Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 13 (30.3.1864)
- Date
- 1864-03-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2542917-2543121-2543135--3596-2547487- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beilage zum ״Ben fünfziger Zähren errichtete Volksschule in St.-Peter, die einzig, öffeutliche israelitische Lehranstalt im ganzen ihm anvertrauten Bezirke, schmäh-- lich zu Grunde gehen, ließ, hoch, aufjauchzend, ,daß die gelobte Zeit der Chedarim, dieser düstern Treibhäuser, der Unwissenheit und abergläubischer Vorkommenheit, wieder zurückgekehrt sei!? Kennt die Anmaßung keine Grenzen mehr, daß ein solcher Religionslehrer es wagen kann.« der Lichtstätte geistiger Cultur zu nahen, er, der statt Liebe und Eintracht zwischen Glaubensbrüdern zu befördern und zu kräftigen, sinsteren Haß und gegenseitige, Verfolgung?)'zu predigen keinen Anstand nimmt? Dieß ist also der Mattn, der mit seinem würdigen Amtsbruder in Szikszü, dem schnöden Schacherer mit Thephillin, im Namen der Judenschaft Oberungarn'S aufzutreten sich erdreistet; solche ZwillingspygMaen des verwerflichsten Obskurantismus vermessen , sich dem Zeitgeiste Einhalt zu gebieten! Wahrlich, wenn es in den hohen maßgebenden behördlichen. Kreisen noch eines Motive» bedürfte, die unabweislicheNolhwendigkeit der Errichtung eines LandeS-SeminarS zu konstatiren, so wird die persönliche Erscheinung dieser Abgesandten des Chassidismus die zwingende Ueberzeugung allenthalben ausdringen müssen. Wie? noch länger sollen zahlreiche Gemeinden des Landes, ihren, moralischen Hort, ihre Seelenhirten in Zndividuen finden, deren Bildung ‘ keiner Staatökontrole unterliegt? Soll die vom Staate gewährte Frei- ׳ heit des jüdischen Cültus in Üngebundenheit au-arten. indem ünberufeite, unwissende Subjekte, sich in RabbinatSstellen einschleichen, um die Entwickelung und Fortbildung jüdischer Sitte auf Generationen hinaus zu vergiften?! - ׳ '. ׳ ’ ־ ' Es ist hoch an der Zeit, daß die größten Gemeinden in unserem theueren Vaterlande endlich ihre Stimme erheben; daß die edlen Man,- ner in Israel, welche die Zierde ^und'den Glanz des ungarischen Rabdinerthums bilde»!, nicht, länger rath-. und thatloS zusehen, wie einzelne ' ihrer unwürdigen AmtSgenossen, ganze Gemeinden ''), ja ausgedehnte! Landesgegenden, unter dem gleißnerischen Deckmantel der Gläubigkeit, mit dem,Wft. der, Unwissenheit 7 unddehfAberglaubests zu verderben drohen.' ״ .' •, Wir feiern heute Purim, daS sinnige ErinnerüngSfest'der wünderbaren Rettung. unserer schwergebeugten ׳; Vorfahren im fernen Mor-׳ genlande vor mehr,als dritthalbtausend Jahren! Rabbi Hillel von Szikszü soll in Tokay letzthin ״gesagt" haben: die heutigen Rathgeber der Monarchen, welche Juden hoher Aemter und Stellen würdig,erklären, sind die eigentlichen Hamane der Neuzeit , welche dadirrch den Unter¬ 3) Ein angesehener Gutsbesitzer HcrrF.auSKazinczlkine halbe Stunde von'St.-Peter entfernt) ist vom diesem Rabbi förmlich erkommunizirt'worden , weil,, er in der Dämmerung eines Freitags Abends! na'ch'׳''Hause׳"fuhr'; 1eV’erfcawfte nämlich, auf dem Wegeund hätte den j Sabbath auf der Straße zubringen sollen — meinte der fromme Rabbi.; Siehe ferner die Aufhetzereien, welche derselbe gegen alle Besucher des; neuen Tempels in Miskolcz ununterbrochen losläßt. ■;.3 4)iDM׳R-^-i^Von^'SMüMat auf seiner Heimkehr von Nyir« egyhäz in To ka.y den Sabbath gehalten. Fünf Stunden lang-dauerte eine Derasche. deren Inhalt dem Ausbruch eines Wahnwitzigen glich. Er verbot z. B. den Eltern, ihre Kinder außer dem Hebräischen etwas anderes zu lehren, stellte das Seminar iuBreslau