Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 11 (16.3.1864)
- Date
- 1864-03-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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2S1 232 Deutsche Fr etstädte. Nur aus Frankfurt liegen statistische Berichte in Bezug auf Religion vor, bei den andern sind sie nach Schätzung angenommen. , . , . Lübeck . . .... . ... 520-1,06 Perc. Bremer: . ... . . . . . 100—0,11 ״ -; Hamburg . . .... . . . 7000—3,04 ״ Frankfurt ..... . ... 5733-7,62 ״ Gesammtsumme 13,353—3,01 Perc. Schweiz. ') Zürich . 172 Basel Stadt 181 Aargau . 1525 Luzern . 15 Basel Land 4 Thurgau . 15 Schwyz 1 Schaffhausen 4 Deutsche Kant. 2070 Glarus . 2 Appenzell .3 Solothurn 42 St. Gallen 106 Bern. ... 829 Freiburg ... 8 aM6 י '; •»״ Deutsch-fran,. Kant., 843 Waadt.. . ... 396 Neuenburg . . . 563 ‘ ‘ 379 ־ Französische Kant. 1338 Teffin ... . .. 10 Gesummte Schweiz 4261. — 0,17 Perc. der Bevölkerung. II. Die Religion ist nicht ohne sichtbaren Einfluß auf die physischen Lebensverhältnisse und treten überraschende Erscheinungcn zu Tage. D i e t e r i c i') berechnete, daß im Jahre 1849, wo eine Trauung in Preußen im Allgemeinen auf 109, 69 Einwohner kam, dieser Durchschnitt bei den Evangelischen 107,77; bei den Katholiken 111,40; bei den Mennoniten 1*30,71; bei den Juden 174,94 war. In Preußen sind bei den Inden im Jahre 1849 bei 218,998'Seelen 1252 Trauungen gezählt, also 174,9 Perc.; im Jahre 1852 bei 226,868 Seelen 1859 Trauungen, also/122,6 Perc.; im Jahre 1855 bei 234-248 Seelen 1780 Trauungen, also 131,6 Perc. ״Merkwürdig ist", sagt Franz iu seinem Handbuch der Statistik, ״die Vermehrung der Eheschließung bei den Juden. Vor 1849 kam nach einem langjährigen Durch- . schnitte bei. ihnen 1 Trauung auf 139; dieser Durchschnitt ist wohl auch jetzt noch festzuhalten, indem die ׳Vermehrung der Ehen kurz nach 1849 wol der augenbltcklich günstigem politischen Stellung der Juden in Preußen beizulegen rc. Bekanntlich trat auch in dieser Beziehung bald eine entschiedene Reaktion ein." ״In Hamburg, wo seit 24. Oktober 1851 Mischehen zwischen Juden und Christen erlaubt sind, wurden bis 1859 92 christlich-jüdische Mischehen geschloffen, und zwar 54, wo der Mann, nur 38 wo die Feau mosaischer Religion war. Bei 19 diesen Chen ist die Erziehung t>er Kinder in der mo- ') Franz Adolf, Handbuch der Statistik. Breslau 1863. S. 17S ff. > saischen Religion verabredet und zwar ist bei 17 derselben der Vater Jude, bei zwei die Mutter Jüdin. Die Religion übt auch ihren unverkennbaren Einfluß auf die Moralität der Bevölkerung; es ist statistisch nachgewiesene Thatsache, daß Menoniten und Juden weit weniger außereheliche Gebürten haben , als andere Konfessionen. Mag dieses theilweise seinen Grund in der konfessionellen Strenge gegen außerehelich Geschwängerte Habens?), so legen wir doch der bekannten Nüchternheit und Mäßigung der Menoniten und Juden einen bedeutenden Antheil an jener Thatsache bei." Daß die Konfession nicht unmittelbar günstig oder ungünstig auf das leibliche Leben und Sterben der Bevölkerung wirken kann, versteht sich von selbst. Wie Kultus und Dogma auf Verminderung der Sterblichkeit, auf Verlängerung der Lebensdauer nicht ohne Einfluß sind, zeigt sich bei den Juden und Menoniten, *) welche beide in Preußen weniger Sterbefälle und mehr Leute höhern Alters aufweisen, als die übrigen Konfessionen. Obgleich die Juden weniger Ehen eingehen (wie oben angegeben), und sich deshalb auch weniger durch Geburten vermehren, als die Christen , haben sie sich dennoch und zwar hauptsächlich durch ihre geringe Sterblichkeit ansehnlich stärker vermehrt, als die Christen. Dieterici hat nach einem lanjährigen Durchschnitt berechnet, daß unter je 10,000 jährlich geboren wurden 400 Christen, 300 Juden, jährlich gestorben 296 Christen, 216 Juden und demnach Geburtsüberschuß 104 Christen, 139 Juden hatten. DaS Uebergewicht den Juden bei diesem Ueberschusse beruht also nur in ihrer verhältnißmäßig geringen Sterblichkeit. Diese erstreckt sich auf alle Lebensalter von der Geburt bis selbst jenseit des 70. Lebensjahres. Daß unter den Juden verhältnißmäßig. mehr Personen ein hohes Alter erreichen, als unter den Christen, scheint hauptsächlich, meint Dieterici, in der größer» Mäßigung der Juden im Genüsse der geistigen Getränke zu liegen Ein betrunkener Jude ist eine höchst seltene Erscheinung, wogegen sich auch sonst nicht unordentliche Leute in den untern Volksklaffen der Christen im spätem Lebensalter nicht selten im Trünke übernehmen. Waö bei schwerer Arbeit, aber auch reichlicher und nahrhafter Kost im früheren Mannesalter ein unschädliches, wol gar nützliches Reizmittel war, wird im spätem Alter bei minderer Anstrengung und schwächerer Verdauung zum Uebermaße, welcher das Leben kürzt. Die Juden weisen bei ihrer Mäßigkeit in allen sinnlichen Genüssen in den Generationen von 1816—1846 in Preußen allein durch Geburtsüberschuß eine Vermehrung von 63,65 oder jährlich 2,44 Perc. auf, während die Christen sich nur um 45 oder jährlsch 1,56 Perc. vermehrten. In Berlin, diesem Babel des Sinnengenusseö und namentlich I Franz a. a. O. S. 181.