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Ben Chananja · 1864-05-25 · 21 (25.5.1864) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
21 (25.5.1864)
Date
1864-05-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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425 426 % Prag und Wien, in welchem letzteren Orte er im Lehrhause seiner Verwandten, der Gebrüder Sacharja und Kopel Lew! lebte , im Jahre 1660—חב nach Ofen, wo er zwölf Jahre dieses ansehnliche Rabbinat verwaltete. Im Jahre 1672 erhielt er den Ruf, nach Jerusalem als Rabbiner zu gehen, wurde jedoch im selben Jahre mit einem großen Theile seiner Familie eine Beute der daselbst grassirenden Pest. Sein obenerwähnter Sohn, R. Arje Jehuda Löb, sammelte dessen zurückgelaffene Schriften, zu welchen er selbst reichhaltige Beilagen hinzufügte, und unternahm im Jahre 1685 eine Reise nach Jerusalem, um da Rekommandationen über das Werk seines Vaters zu sammeln. Nach Verlauf eines Jahres vernahm er die schreckliche Kunde von der Einnahme und Erstürmung Ofens, er eilte nach Hause, traf jedoch keiues seiner Familienglieder mehr da. Die jüdischen Einwohner Ofens, die bei dieser Belagerung tapfer an der Seite ihrer Schutzherren, der Türken, kämpften, wurden nach der Erstürmung von dem siegreichen Eroberern hingemetzelt. Ein Theil, der sich zu seinen Glaubensgenossen in Stnhlweißenburg flüchtete, fiel, als diese Stadt dasselbe Schicksal traf, dem Sieger als Beute und wurde als gefangen verkauft. (S. Emek Habacha). R. Arje Jehuda Löb wauderte weiter in der Aufsuchung seiner Familie, die er endlich in Prag fand. Zwei Jahre später gab er das erwähnte Werk seines Vaters nebst seinen eigenen Zusätzen unter dem Titel: שער אפרים in Sulzbach heraus; er war Onkel von dem berühmten Zebi Aschkenasi und Großonkel von R. Jakob Emden. Ob er mit dem hiesigen gleichen Namen führenden Rabbiner identisch sei, wollen wir den Gelehrten dieses Faches zur Entscheidung überlassen. Um diese Zeit. (1693) war Judenrichter der hiesigen Gemeinde Götzel Lemel, wie dies aus einer vom Grasen Adam ausgestellten Quittung über dir geleisteten Steuern der Gemeinde hervorgeht. Wir bemerken dies deshalb, weil es der älteste und erste Vorsteher ist, dessen Name auf uns gekommen. In dem oben mitgetheilten Schutzbriefe kommen unter Nr. 7, 8 zwei Lemel, Götzel und Moses, wahrscheinlich Brüder, vor. Eine andere Quittung vom Jahre 1692 lautet: Das uns die Judengemeinde zu Rechnitz ihre schuldigen Gaben, item die ungarischen und teutschen Schosse, dann das Portionsgeld sowol, als auch die Interessen von ihren schuldigen Kapitalien bis Georg! 1692 laut gepflogener Abrechnung richtig und völlig bezahlt, wird hiermit beschienen und sie die Juden bester Massen quittirt. Poschendorf, 28. Mai 1692. Gr. Adam Bathyäny. Es ist zu ersehen, daß die Gemeinde schon so früh verschuldet gewesen, wahrscheinlich in Folge des Tempelbaueö, ferner daß die hiesigen jüdischen Einwohner Grundstücke auf eigenen Namen besaßen, denn der Ausdruck ״Schoß" bedeutete im altdeutschen Style nichts anderes, als Grundsteuer. Was die zweifache Benennung ungarische und deutsche Schosse betrifft, so ist zu bemerken, daß der hiesige Markt noch jetzt aus zwei Theilen, einem ungarischen und deutschen, besteht. Bald darauf nahm als zweiter Rabbiner das hiesige Rabbinat R. Jsak Proßnitz ein, von dem ebenfalls nichts mehr als eine Spur seines hierortigen Daseins sich erhalten hat. Es ist sein Grabstein auf dem hiesigen Friedhofe vorn Jahre 1700, welcher folgende Aufschrift ha!: י״ג ליל ררח tw סיון חס לסק. פ״ט הרב ה״ה החסיר מהו יצחק דל ו׳ר׳מ סר. ק״ק רכניטץ בן הרב רדה החסיר מיה *אברהם דל מסרוסניטץ Aus dieser Aufschrift ist zu ersehen, daß auch sein Vater Rabbiner, vielleicht in Proßnitz, gewesen. Dieser Grabstein hat das Bemerkenswerthe, daß er im Gegensätze aller übrigen Grabsteine des hiesigen Friedhofes mit seiner Inschrift nicht nach Osten, sondern nach Westen gerichtet hat. Die Volkssage schmückt diesen Rabbinen mit der Glorie eines Wunderthäters aus; der Stein, der ursprünglich, wie die übrigen gestellt worden ist, soll über Nacht seine umgekehrte Richtung genommen haben, um leicht kenntlich zu sein, damit man sich bei Feuersgefahr oder sonstigen öffentlichen Drangsalen hieher um Abhilfe wende. Was diese Sonder-׳ lichkeit noch mehr heraushebt, ist der Unlstand, daß am Fuße dieses Grabes ein zweiter Stein sich befindet, der zwar etwas kleiner, aber mit derselben Aufschrift versehen, und ebenso in umgekehrter Richtung gestellt ist. Auch diesen läßt die Volkssage von selbst entstanden, sein. Unsere eigene Ansicht über die verkehrte Stellung dieses Steines werden wir weiter Gelegenheit haben, mitzutheilen^ Als Mäzenen dieses Jahrhunderts sind außer Herrn Samson Wertheimer noch zu erwähnen: Abraham Ausspitz, der, wie aus seinem in Wien befindlichen Grabsteine hervorgcht, die Synagoge in Eisenstadt erbaute, besonders aber dadurch sich auszeichnete, daß er viele jüdische Gefangene Ofens auslöste. Ein Zweig seiner Familie ließ sich hier nieder, und gehörte zu den ansehnlichsten Mitgliedern der Gemeinde. Ferner R. Elija Kohn zu Ofen, er unterstützte besonders die Gelehrten zu Jerusalem und betheiligte sich mit großen Geldspenden an der Herausgabe des obenerwähnten Werkes ישער אפרים (S. die Hakdama.) (Fortsetzung folgt.) Mträge jut 3Mutunö nieralargcfdjidjte. Von Leopold Dukes. I. Eine rigtnthnmliche Sitte der Magier. Die mit den Gebeten der verschiedenen Glaubensgesellschaften verbundenen Gebräuche und Sitten, sind oft ebenso interessant, wie die Gebete selbst. Es offenbaren sich darin die eigenthümlichen Anschauungen der bezüglichen Glaubensgesellschaft. Die Sitte, die Gebete, oder doch manche derselben, vor sich hinzumurmelu, war bei den Magiern

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