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Ben Chananja · 1864-05-04 · 18 (4.5.1864) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
18 (4.5.1864)
Date
1864-05-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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381 382 Rabbiners, G.r gegenwärtig in E...N, abmalte, als er den neuen Pester Raw. die uralte Geschichte von צנים ופחים aus dem ב״ל herrezitiren hörte. — Am ש״ש J 621 erkannte ich in der ganzen Schmatssa über תלרקית 8׳<"׳ (Bchoroth 22) u. s. w. ein nur durch lönfufe Wiedergabe entstelltes Stück aus der letzten Drascha im zweiten Theile des ״JaarothDwasch" von R. Jonathan Eibeschitzer, die augeknüpfle Hagada über Wesen und Namen der Dinge, über die Engelserscheinungen Jakob und Manoacb und die verschiedene Fragestellung deö Letzteren nach den Namen der Engel findet sich ausgezeichnet und gedruckt am Beginn der 10-ten Drascha eben desselben ״Bina le'ittim": wo in der 25-ten Drascha ein Erkurs über 2. B. M. c. 2, v. 11. ff. mit einer witzigen Auslegung der Worte: אכן נודע הדבר zu lesen ist, welcher ErkurS ganz gemüthlich am ״großen Sabbat" 622 (auch seitdem, wie ich höre, öfter noch) prodüzirt wurde, wahrend das Charifnß am selben Sabbat, (N7N ש״מ Pßochim 5 b.), zwar wieder ohne gehörigem Verständnis), ein Ercerpt aus סדרי' מחרה deö Elchanan ben Samuel Din furch pag. 48 gewesen. — War das nun Zufall, daß ich alle 4 Male, da ich einer Drascha beigewohnt, und zwar bei Veranlassungen, wie Probe und Antritt, wo man in der Regel sein Bestes zu Markte bringt, Fremdes zu hören bekam? Da, wie eben letzthin Hr. Rabb. gesagr, בצבו ר schon Z 1v e i Male eine חזקה statu iren, wäre ich nicht berechtigt, von diesen 4 Malen einen sicheren Schluß rücksichtlich der Originalität alles Uebrigen zu ziehen? Und wenn ich, im Besitze einer nur kleinen in diese Fächer einschlägigen Bibliothek, auch nicht so eifrig mich damit befassend, nach viermaligem Hören auf so viel Bekanntes gestoßen bin , waS mögen andere, die größere Büchersammlungen zur Einsicht, haben, Fachmänner, die anhaltender auch ähnlicher Lektüre abliegen, nicht erst gefunden haben, etwa die Herren Nabbinatö-Assessoren, ein L H. Schlesinger, M. Frendiger, Jsak Nathan, N. Feldmann, die rabbinisch gelehrten Herren Neligionslehrer Zilz, S. Kohn, Mannheimer, H. Deutsch n. A.?— Es sind chies Namen von Männern, die ich zwar nicht alle persönlich kenne, deren keiner aber, ich bin dessen gewiß, meine obigen Quellenangaben Lügen strafen wird. — Kleinigkeiten, die ich nur vom Hörensagen weiß und deren Quellen angegeben werden , habe ich nicht erwähnt; ebenso lasse ich gewisse läppische Pschetel unberühr , deren illegitime Herkunft man schon ans dem Grunde behaupten darf, weil die Manier ganz außerhalb des Gedaiikengauges nnd Gedankenkreises des modernen, studirten 'Rabbiners, wenn er'auch die frucht- .,barste agadische Invention besäße, liegen müßte. Meine ans eigenes Anhören und Ansehen gegründeten Daten genügen wol, um zu zeigen, wie es mit der Wahrhaftigkeit der mit solchem Eklat abgegebenen Erklärung bestellt ist. - Rabb. Fasset könnte demnach im Pathos her berühmten Eingabe seinem Pester Kollegen zurufen: ״Hochwürdiger Kollege! Sie haben ge frevelt gegen den guten Geschmack, gegen, die Klugheit; Sie haben endlich gefrevelt gegen ganz Israel, dessen Erlösung, nach dem Spruch unserer Weisen, nur der bewirken kann, האומר דבר בשם אומרו! Ich aber beabsichtige keine solche pathetische Apostrophe, sondern nur noch eine kurze Bemerkung, zur Ehrenrettung