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Ben Chananja · 1864-05-04 · 18 (4.5.1864) · page 9

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Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
18 (4.5.1864)
Date
1864-05-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage znm ״Ben Chananja" Nr. 1@. Merkwürdige Äuffchlüffe. Um dieselbe Zeit, da die Beilage zum ״B. CH." Nr. 16. hier anlaugte und. der Lesewclt in der famosen Eingabe Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners Dr. Meisel contra Fasset ein Aktenstück zur Kenntniß brachte, welches auf dem Gebiete geistlicher Erpektorationen sicherlich als Unicum dasieht, um diese Zeit und fettDem machte und macht noch immer schon ein neuer Vorgang viel von sich reden; eine Kanzelszene in der alten Synagoge, woran sich wol der ״süße Pöbel" reichlich ergötzt haben mag , die aber von allen Besserdenkeuden als ein beklagenswerther Skandal angesehen wird. - ׳ Zwischen dem Charifuß- und dem Agada-Vortrage am letzten ״großen Sabbat" gab unser Herr Oberrabbiner beiläufig folgende Elklärung: ״Geschäftige Späher" streuen das Gerücht aus, als entlehne er alles , was er hier, vortrage, gedruckten Werken; nun könne er freilich Bibelverse nur der Bibel, Talmudstellen nur dem Talmud entnehmen; was aber alles Uebrige betrifft, sollte Jemand, Nachweisen können, daß etwas davon in fremden. Werken sich befindet, so erkläre er (Hr. Oberrabb.) — — sich bereit, ״dreimal achtzehn Gulden in welche ״Z'dvkoh" immer zu zahlen"!! Zu solcher Erklärung sah sich Se. Ehrwürden bemüßigt, ״um seiner eigenen und noch mehr der Gemeinde Ehre willen." Als gewissenhafter Berichterstatter erwähne ich noch der von einigen Hörern verfochtenen Tert Variante,, als habe sich die Herausforderung nur auf das, was er ״jetzt" gesagt und sagen werde, bezogen. Da in diesem ״Jetzt" ein stillschweigendes Eingeständniß vorhergegangener Plagiate läge, so mag ich die Variante nicht weiter berücksichtigen, und muß das Dementi wol auf ש^בדbezogen werden. Gegen Rabbiner — so behauptet Herr Dr. Meisel selber in seiner Eingangs erwähnten Eingabe — muß man um so strenger sein; und da es zumal einem Vorgang gilt, der an heiliger Stätte gespielt, in der Synagoge der groß-? teil Gemeinde des Landes, vor einem Auditorium, das an Zähl und Intelligenz noch heute eines der ersten ist und in . dessen Mitte zu jeder Zeit Gäste ans den bedeutendsten Gemeinden gesehen werden; so wird es Wol gestattet sein, denselben einer Beleuchtung zu unterziehen, vom Gesichtspunkte des An st an de s und guten Ge schm a ckes, der praktischen Lebensklugheit und endlich der Moral.. Wenn der Neid und die Bosheit manchen , alten Virtuosen des Pilpul und des Drusch sonst gar nichts. anhaben und die Vortrefflichkeit der Pschetel nicht bestreiten konnten, so behalfen sie sich damit, die zwei Wörtlein hinzuwerfen: ״das sieht." Was that aber der seines Werthes, sich bewußte Rabbi? Er lachte dazu, bemühte sich, dem Gegner das nächstemal durch ein noch gelungeneres Pschetel:noch größeren Aerger zu bereiten; pnd wenn's hoch kam, deutete er leise und doch verstänbltch genug auf das lügenhafte Gerücht.hin' in einem witzigen Müt, welches selber schon eine glänzende Rechtfertigung seiner Jnventious- und Produktionsfähigkeit bildete. Hätte aber so. ein ״Mann aus der alten Schule" endlich doch, übermannt vom Schmerz über den Unglimpf und die Verkürzung seinesEigenthumsrechtes ,. sich genöthigt gefunden, solche schmutzige Wäsche bejm Licht der ״ewigen Lampe" zu waschen, so würde er in seiner Erregtheit und Leidenschaft vielleicht ״bei der Heiligkeit des Ortes" die eigene Redlichkeit und die Lügenhaftigkeit