Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 21 (25.5.1864)
- Date
- 1864-05-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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437 438 Vers zu denjenigen gehörte, die im Tempel gelesen, aber nicht übersetzt werden durften! Genau genommen ist diese so weit gehende Dergleichung auch irreligiös. Muß nicht durch eine solche Parodie der eigeldliche Trauungsakt entweihet und zu einem Komödienspiele herabgewürdigt werden? Muß nicht in so manchem der Zuhörer der Gedanke auftauchen, daß sowie der Rabbiner, ״der mit seiner Gemeinde braut auf ewig sich vermählt hat," (Seite 10) dennoch von all den Schwüren und Versprechungen sich nicht abhalten lassen wird, eine» bessern RabbinatSposten auzunehmen, man mit der eigentlichen Frau trotz aller Formeln ebenso umspringen darf? Man kann auch nicht sagen, baß der Rabbinerbräutigam sehr galant gegen seine Braut sei; welcher Bräutigam wird denn von seiner geliebten Braut unbedingten Gehör« sam fordern? Wahrlich nur ein Haustyrann wird von seiner verständi gen Frau verlangen, daß sie seine Worte befolge, ohne sie zu prüfen, ohne zu forschen! (S. 16) Hier ist der Herr Bräutigam eigentlich aus der Rolle gefallen, hier hat er in sich selbst den Rabbiner gesehen und sich für den Stellvertreter Gottcö betrachtet; darum zitirt er auch zu seiner Unterstützung den BerS נעשה ונשמע־; doch der Rabbiner sollte ja wissen, daß die Verhältnisse zwischen Israel zu Gott und zwischeu einer Gemeinde zu ihrem Rabbiner zu keiner Proportion gebracht werden dürfen, daß der Rabbiner nicht unfehlbar, wie Gott selbst, sei.' Ist eine solche Forderung nicht eine Verirrung, eine dem Geiste des geschichtlichen JudenthumS widerstrebende Neuerung? Was die Diktion anbetangt, ist sie scheinbar glänzend, im Grunde jedoch hohl, phrasenhaft und ohne Logik. Einige Proben sollen dies darthuu. S. 10 sagt der Redner: Der Ring ist das Symbol des Alles überdauernden, über Alles zerschmetternd hinrollenden Rades der Zeit." Also auch ein Symbol, daß Liebe und Freundschaft zerschmettert werden?? Er spricht ferner über die Heiligkeit der Gedenkringe und sagt ferner: Die Sagen hierüber sind in Ammenmährchen und Wiegenliever n verewigt." Was für Glauben verdient aber ein Ammenmährchen? S. 13 sagt er: Unser Zeitalter ist das der geistigen Verjüngung, die Zeit des Wohllebens, des Genusses lind der Ueppigkeit. Ist aber Wohlleben rc. geistige Verjüngung oder nicht vielmehr geistiger Verfall? Wir haben uns bisher blos mit der ersten Rede beschäftiget und glauben, der freundliche Leser werde nach den bisherigen Proben 11ns es nicht verargen, wenn wir ihn mit den andern sechs Reden verschoneu; nur eines können wir nicht unterdrücken, daß ein Rabbiner nicht wissen soll, in wie viel Tagen Gott die Welt erschaffen hat, daß der Verfasser S. 43 sagt: In f ü n f Tagen vollendete Gott die ganze Welt bis auf ein einziges Geschöpf; — bis auf den Menschen 1c." dies ist wahrtich unverzeihlich. , _^_ Literarischer Lolbo (כלבו ). XXVII. In der interessanten Notiz über ״hören, sehen und schweigen" (B. CH. Nr. 46 v. I.) sagt Herr Dukes, daß die Namen ומשמע 1) ורומה ומשא• B. M> 25, 14) schon im 15. Jahrhundert von Je- Hilda Arje de Modena im Sinne dieses Sprichwortes gebraucht wurden, und ebenso scheine in einem auf dem britischen Museum befindlichen altern Gedichte darauf Bezug genommen worden zu sein. — Wir wollen nun auch au Maimuni erinnern, der im Jggeret Teman (sä. Prag pag. 75 b) ebenfalls diese Namen im Sinne dieses Spruches anwendet: וכמו שהוכיחונו רבותינו לשאת כזבי ישמ^ל ושקרו ואשתוק ממנו וסמכו זה (רפסוק שכתוב בשם בניו ומשמע ודומה ומשא ,שמע דום ושא. Proßnitz. Rabb. Dr. A. Schmiedl. Inserat. דיע נייעסטע קונסט -נאלד -וילבער אונד סערל שטיקערייען für Israelitische Tempel und Synagogen, in Wien, Neubau, Dreilaufergasse Nr. 3. empfiehlt sich.den P. T. H. 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