrift. Bon Löwy. — Die Tekufa-Verwahrung. Bon Schütz. — Inserate. — Bemerkungen. Die Schicksale und Lestrebungeu der ismelilischeu Gemeinde zu Zlechitih. Ein Beitrag zur Geschichte der ungarischen Israeliten im 17. und 18 Jahrhundert. Von Dr. M. Z i p s e r, Oberrabbiner. , (Fortsetzung. *) Wozu aber, wird mancher Leser fragen, war ein Tempel mit 200 angebrachten Sitzen für eine Gemeinde erforderlich, die, wie wir oben gesehen, im Jahre 1687 blos 36 Famitten zählte? Als Antwort diene die Bemerkung, daß einerseitS die hiesige Gemeinde in kürzester Zeit schnell heranwuchs, ein Umstand, dessen wir schon oben bei der häufig vorkommenden Vergrößerung des Friedhofes zu erwähnen Gelegenheit hatten; anderseits gehörreu zur hiesigen Gemeinde nichr nur alle in nächster Umgebung niedergelassenen jüdischeu Einwohner, sondern ihr Bezirk erstreckte sich weit bis in die Somogy hinunter, so daß Güßing, Könnend, Egerßeg, Gr. Kanizsa**), Lengyeltüty blos Filiale der hiesigen Gemeinde waren. Zur Zeit der hohen Festtage wallfahrte Alles hiehör, um dieselben am hiesigen Orte zu feiern. Diese Zeit diente zugleich als eine kleine Messe für die Juden des jenseitigen Donaukreises. Die Wallfahrer brachten allerlei Produkte und Maaren herbei, wozu ihnen der große Tempelhof als Marktplatz diente. Noch in den 1848—1849 Jahren, wo in Folge der unruhigen Zeiten hie und da so viele Judenkrawalle zum Vorscheine kamen, hörte man oft in den benachbarten Ko- *) S. Nr. 23. **) Noch sitzt ist in dieser ehrsamen Gemeinde (Gr. Kanizsa) eine Stiftung von dem sei. Jos. Samuel vorhanden, a»S der die hiesige Gemeinde jährlich folgende Nutzungen zieht: 10 fl. ö. W. für das Rabbinat, wofür am Slerbelaqe des Testators (ט א!״ר) die üblichen Gebete verrichtet werden: 14 fl. ö. W. ans Holz und 20. fl ö. W. ans Lebensmittel für Arme. Es wäre zu wünschen, wenn Jemand anS Kanizsa nähern Aufschluß über die Zeit und Wirksamkeit dieses edlen WohlthäterS in diesen Blättern mittheilen möchte. mitaten die Bauern ausrufen: Mögen die Juden nach Rechnitz, ihrem Jerusalem, ziehen! Das Jahr 1704 war ein sehr trauriges für die Gemeinde; um diese Zeit wüthete in Ungarn der sogenannte Knrutzenkrieg, an deren Spitze Franz Rakvtzi, Fürst von Siebenbürgen, stand. Einer seiner Feldherren, Alexander Kärolyi, drang siegreich jenseits der Donau vor und eroberte Güns, Steinamanger und Kanizsa. Kaiser Leopold, der in einem schweren Krieg mit Frankreich verwickelt war, konnte nicht den geringsten Widerstand leisten. Der hiesige Graf Adam Battyänyi scheint bereits tobt gewesen zu sein, und seine Frau Eleonora, geb. Gräfin von Srratmann, kam zur Negierung. Diese geistreiche und am kais. Hofe in besonderer Gnade stehende Frau, aus deren Rücksicht ihr Gatte bei einer früher» Affaire verschont geblieben war, zog besonders die Plünderungssucht der räkotzischen Truppen auf sich. Diese machten einen Einfall in Rechnitz, belagerten nnd stürmten die Burg, raubten und plünderten in der Stadt, besonders in den Wohnungen und Handlungen der Inden. Ein gewisser Franz Sombathely, Kapitän einer Truppenabtheilnng, zeichnete sich besonders in dieser Plünderung aus. Als Entschuldigung seines Verfahrens erließ er eine ungarische Proklamation des Inhalts, daß er nur Rakotzys Befehle vollziehe (18. Jänec 1704.) Die hiesigen Juden blieben aber nicht müßig: da sich besagter Sombathely auf einen Befehl seines Vorgesetzten Adam Balog berief, so nahmen sie ihr- Zuflucht zu diesem und erhielten auch einZeugniß.von ihm, daß' diese Plünderung Sombathely auf eigene Faust und ohne jede Berechtigung dazu unternommen. Im Juni langte ein Obergeneral der Rakotzyischen Truppen nach Steinamanger an, der den hiesigen jüdischen Einwohnern, wie auch denen zu Schlaining, die dasselbe Schicksal getroffen, einen Sicherheitsbrief ertheilte (22. Juni 1704.) Nach Epstein verwaltete das hiesige Rabbinat Rr Schabati Ahron, Sohn des obenerwähnten zweiteu Rabbi-.- 78

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