unserer Gemeinde. Sie erinnern sich wol, He. Red., des Sturmes, - welchen einige Worte des sel. Jost im ״B. CH." ״hier erregten. Jost hatte ans Anlaß einer gedruckten Predigt des Dr. Meise! hie Alternative ausgesprochen: Dr. M. müsse entweder den 'Geschmack seiner Gemeinde nicht kennen, oder Letzterer müsse ein Verderbter sein. Auch die Draschoth und Akte, wie der eben besprochene, dürften Fremde zu solcher Behauptung veranlassen. Und da thäte man wahrlich unserer Gemeinde groß Unrecht. Den Gefchmack der Urtheilsfähigen und Unterrichteteren, nicht von Konsequenzreiterei Befangenen, kennt Herr Dr. M. wahrlich heute, nach bald 5 Jahren, noch immer nicht. Tempel und Predigt wollen wir jetzt außer Besprechung lassen, wir sserschieben eine-Würdigung derselben auf eine andere Gelegenheit, und behalten nur Synagoge und Drascha im Auge. Herr Dr. M. irrt wahrlich sehr, wenn er meint, daß da und für das Publikum alles erlaubt fei und jeder bunte Einsall für Magidüß ansgegeben werden dürfe. Nein, Ew. Ehrwürden! In dieser alten Synagoge zu Pest steht noch immer eine Anzahl von Männern, stattlich genug, um den Namen einer Gemeinde zu verdienen, die noch nicht vergesseu hat, welche tiefe und edle Gedanken, gekleidet in ebenso prachtvolle als keusche Gewänder, und welch glänzenden Witz und Scharfsinn sie mehr als zwanzig Jahre hindurch an dieser Stätte bewundert haben, wie ihnen von dieser Kanzel herab nur — um mit dem Dichter zu reden — ״goldene Früchte in silbernen Schalen" vorgesetzt worden, und wie die Stelle vor diesem Hechal die ganzen zwanzig Jahre hindurch auch kein einzigesmal zur Austragung von persönlicheir Angelegenheiten gemißbraucht worden. — Diesen bezeichneten Besuchern der alten Synagoge war das Geheimniß der M.'schen Draschoth alsogleich bei seinem Amtsantritt bekannt; friedlich und manierlich , wie selbst Ultraorthodoren in Pest sind, bedachten sie, daß doch bessere Männer als Herr Dr. M. heute weder als Pilpnlisten, noch als Maggidim glänzen wollen; sie nahmen es mit der Drascha gar nicht Ernst, und glaubten nicht, daß er es damit ׳ nehme, sie hielten das Auftreten in der alten Synagoge nur gewissermaßen als eine Connivenz gegen sich, gleichsam nur als eine Sichtbarmachung seiner geistlichen Waltung auch über diesen Theil, der Gemeinde: — Als aber blinde Fanatiker und falsche Freunde des Herrn OberrabbinerS anfingen, auf diese Draschoth Gewicht zu legen, gar etwa eine Kulturepoche von ihnen zu datiren, als diese Serben ans dem Tempel herüber zur Drascha kamen , um hier über Gesichter und Mienen der autochthonest Besucher zu wachen und die Fehlenden ins schwarze Buch zu schreiben, als man Gott danken mußte, daß ihnen keine Polizeigewalt zu Gebote steht, um die Leute zur Drascha zu treiben, dann, ja dann freilich fing man an, seine Meinung unverholen aus* zusprechen, die durch hundert solche Erklärungen und Herausforherungen wie die letzte , schwerlich umgestoßen werden wird. Und noch ein letztes Wort zum Schluß. Gefetzt, es hätte nach Anhörung jener Erklärung irgend ein heißblütiger, eben als ״geschäftiger Späher" gebrändmarkter Mann gernfen: ״Und sie stehen doch — gedruckt — diese Pschetel!" Welcher Skandal! Lärm, Entrüstung, strafgerichtliche Be- Handlung wegen Störung des öffentlichen Gottesdienstes! Und das mit Recht! An wem aber wäre die eigentliche Schuld gelegen? Gewiß an dem, der vergessen hatte an das Wort der h. Schrift: לפני עור לא חתן מכשול! : Druck von S i g m u n d B u rg e r in Szegedin.

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