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Ben Chananja · 1864-06-08 · 23 (8.6.1864) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
23 (8.6.1864)
Date
1864-06-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Sie6eute Jahrgang. M LS.Szegebin, ben 8. Jmti f86i Jeden Mittwoch erscheint ein Bogen. Pranumerattonspreis: Ganzjährig 7 fl., balbj. 3 ft. 50 kr., viertel!. 2 fl. oft. W. Einzelne Skummern iS kr. Man abonnirt bei allen Postämtern u. Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. M OMMM. Wochenklatt für jüdische Theologie. Herausgeber und Redakteur: JL, JE s» M.m «» JL WB Iiöw, Oberrabbiner zu Szegedin. Inserate find and. Redaktion in Szegedin oder an Hrn. ,1r«u1z Mgner in Leidig zu senden. Die Lspaltige Petitzeile wird mit 10 Nkc. ---2 Sgr. berechnet. Redaktion: 3 Kronen-Gaffe, Politzer'sches Haus. Inhalt. Was war, was ist, was soll der Rabbiner sein? Vom Herausgeber. — Beiträge zur Kultur- und Literaturgeschichte. Von L. Dukes. IV- — Korrespondenz. Ausland. Paris (Salomon v. Rothschilds Leichenbegäugniß.) Inland. Pest (Lehrerverein..) Pest (Jellineks Predigten ungarisch, Ormody'S ungarisches Jahrbuch.) Aus Oberuugarn (Znspektoren.) Ofen (Seminar. Weinberger in Ujhcly.) Mb (Spenden) Miskolcz (Vorstand uud Gemeinde.) Makü (Rabbinerwahl.) Schütrenhofen (Historisches.) Prag (Die Meiselsynagoge nud Dr. Stein.) Teplitz (Zntoleranz.) — Literarische Anzeigen. Levi's Mosaische Theokratie. Angezeigt vom Herausgeber. — Inserate. — Bemerkungen. Inhalt der Beilage: Abwehr. Von Obecrabbiner Hirschfeld. — Schicksale und Bestrebungen der israelitischen Gemeinde zu Rechnitz. Von Dc. M. Zipser. Was mar, was ist, nnb was soll Öer Rabbiner fein? Eine religionsgeschichtliche Studie. Einleitung. Die überschriftliche Frage wurde am 11. Juli 1841 von dem Kulturvereine in Berlin als Preisaufgabe ausgeschrieben. Die hierauf bezügliche Kundmachung lautete: ״Der jüngst in Berlin gestiftete Kulturverein zur Förderung wissenschaftlicher und künstlerischer Bestrebungen unter den Juden ist, indem er den §. 2. Nr. 4 seiner Statuten, Preisaufgaben zu stellen, welche eine besondere Beziehung auf Juden haben, hiermit zum ersten Male in Ausführung bringt, von der Ansicht geleitet worden, daß er eine Frage vorzulegen habe, deren würdige Beantwortung für Wissenschaft und Leben gleich ersprießlich sei. Als Gegenstand einer solchen Frage, bedeutsam in den Beziehungen zu dem religiösen und zu dem bürgerlichen Leben der Juden, daher reich an Theilnahme und vielbesprochen, und dennoch einer wissenschaftlichen Aufmerksamkeit noch sehr bedürftig, erscheint uns das Rabbinerthum, oder: Bedeutung, Stellung und Wirksamkeit der jü< dischen Rabbiner. Als geistliche Führer der Gemeinden bilden sie ein bedeutendes Moment in den Bewegungen, die im Schoße derselben und auf dem Gebiete der theologischen Literatur sich kund geben; ihre Befugnisse beschäftigen die Behörde, ihre Wirksamkeit das Interesse der Gemeinde. Und doch ist nichts so schwankend, als die Meinung über Bedentung und Wirkungskreis der Rabbiner, als die Ansicht von den gegenwärtig an dieselben zu machenden Anforderungen. Ist demnach eine klare Einsicht in das Wesen des Rabbinerthums in unserer Zeit höchst wichtig, so kann solche nur wissenschaftlich, und zwar auf geschichtlichem Wege erlangt werden; erst wenn wir erfahren, woher diese Institution stammt, nnd wie sie sich entwickelt hat, was sie in den frü- Heren Zeiten gewesen, in welchem Verhältnisse sie zu den Bedürfnissen und der Verfassung der Gemeinde gestanden, erst dann erhalten wir das Verständniß von dem, was heute geschieht, und erkennen das Recht und das Rechte für unsere eigene Zeit. Dem zufolge macht der Kulturverein die historische Erörterung des Rabbinerthums zum Gegenstände dieser seiner Preisaufgabe, und fordert zur Beantwortung derFrage auf: Was war, was ist, und was soll der Rabbiner sein? Es wird eine aus Quellenstudium hervorgegangene, die Quellen nachweisende, wissenschaftliche Darstellung verlangt, die Aufschluß gibt über Ursprung und Fortgang der Rabbiner-Institution; über die religiöse,Bedeutung der Rabbiner und deren Srellung zu Gemeinde und Vorstand; über ihre Amtsthätigkeit als Kommunalbeamte, Richter, Geistliche, Lehrer und Prediger; ihre Vorbildung, Qualifikation, Erwählung, Anstellung, Einkünfte und Gerechtsame; endlich ihre Wirksamkeit und ihren Einfluß im Allgemeinen. In der geschichtlichen Betrachtung sollen die verschiedenen Zeiträume, und wo der Gegenstand es erheischt, auch die verschiedenen Länder berücksichtigt werden. Bei der neuern Zeit wird die Erörterung folgender Punkte erwartet: 1. Beruf und Stellung des jüdischen Theologen nach allen Richtungen seiner Wirksamkeit, auch in seiner Eigenschaft als Mitglied eines Kollegiums (Rabbinat, Konsistorium , Synode); 2. die vorhandenen oder erforderlichen Anstalten zur Bildung dieser Theologen; 3. Gesetze und Verfügungen in Bezug auf deren Anstellung, Amtsverhältniß und Autorität; 4. die Forderungen der Gegenwart, der Meinungskampf und etwaige Vorschläge als Ergebniß der Untersuchung. Die beste Lösung dieser hier gestellten Aufgabe, d. i. die gekrönte Arbeit, erhält von dem Vorstande des Kultur-Vereins einen Preis von 200 Thalern." In seinem am 2. März 1842 erstatteten Jahresberichte sagte Dr. Zunz, der Vorsteher des Kultur-Vereins: ״Die Preiöaufgabe wurde durch verschiedene Zeitungen veröffentlicht, nnd von den Redaktionen der ״Preußischen Staatszeitung", der ״Israelitischen Annalen", des ״Orients" nnd der ״Deutschen Jahrbücher"

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