als den wahren Höllenpfuhl dar 1e. Kurz er hat durch sein Auftreten inTokay, nach Aussage vieler Ohrenzeugen, diese Gemeinde auf ein Jahrhundert zurückgeworfen. ®ImiuMtia?' Nr LS. gang des,Zudenthtnns^ vorbereUen.: Nns.;aber find: alle!diese Hillels und Sch r e.ibers die. wie,dererstandenen Hamane unserer Zeit,- welche, kein Verständniß für' die Ehre und, Wohlfahrt in-Israel habend, MS Dummheit״.,und -Selbstsucht ein Netz zu weben! suche»».,, um die.edrlsten Bestrebungen jüdischen Geistes tödtlich zu vertreiben. - ל- -ד. : Soll ihnen dies gelingen? Kurze literarische Nachrichten. 25! Von Herrn Oberrabbiner Dr. A. A. Wolff sinh soeben,zwei dänische Kasualreden erschienen: Trend Prädikener i Änledning a f Koug Frederik den Syrenstes Död og Bisättelse Höldte i Synägogen.' ״Dtvei in der Synagoge gehaltene Predigten bei Veranlassung des HinscheidenS und der Beisetzung des Königs Friedrich VII." Die erste, am Sabbath Wajeze gehalten, schildert mit An- ׳''k'MpfuW'aü^die der Sidra entnommenen Worte: "1 2t' אכן היה die Gefühle, die bei der Kunde von dem plötzlichen Hintcitte dieses von seinem Volke so hoch geliebten Königs sich Aller bemächtigte. Die zweite Predigt, welcher auch die bei der sehr erhebenden Trauerfeier-! lichkeit gesungenen Psalmen und eine, dänische Cantate beigefügt find, hat. Pf. 46, 2-4 zum Terte, welcher Tert für die an diesem Tage in; alle»» Kirchew des Landes abgehältene MdächtnißfeierhöhiernDrtevorgeschrieben »var. Mit gewohnter Meisterschaft machte der Redner von diesem, für >eine. solche -Feier scheinbar ungeeignetein Terte die ergreifendste Anwendnng auf! den! Verlust deSKfreiheitSlieberlden Königs und auf die ^obwaltenden Ztitverhältnisse. Von den vielen biblischen »»nd rabbinischeu Aussprüchen, die der Redner in sinniger Weise zur Anwendung^gebracht, »vill ich nür) eine Stelle: hervorhebe»» 5 ^,Mls nch 'im Lei- .!hetlzuge Abgesandte, aus den entferntesten-Städtemdes ׳.Landeerblickte, Welche gekommen waren, ihm die letzte ,Ehre zu erweisen^ dapachte.!ich daran ,' daß" das auf ihn 'Anwendung finde, was vom Könige Chiskija (2. B. der Chronik 32, 33) gesagt wird, daß ganz Juda ihm große Ehre erwiesen. ״Und »vorin bestand denn die besoridere Ehre, die ihm ierwieftnworden?": Fragten ältere- Schrifterklarer (Baba kama 17), und , sie antworteten,:!. Man,-.trug,.vorjseine.r Bghre! das Gesetzbuch Md!alle riefen זה מה שפתיב 2?ה er. hat treu bethätigt. underhalten, »väs hier geschrieben steht! Kän>» nicht das ganze Volk auf den Sarg »lnserS Königs, der seinem La,»de ein freies Gesetz gegeben, ein ähnliches Zeuglliß uiederlegen? er hat bethätigt, was darin geschrieben sieht und für dessen Aufrechthaltung gewacht!," — Bei dem oft gefühlten Mangel an einer größer,» Saminlnng jl'ldischer Kasualreden »väre es wünsche»»-- werth, wenn Herr Dr. Wolff, der aufdieftm Gebiete ,eine seltene Meisterschast hat, sich entschließen wollte, seine bereits in großer Zahl erschienenen einzelnen GelegenheitSredenM deutscher Bearbeitung gesammelt herauszugeben. . _״, r ' , 26. Bajazzo.; Ein Gedicht, von Dr- Moriz M.ap.popo.rt. Leipzig, Arnoldische Buchhandlung. 1863. 6. 224. . ... ׳ 'Ein gelehrtes Freu,»d »n Galizien beschreibt ünS das vorliegende Buch derühmlich bekannten, geistreichen und für das Judenthum glühenden Verfassers , »vie folgt : ״Dr. Philippson hat zwar Rappoport'S neuestes Gedicht mit Liebe und fast in gehobener Stimmung besprochen; aber im Prinzipe und der Grundanschauung ist sein Urtheil vollkommen 'verfehlt. ÄuS ^em'Kampfe des heranbrechenden Lichtes mit dem Jahr» Hunderte hindurch andauernden Nebel, der den polnisch-jüdischen Boden