des Gerüchtes betheuert haben. Ohne Aestetik studirt zu. haben und ohne ein Doktordiplom zu besitzen, nur vom natürlichen Anstandsgefühl geleitet, hätte er alles, nur keine — Geldwette (venu eine solche . bleibtS , wenn auch das Geld der ״Zdokoh" znfließt) angetragen. Aehnliche Geldwetten werden in lustigen Gksellschaften gemacht; solche lesest wir in den ״Sprechsälen" unserer ^Tageöblätter, wenn Geschäftsrivalen sich herumzanken, oder auf den Straßenplakaten gymnastischer Künstler, wenn sie das Publikum zu einer großen Balgerei einladeu. —- Von dem Orte herab, wo das Wort des . Lebens, das köstlicher denn Gold und Perlen, bewahrt wird und verkündet werden soll, eine Ge ld wette, in welcher Form immer, an tragen, °; das war eine Vers ü st di g 1111 g am Anfta ndsgefühl und guten Geschmack auch solcher Böotier wie wir, die wir im ״rohen" Ungarn und nicht im ״hochgebildeten Deutschland" leben und gelebt, haben. Selbst in seiner Leidenschaft und Erregtheit hätte sich der ״Alte" gegen eine b e w ußte und absichtliche Benützung fremder Arbeiten verwahrt. Anders Herr Dr. Meisel. ״Nur Bibelverse entlehnt er der Bibel, Talmudstellen dem Talmud,"׳ und das auch nur, weil dieselben — wie er sehr richtig bemerkt, — sonst nirgendwo zu haben sind; alles andere aber — —. הס מכהזניר.! Daö ist doch wirklich wunderbar! Also auch nicht ein zufälliges Zusammentreffen in einem kleinen. Mot, einer kleinen,'Pointe, von her Art, wie z. B. die Hervorhebung :der.verschiedenen Modi der Verben in נכססרז וגםד כלסך, נפשי oder die Accentstirung der Pluralform in ולא בוה אה הפ7הם u. dgl. 111.? Solche Originalität wäre unbegreiflich. Wo bliebe.denn das Sprichwort: ״Große Geister begegnen sich<? und prägt sich nicht dem, der viel, sin gelesen hat, manches so lief und fest ein, daß es . nach längerer Zeit, da die Quelle bereits vergessen ist,, .in den Vordergrund, der Gedanken mit einemmale tritt,, als wäre es ein eigenes und Selbstgedachtes? Die unbedingte , und vorbehaltlose ^Inanspruchnahme der Obiginalitat /von Seite des Hrn. Oberrabb. Dr. M. war ein . Verstoß gegen Takt und Lebensklugheit. Und waö ists denn endlich mit dem Wesen und Kern der Sachs? — fragen Sie wol.;. chie stehts mit her Wahr- ' Hastigkeit' der. Erklärung'?/. ״Die Wahrheit — so ,ungefähr -sprach unser Herr Oberrabbi in feiner hiesigen Antrittspredigt, — Nvch, die Anfang., Mitte und Ende umfassestde, ist sihwer zu finden; während.die Lüge שקד ihre Zeichen .'bei einander hat." Mit Wehmnih muß ich bekennen, daß mir in der fraglichen Erklärung ״die Zeichen sehr stahe bei einander, zu stehen scheinen." Ich gehöre gewiß und wirklich nicht zu den ״geschäftigen Spähern"; ich habe in allem nicht mehr als 4-istal das Glück gehabt, eine D'rascha Hiseres Herrn Oberrabbiners zu hören; aber es waren Gelegenheiten, um nicht nur ex ungue 160116m, sondern auch dessen ganzem geistigen Habitus kennen zu lernen. Die Probe- Dräscha (קדושים .חרי״ט D) brachte die Ausdeutung. d r blkannten Erzählung (ב״מ רף נ״ט) vom Streit des Eliezer best Hyikanos mit Jehoschua ben Chananja; und siehe >— die ganze Geschichte befindet sich buchstäblich tu הידרה אדם Dirufurth 561. 8° auf pag. 88. b. bis Pag. 91. b. Die Antrittödrascha ס־ עקיב desselbeu Jahres füllte eine Betrachtung über Willensfreiheit und 'Gottesfurcht., besonders übetצנים. ושהים בדרך עקש;־, welche ,wörtlich und istit/äuWsicher Genauigkeit' dem zweiten Blatte des vielverbreit׳ ten, allbekannten בינה לעחים entttoiiimen war. Ach Gott! wie lebhaft erinnere ich mich er Verblüffung, die sich auf dem Gesichte eines geräde in meiner Nähe stehenden fremden

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